Der große AJOURE´ Men Car-Sharing Vergleich – Das sind die Top 5 Anbieter

        Car Sharing    


Das Car-Sharing entsprang aus der Vorstellung, dass ein Autofahrer, der im bundesweiten Durchschnitt sein Auto eine Stunde am Tag nutzt, es die 23 übrigen Stunden des Tages auch an andere weitervermieten könnte. Aus dieser Prämisse heraus haben sich Car-Sharing-Firmen etabliert, die genau nach diesem Prinzip arbeiten: Ein Auto wird von vielen Menschen geteilt, gehört aber der Firma. Es gibt dabei verschiedene Ansätze. Bei manchen Anbietern gibt es feste Stationen, zu denen man das Auto zurückbringen kann, bei der anderen, gängigeren Variante stellt man das Auto einfach wieder in der Stadt ab. Generell ist das Car-Sharing eher in Städten als auf dem Land verbreitet, was daran liegt, dass die Firmen diesen Service nur in einem begrenzten Areal anbieten und auf dem Land natürlich nicht so viele Nutzer in Frage kämen.

Hier deuten sich schon einige Nachteile des Car-Sharing an: Du bist sowohl in deiner Planungssicherheit als auch in deiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die angebotenen Fahrzeuge sind meist nur kurzfristig verfügbar. Bei den Anbietern mit festen Stationen kannst du oft auch länger im Voraus buchen, jedoch bist du dann an die feste Station gebunden, an der du das Auto zurückgeben musst. In jedem Fall kannst du das Auto zwar überall hinfahren, musst es aber dann in das von dem Anbieter festgelegte Kerngebiet zurückfahren und es dort parken. Möchtest du mit deinem Car-Sharing-Fahrzeug zum Flughafen fahren und es dort parken, ist dies bei den meisten Anbietern möglich, allerdings musst du in diesem Fall sehr oft mit einer Zusatzgebühr rechnen, die zwischen 6 und 15 Euro einmalig je nach Flughafen berechnet wird.

Im Vergleich zum Mietauto ist der Service meistens teurer, entscheidender Vorteil ist dann jedoch die Spontaneität der Verfügbarkeit. Die Vorteile des Car-Sharings erschließen sich auch leicht: Anders als beim eigenen Auto hast du keine Kosten wie KFZ-Steuer, Versicherung, Wartungskosten oder womöglich auch noch Kosten für den innerstädtischen Parkplatz. Das alles fällt beim Car-Sharing weg. Oft sind bereits auch die Spritkosten im Tarif inkludiert oder aber du bekommst sie zurückerstattet. Diese Vorteile erklären, dass das Car-Sharing besonders in den letzten Jahrzehnten einen hohen Zuwachs erfahren hat. Besonders in Großstädten, wo sich alles mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichen lässt, lohnt sich die Investition in ein Auto letztendlich nur für Berufspendler, alle anderen sind Gelegenheitsfahrer, für die der Car-Sharing-Service eine optimale Erfindung ist.

 
Car-Sharing

 

Do-it-yourself: Wie sieht der Ablauf bei der Miete eines Car-Sharing-Autos aus?

Wie funktioniert also Car-Sharing?

Zunächst einmal musst du dich bei einem Car-Sharing-Anbieter mit deinen Daten anmelden, der deine Daten dann prüft und dich über alle genauen Details informieren wird. Im Zuge dessen erhältst du auch eine Übersicht über die zu vermietenden Fahrzeuge ¬– zumeist sind das Kleinfahrzeuge, Transporter oder ähnliches. Sportwagen gibt es nur in den seltensten Fällen im Angebot. Vorab kannst du bei dem Anbieter Versicherungsfragen und Versicherungsumfang klären. Üblich sind Vollkaskoversicherungen. Viele Anbieter berechnen eine Fahrt außerhalb des Stadtgebiets mit einer Extrapauschale.

Wie gehst du vor, sobald du ein Auto – üblicherweise per GPS oder per Handy-App – gefunden hast?

Bei den stationären Anbietern befindet sich oft ein Tresor an der Station, in dem Fahrzeugschlüssel und Fahrzeugpapiere zu finden sind. Du erhältst dann die Daten für das Tresorschloss. Andernfalls gibt es auch Anbieter, bei denen du standardmäßig einen Autoschlüssel dabei hast, der dann via eines Datenüberträgers im Auto mit den Daten des Autos konfiguriert wird. Du musst den Schlüssel dafür einfach nur manuell an einen Empfänger in der Frontscheibe des Wagens halten. Danach kannst du den Wagen benutzen.

 

Die 5 Top Car-Sharing-Anbieter im Vergleich

Für unseren Vergleich der größten Car-Sharing-Anbieter in deutschen Städten haben wir auf den genauen Ablauf, das Geschäftsgebiet des Anbieters, Städte, in denen der Anbieter tätig ist, sowie Preis und Länge der möglichen Mietdauer geachtet. Und das sind unsere fünf Favoriten:

 

1. DriveNow – Angeboten von Sixt in Zusammenarbeit mit BMW

 
Car-Sharing

Der Ablauf bei DriveNow ist sehr gut zu bewältigen und komfortabel. Um dich zu registrieren, musst du zunächst zu einer Registrierungsstation in deiner Stadt gehen, die du auf der Webseite von DriveNow aufgelistet findest. DriveNow bietet eine große Anzahl von BMW-Modellen und auch häufig das Modell MINI an. Es gibt keine festen Stationen. Die Fahrzeuge sind im Kernbereich einer Stadt geparkt. Über eine App auf dem Handy kann man sehen, wo es in der Umgebung verfügbare Fahrzeuge gibt und von welchem Modell diese sind. Auch den Zustand des Fahrzeuges kannst du mit der App einsehen – damit lässt sich beispielsweise erkennen, wie viel Sprit das Fahrzeug noch im Tank hat. Nach der Reservierung des Autos bleibt dieses 15 Minuten lang verfügbar. In dieser Zeit musst du beim Wagen angelangt sein. Das Auto kannst du aufsperren, indem du deine Schlüsselkarte an einen Empfänger an der Frontscheibe hältst, der dann die Daten übermittelt. Der Eigenanteil an einem möglichen Schaden lässt sich bis auf einen Euro herabreduzieren.

Der Geschäftsbereich ist auf das Stadtgebiet beschränkt – Fahrten außerhalb des Stadtgebiets sind möglich, aber geparkt werden muss wieder auf einem öffentlichen Parkplatz im Geschäftsbereich. Außerhalb dieses Aspektes sind aber weder Rückgabezeit noch Rückgabeort genau festgelegt. Das Angebot ist in Städten wie München, Berlin, Hamburg, Düsseldorf und Köln verfügbar. Außerhalb der einmaligen Anmeldegebühr gibt es keine monatlichen Fixkosten. Bei DriveNow kostet die Nutzung, abhängig von dem Modell des angemieteten Wagens, zwischen 0,24 und 0,34 Euro pro Minute. Beim Kurzzeitparken fallen 0,15 Euro an Gebühren an. Bei einer längeren Mietdauer gibt es die Möglichkeit, Stundenpakete, ähnlich wie Flatrates, zu buchen. Maximal kann man Stundenpakete von 24 Stunden und maximal 200 Kilometern buchen, die dann mit zusätzlich anfallenden Kosten natürlich auch verlängerbar sind.

 

2. Car2Go – Angeboten von Europcar in Zusammenarbeit mit Daimler

 
Car-Sharing

Ähnlich wie DriveNow hat Car2Go keine festen Stationen, sondern die Autos sind überall im Kernbereich einer Stadt geparkt. Das Fahrzeug, welches am nächsten steht, kann über die Car2Go-App oder über eine Telefonhotline lokalisiert werden. Aufgesperrt werden die Fahrzeuge über die Mitgliedskarte, die an ein Kartenlesegerät an der Windschutzscheibe gehalten wird. Der Versicherungsschutz bei Car2Go wird generell als sehr gut eingestuft. Die Selbstbeteiligung bei der Vollkaskoversicherung fällt allgemein sehr niedrig aus. Die Car2Go-Flotte besteht ausschließlich aus Smarts – herkömmliche Benzin nutzende Verbrennungsmotoren oder auch Elektrofahrzeuge. Wenn du viel Gepäck dabei hast, solltest du dir das also genau überlegen, obwohl ja im Guinness Buch der Rekorde auch schon erstaunliche Versuche dazu aufgeführt wurden, wie viel Gepäck in so einen Smart hineinpasst.

Car2Go wird in Berlin, Frankfurt, Hamburg, München, Stuttgart, Düsseldorf und Köln angeboten. Bei der Rückgabe kann das Fahrzeug im Stadtbereich auf einem städtisch verwalteten Parkplatz gebührenfrei abgestellt werden. Der Bereich ist dabei auf die Innenstadt begrenzt. Es gibt eine einmalige Anmeldegebühr von neun Euro, dafür aber keine fixe monatliche Gebühr. Die Nutzung des gemieteten Autos kostet dabei zwischen 0,31 und 0,34 Euro pro Kilometer. Kurzzeitparken wird mit 0,19 Euro pro Minute berechnet. Es werden von Car2Go auch günstigere, pauschale Stundentarife oder Zeitpakete angeboten, die sich zum Teil ähnlich einer Flatrate monatlich erneuern. Es gibt Pakete, die maximal 200 Kilometer inkludieren, Zusatzkilometer werden anteilig berechnet. Als Sonderangebot schenkt dir Car2Go Freiminuten, wenn du die Batterie auflädst bzw. das Auto selbst tankst.

 

3. Flinkster – Angeboten von der Deutschen Bahn

 
Car-Sharing Vergleich

Bei Flinkster werden zwei Varianten des Car-Sharing angeboten: Feste stationäre Angebote und frei im Stadtgebiet parkende Fahrzeuge. Jedoch muss hinzugefügt werden, dass die frei im Stadtgebiet parkenden Fahrzeuge bisher nur in München verfügbar sind, in allen anderen Städten gibt es weiterhin feste Stationen. Der Buchungsprozess kann dabei online, über eine Smartphone-App oder auch über eine kostenpflichtige Hotline durchgeführt werden. Über die App und online lassen sich Stationen in der Nähe oder auch ¬¬– wie in München – Fahrzeuge in der Nähe finden. Flinkster bietet viele verschiedene Marken und Modelle an, darunter auch Elektrofahrzeuge. Ein kleiner Tipp am Rande zum Registrierungsprozess: Sinnigerweise kostet die Führerscheinprüfung, die per Video eingereicht wurde, nichts. Falls die Führerscheinprüfung in einer Zweigstelle durchgeführt wird, kostet sie 20 Euro. Fahrer unter 25 Jahren sind in der Fahrzeugauswahl beschränkt – es kann in diesem Fall nur auf die Fahrzeugklassen „Klein“, „Transporter“ und „Mini“ zurückgegriffen werden. Der Versicherungsschutz bei Flinkster wurde allgemein als gut bewertet. Allerdings ist bei der Vollkaskoversicherung die Selbstbeteiligung sehr hoch – normalerweise liegt sie bei 1500 Euro.

Flinkster bietet an 1700 Stationen in 300 bundesdeutschen Städten seinen Car-Sharing-Service an. Praktisch für Bahnkunden ist dabei, dass die Stationen zumeist in der Nähe von Bahnhöfen sind. Es fallen einmalige Registrierungskosten von 29 Euro an. Falls du eine Bahncard hast, darfst du dir nun auf die Schulter klopfen – du musst keine weiteren Registrierungskosten tragen. Es gibt keine monatlichen Fixkosten. Jedoch gibt es für Vielfahrer die Möglichkeit, ein Monatsabo abzuschließen und so die Kosten pro Fahrt zu senken. Pro Kilometer kostet eine Fahrt mit einem Flinkster Auto mindestens 0,03 Euro und maximal 0,13 Euro. Daraus ergibt sich ein Car-Sharing-Tarif, der schon ab 1,50 Euro/Stunde beginnt. Je nach Fahrzeugklasse ist die Verbrauchsklasse unterschiedlich und es wird per GPS eine jeweils andere Verbrauchspauschale berechnet, in der dann Kosten für Strom/Kraftstoff inkludiert sind. Diese Verbrauchspauschale ist also zuzüglich zu beachten.

 

4. Cambio

 
Car-Sharing

Cambio ist ein Anbieter, der seine Flotte nur stationär anbietet. Die Modelle innerhalb der Flotte sind sehr divers; es gibt beispielsweise Modelle von Citroën, Ford, VW, Toyota, Mitsubishi oder Volvo. Die Buchung des Fahrzeuges erfolgt telefonisch, über eine Smartphone-App oder über das Internet. Das Fahrzeug wird vor Ort entweder mit der personalisierten Chipkarte geöffnet oder aber ein vor Ort stehender Tresor wird mit dieser Chipkarte geöffnet. Für Fahranfänger bis zum Alter von 25 Jahren, die weniger als zwei Jahre ihren Führerschein haben, gilt, dass sie verpflichtend ein zusätzliches Sicherheitspaket (SiPack) abschließen müssen. Der Versicherungsschutz bei Cambio umfasst Haftpflicht-, Teil- oder Vollkaskoversicherung sowie einen Pannenschutzbrief. Dabei liegt die maximale Selbstbeteiligung bei 1000 Euro je Schaden. Zahlst du 50 Euro dazu, wird die maximale Selbstbeteiligung auf 200 Euro je Schaden gesenkt.

Cambio bietet seinen Service derzeit in 19 Städten bzw. Metropolregionen an. Wenn du aus Nordrhein-Westfalen stammst, kannst du dich jetzt freuen, denn Cambio ist schwerpunktmäßig in deinem Bundesland vertreten. Die Rückgabe des Wagens erfolgt an der Station. Oft muss ein Fahrtende festgelegt werden, manchmal ist es jedoch je nach Station oder Wagentyp auch möglich, eine Fahrt zu buchen, bei der kein festes Fahrtende festgelegt werden muss. Es gibt unterschiedliche Tag- und Nachttarife. Tagsüber – also 7- 23 Uhr – liegen die Kosten bei 1,20 Euro pro Stunde, nachts bei 50 Cent pro Stunde. Ein Kilometer wird mit 28 Cent berechnet. Die Kosten setzen sich also aus gefahrenen Kilometern und der Nutzungsdauer zusammen. Die Kosten für die Tagesnutzung belaufen sich auf 23 Euro. Sämtliche Zusatzkosten, auch für das Benzin, sind darin inkludiert. Bei Cambio kann die Fahrtdauer zwischen einem Tag und maximal 30 Tagen liegen.

 

5. Greenwheels

 
Car-Sharing

Greenwheels bietet seine Fahrzeugflotte ebenfalls nur über feste Stationen an. Die Flotte besteht dabei aus zwei Modellen – dem Toyota Yaris und dem Van Toyota Verso. Die Buchung eines Fahrzeuges ist dabei über die Smartphone-App oder per Telefon möglich. Bei der Versicherung gibt es eine recht hohe Selbstbeteiligung. Das Auto lässt sich mit einer von Greenwheels ausgestellten Karte öffnen – dabei hältst du die Karte an einen Kartenleser an der Frontscheibe des Wagens. Diese Karte kann dabei von bis zu drei verschiedenen Fahrern genutzt werden. Die Fahrer müssen alle mindestens 24 Jahre alt sein. Greenwheels bietet seinen Service in 24 bundesdeutschen Städten oder Metropolregionen an. Die Rückgabe des Wagens muss dabei an einer festen Station erfolgen. Allerdings ist die Greenwheels-Flotte auch mit Dauer-Parkkarten für bestimmte Parkplätze ausgestattet.

Bei der Fahrt wird mindestens eine Stunde berechnet. Die Tarife liegen bei 0,02 Euro pro gefahrenem Kilometer mindestens und bei 0,07 Euro pro gefahrenem Kilometer höchstens. Monatlich fallen für die Greenwheels-Karte Kosten von circa 5 Euro an, die dann aber mit den Fahrten verrechnet werden. Fährst du 38 Kilometer im Monat, sind die 5 Euro bereits wieder vollständig verrechnet. Es gibt keine Registrierungsgebühr bei Greenwheels. Zur Länge der Buchungsdauer muss beachtet werden, dass dich Greenwheels gleich bei der Buchung nach der voraussichtlichen Fahrdauer fragen wird. Es ist aber auch möglich, diese im Nachhinein oder während der Fahrt zu verlängern. Wenn der Wagen aber bereits von einem anderen Fahrer im Voraus reserviert wurde, ist es zwingend notwendig, zur angegebenen Zeit wieder an der ausgemachten Station zu sein. Ansonsten fällt eine Gebühr in Höhe von 25 Euro an.

 

Fotos: cambio Presse; Daimler Presse; DriveNow Presse; greenwheels Presse; Sean Gallup / Staff, Thomas Koehler / Kontributor, Etienne George / Kontributor / Getty Images

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