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DNA – Der Datenspeicher der Zukunft

Die Digitalisierung schreitet mit einer großen exponentiellen Geschwindigkeit voran. Es wird nicht mehr lange dauern, bis selbst die profansten Alltagsgegenstände mit Technik ausgestattet werden. Doch diese Digitalisierung bringt enorme Daten mit sich, die es zu speichern gilt. Generell sind wir in unserem Alltag mittlerweile so oft mit Technologie im Kontakt, sodass wir eine enorme Menge an Daten produzieren – doch wohin mit all den Informationen?

Wirft man einen Blick in die Vergangenheit wird klar, dass wir uns schon sehr weit entwickelt haben, wenn es um Datenspeicher geht. Vor mehr als 20 Jahren galt eine Diskette mit 1,4 MB Speicherplatz als das Nonplusultra, heutzutage haben wir kleine USB-Sticks mit bis zu zwei Terrabyte an Speicher. Doch auch die Technik hat ihre Grenzen, man wird USB-Sticks nicht bis zur Unendlichkeit verkleinern können, genauso wenig wie man den Speicherplatz ins Unermessliche treiben kann. Wissenschaftler haben nun eine neue Herangehensweise ergründet. Sie wollen DNA benutzen, um Daten zu speichern, denn der Speicherplatz darin ist gigantisch. Ein Gramm DNA besitzt einen Speicher von 215 Petabyte – ein Petabyte entsprechen übrigens 1000 Terabyte.

Das mag wie Science-Fiction klingen, hat allerdings, abgesehen von dem enormen Speicherplatz, den die DNA liefern kann, noch andere Vorteile. Denn in der DNA eines Lebewesens werden alle Daten von ihm gespeichert. In der Theorie ließe sich ein komplettes Lebewesen nur durch eine einzige Zelle mit intakter DNA wiederherstellen. Außerdem wird ein DNA-Speicher mit der Zeit nicht abgenutzt.

Getestet wurde die neue Technologie von zwei Wissenschaftlern, diese speicherten einige Daten in 70.000 DNA-Strängen, welche jeweils aus 200 Basenpaaren bestehen. Diese Basen sind übrigens der Schlüssel für die Datenspeicherung, da ihre Anordnung Informationen genau darstellen kann, welche dann mit einem speziellen Programm entschlüsselt werden können. In der DNA speicherten die Wissenschaftler ein Computer-Betriebssystem, einen französischen Film, einen Geschenkgutschein von Amazon, einen Virus für den Computer, eine Pioneer-Plakette und eine wissenschaftliche Studie. Nachdem diese Daten abgespeichert, kodiert, dekodiert und wieder abgelesen wurden, war nicht ein Fehler festzustellen.

In etwa zehn Jahren könnte diese Technologie Wirklichkeit werden – warum auch nicht? Die Vorteile sind undenkbar groß, man hat einen viel größeren Speicherplatz und das mit weniger Masse. Zusätzlich kann man Daten hunderte Jahre lagern, ohne dass sich Fehler einschleichen.

Wer weiß, vielleicht haben wir in ein paar Jahrzehnten unseren USB-Stick immer bei uns, in Form unseres linken Zeigefingers.

 

Foto: poba / Getty Images

Ajouré MEN Redaktion
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