Der AJOURE´ Men Fotoguide 2017: So machst du geilere Fotos

        Der AJOURE´ Men Fotoguide 2017: So machst du geilere Fotos    

Das Trend-Hobby seit 2015 ist wohl die Fotografie. Zu Zeiten in denen jeder Hans Peter Wurst eine halbwegs vernünftige Kamera bedienen kann, gilt es natürlich besonders gute Fotos zu schießen. Wir präsentieren die sieben goldenen Regeln der Fotografie und die fünf Attribute, die ein Bild aus rein technischer Sicht 100% perfekt machen können.
 

Die 7 goldenen Regeln

1. So nah wie möglich an das Motiv

So nah wie möglich an das Motiv

Viele schöne Schnappschüsse gehen verloren, wenn der Fotograf zu weit vom Motiv entfernt ist. Dies bezieht sich nun nicht nur auf den Zoom, sondern auch auf die Perspektive. Wer das Motiv aus der Nähe betrachtet erkennt Einzelheiten, die sonst verloren gegangen wären. Nur aus der Nähe kann man beurteilen, ob dass Foto aus einem anderem Winkel besser funktioniert hätte und außerdem verliert sich das Objekt im Bild, wenn es von zu viel Raum umgeben ist. Es entstehen harte Größen- oder Farbkontraste und lassen das Auge nicht auf der eigentlich wichtigen Stelle ruhen. Darum solltest du immer besser noch mal ein paar Schritte darauf zugehen.
 

2. Der Horizont und die 1/3 – 2/3 Regel

Der Horizont und die 1/3 – 2/3 Regel

Das menschliche Auge empfindet einige Bildaufteilungen als harmonischer als andere. So verhält es sich auch mit der Horizontlinie. Man stelle sich vor, das Bild wird in drei gleichgroße, waagerechte Teile getrennt. Viele (Smartphone-)Kameras besitzen diese Funktion. Der Horizont – das lange Ding am Ende der Welt – wird immer am Schnittpunkt des ersten und zweiten Drittels oder des zweiten und dritten Drittels gesetzt. Also wird 2/3 des Bildes von der Erde oder Himmel eingenommen. Fotos auf denen 2/3 des Bodens zu sehen sind, wirken geerdet und sicher, während 2/3 des Himmel ein Gefühl von Größe oder Leichtigkeit auslösen. Bei Fotos mit einer Mittelachsen-Aufteilung wird der Himmel häufig vom Boden erdrückt und das Bild macht so oder so keinen besonders guten Eindruck.
Und: Bitte mache deinen Horizont gerade und orientiere dich nicht am Steigungsgrad auf dem du dich befindest.
 

3. Harmonischer Hintergrund

Harmonischer Hintergrund

Es gibt natürlich auch Fotos bei denen der Fokus auf dem Motiv liegt, der Hintergrund aber auch wichtig ist oder er sich nicht vermeiden lässt. Wenn wir davon ausgehen, dass du ohne Tiefenschärfe arbeitest (Hintergrund ist unscharf), darf der Hintergrund nicht zu sehr vom eigentlichen Motiv ablenken. Du musst versuchen eine passende Perspektive mit so wenig Bildinformationen im Hintergrund wie möglich zu finden oder arbeitest mit Farbkontrasten*. Also immer daran denken, dass ein unaufgeräumter Hintergrund das ganze Bild zerstören kann.

*Es gibt 7 relevante Farbkontraste in der Fotografie. Diese erläutern wir jetzt nicht, dennoch zählen wir sie kurz auf:

1. Hell-Dunkel-Kontrast
2. Kalt-Warm-Kontrast
3. Qualitätskontrast
4. Quantitätskontrast
5. Komplementärkontrast
6. Simultankontrast
7. Sukzessivkontrast

 

4. Ebenen erschaffen mit Vorder-, Mittel- & Hintergrund

Ebenen erschaffen mit Vorder-, Mittel- & Hintergrund

Für Landschaftsaufnahmen eignen sich Bildkompositionen mit mehreren Ebenen. Ebenen sind so etwas wie stufenweise Abschnitte. Man zeigt im Vordergrund häufig eine Nahaufnahme, auf der mittleren Ebene eine Totale und auf der hintersten Ebene hält man meistens den Horizont fest. Ebenen schaffen einen räumlichen Eindruck und werden vom menschlichen Auge gerne gesehen.

Bei mehr als zwei Ebenen stellt man den Vordergrund häufig unscharf oder setzt einfach nicht so viel Priorität auf das sich dort befindende Objekt, da sonst Mittel- und Hintergrund weniger zur Geltung kommen. In diesem Fall setzt man ein Hauptmotiv in den Mittelgrund oder lässt Mittel- und Hintergrund zusammen wirken. Anders bei zwei Ebenen, wo man Vorder- oder Hintergrund die Priorität zuspricht. Entweder setzt du eine unscharfes Objekt in den Vordergrund und lässt den Hintergrund somit noch stärker wirken oder umgekehrt. So lassen sich schöne Geschichten erzählen.
 

5. Sinnvolle Platzierung

Fototipp Platzierung

Wir alle neigen dazu die Horizontlinie in die Mitte des Fotos zu setzten. Genauso verhält es sich auch mit Motiven, die wir am liebsten in das totale Zentrum des Bildes bringen wollen. Und das ist falsch. Ein Bild, dem wir eine vermeintliche Symmetrieachse geben, wirkt langweilig und kraftlos. Ausnahmen bestätigen natürlich in all diesen Punkten die Regel und es kann durchaus spannende Bilder mit einem zentralen Mittelpunkt geben. Dennoch werden diese eher bewusst in künstlerischer Absicht gemacht und keineswegs bei der Street-, Urlaubs- oder Hobbyfotografie. Genau wie bei der waagerechten Aufteilung kannst du nun dein Bild dieses Mal senkrecht dritteln und das Hauptmotiv auf einer der Schnittstellen platzieren. Blende die Gitter-Funktion deiner Kamera ein und orientiere dich an der vorgebenden Aufteilung. Solltest du eine grobe Vorstellung haben was der Goldene Schnitt ist, so sei dir gesagt, dass dieser mit einem Motiv im zentralen Mittelpunkt des Bildes nicht möglich ist. Teilst du dein Bild richtig auf, wird es spannend und dynamisch.
 

6. Schärfe

Schärfe

Wie auch schon bei Vorder-, Mittel- und Hintergrund beschrieben, setzt du, wenn du mit Schärfe arbeitest, die Priorität auf die vordere oder hintere Ebene. Die meisten Smartphones setzten automatische Tiefenschärfe, indem du mit deinem Finger das Objekt auswählst, das scharf sein soll. Doch anders als bei der Landschaftsaufnahmen konzentrierst du dich explizit auf das scharf gestellte Objekt, wobei der unscharfe Hintergrund nur noch dazu dient um dies zu unterstreichen. Da das menschliche Auge genau so funktioniert und nur Vorder- oder Hintergrund scharf stellt, machen deine Bilder einen sehr ästhetischen und realistischen Eindruck. Dies kommt aber erst bei Nahaufnahmen gut zur Geltung und wird glatt dein Weltbild auf den Kopf stellen, wenn du dies zum ersten Mal in deinen Bildern anwendest.
 

7. Erzähle eine Geschichte

Erzähle eine Geschichte

Geschichten in Bildern zu transportieren kann leicht fallen aber auch zur einer Herausforderung werden. Fotos, die dies schaffen, regen den Betrachter dazu an, sich Gedanken über das Bild zu machen. Man nehme zum Beispiel einen ausgesteckten Arm auf dessen Hand ein Greifvogel landet. Da es sich um eine Nahaufnahme handelt, können wir weder den Hintergrund noch die Person erkennen. Der Betrachter fragt sich im ersten Moment sicher, ob es ein Falke oder ein Bussard sei und danach wer diesen Handschuh trägt. Ist es ein Mann oder eine Frau? Wo sind wir hier und handelt es sich um eine Flugshow und wie geht es dem Tier jetzt? Alles Fragen, die eine Geschichte im Kopf des Betrachters erzählen, was ihn in den meisten Fällen, insofern das Bild gut aussieht, sehr fasziniert.

 

Wenn du diese Techniken in deine Erfahrungen miteinbeziehst, wirst du sicher noch bessere Bilder machen können. Wenn du dies verinnerlicht hast, kannst du dir im nächsten Schritt weiteres Wissen aneignen. Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten deine Bilder faszinierender zu machen. Zum Beispiel kannst du mit Fluchtlinien, Vogel-, Frosch,- und Bedeutungsperspektive arbeiten oder lernst wie man statische Objekte mit vertikaler und horizontaler Anordnung natürlicher aussehen lässt.

 

5 Attribute, um ein technisch perfektes Foto zu schießen

Jeder Fotograf weiß darum und jeder Fotograf setzt gerne mal einen Punkt dazu oder zieht einen ab. Dennoch kannst du anhand der folgenden Attribute jedes Foto bis zum Maximum ausreizen wenn du so viele wie möglich in einem Bild vereinst.
 

#1: Ausschnitt

Um den besten Bildausschnitt zu wählen hilft das Können, den Horizont und die Anordnung des Motivs richtig zu setzen. Es kommt auch oft vor, dass eine zierliche Frau neben der dicken Betonwand aussieht als hätte sie keinen Platz innerhalb des Fotos. Wer weiß, wie er seine Motive intelligent anordnet, der findet meistens den passenden Ausschnitt.
 

#2: Belichtung

Belichtung ist das A und O in einem Bild. Zu viel oder zu wenig Licht lassen Bildinformationen verschwinden und vermitteln dazu noch eine falsche Stimmung.
 

#3: Schärfe

Ist das hübsche Gesicht deiner Freundin auf jedem Urlaubsbild unscharf, solltest du lieber die Kamera abgeben und wieder mit Haare flechten weitermachen. Schärfe ist eine Grundvoraussetzung und kann wie jedes dieser Attribute so übertrieben perfekt ausgeführt werden, dass es … ja, dein Weltbild auf den Kopf stellt.
 

#4: Kontrast

Der Kontrast ist nicht nur dazu da um die Muskeln im Spiel besser aussehen zu lassen. Es gibt auch einen perfekten Kontrast für dein Bild. Glücklicherweise lässt sich dieses Attribut noch am leichtesten in Lightroom bearbeiten. Trotzdem solltest du die richtigen Einstellungen in deiner Kamera haben und immer auf den Lichteinfall achten.
 

#5: Perspektive

Die Perspektive beschreibt in der Fotografie von welchem Standpunkt aus du dein Bild gemacht hast. Den perfekten Standpunkt auszumachen bedarf allerdings Erfahrung. Es gibt drei Hauptperspektiven, die da wären:

Normalperspektive – ist auf unmittelbarer Augenhöhe des Objekts und agiert auf demselben Level.

Vogelperspektive – ist von oben fotografiert und lässt das Objekt unbedeutend wirken.

Froschperspektive – ist unterhalb des Objektes und lässt es erhaben oder kolossal wirken.
 

Befolgst du die sieben „Goldenen Regeln“ und versuchst auf die technischen Aspekte der Bild-Komposition zu achten, sollten deine Fotos eine hohe Wertsteigerung erfahren. Du kannst uns gerne deine Fortschritte mit dem #Ajoure_Fotoguide auf Instagram und Facebook zeigen. Viel Spaß.
 

Fotos: SuperStock; joeyful; Jose A. Bernat Bacete; Hero Images; Michael M?ller / EyeEm; Michael Peichl / EyeEm; Maskot; Travel Ink; Buero Monaco; RapidEye; Guido Mieth; kuritafsheen / Getty Images



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