Deepfakes mit FakeApp – Videobearbeitung Deluxe

        FakeApp    

Was würdest du davon halten, wenn wir dein Gesicht nehmen und es auf jeden Körper dieser Welt setzen? Wohl großen Abstand. Aber genau das ist mit der FakeApp möglich. Eine künstliche Intelligenz erschafft verfälschte Bilder und Videos. Das sind die sogenannten Deepfakes. Dabei kommen verschiedene Technologien aus Bild- und Videobearbeitung zum Einsatz. Wir zeigen dir, wozu Deepfakes alles verwendet werden kann und wie du sie selbst nutzt.

Moralisch?

Der rechtmäßig und demokratisch gewählte Kanzler Palpatine aka Der Imperator würde sagen: „Do It“. Solange du niemanden dabei schadest, gönne dir ruhig den Spaß mit der App. Wir unterstützen allerdings keine Schlechtmache jeglicher Personen. Deepfakes wurden nämlich schon eingesetzt, um Politiker ins falsche Licht zu rücken. Das uns bekannteste Beispiel ist #varoufake vom NEO Magazin Royale, was allerdings im Endeffekt aufgeklärt und eine riesen Panne für Günther Jauch wurde.

Du willst das Gesicht des argentinischen Präsidenten Mauricio Macri durch das von Adolf Hitler ersetzen? The future is now, old man. Angies richtiges Gesicht steht ihr auch viel besser, als das von Donald Trump. Und wenn du jetzt glaubst, dass wir uns das gerade aus der Nase gezogen haben, dann geh jetzt nicht auf Google.

Deepfakes werden aber auch als Kunst- und Unterhaltungsform angesehen. Neue Kunstwerke zu erschaffen ist ja schließlich ein Leichtes für die Technologie des 21. Jahrhunderts. Oft aber wird sie eher dazu genutzt, um sich über popkulturelle Dinge lustig zu machen.

Der Pornoskandal

FakeApp

Jetzt wird’s für die meisten, vor allem für staatliche Behörden, so richtig interessant. Seit Ende 2017 kursieren diverse Pornovideos in denen, mit Hilfe von Deepfake, Gesichter von Prominenten auf die Darstellerinnen editiert wurden. Die ersten Aufnahmen wurden von einem anonymen Reddit-Nutzer unter dem Pseudonym „Deepfakes“ veröffentlicht.

Der ebenfalls erstellte Subreddit wurde inzwischen von Reddit selbst gesperrt. Unter anderem waren Gal Gadot, Emma Watson, Katy Perry, Taylor Swift und Scarlett Johansson zu sehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob jeder von uns gerne eine dieser Schönheiten morgens neben sich sehen würde und innerlich „YES!“ ruft, sondern, dass hier Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Du selbst möchtest auch nicht öffentlich in einem Porno gepostet werden, oder?

Unserer Meinung nach ist der Besitz von Porno-Deepfakes in einem halben Jahr sowieso verboten, also lade dir den Scheiß erst gar nicht runter. Die „normalen“ Darstellerinnen fühlen sich sonst noch übergangen.

Zum zuhause selber machen

FakeApp

Ende Januar kam jetzt auch die FakeApp raus. Damit kannst du ein Deepfake bei dir am Rechner „drehen“. Fange jetzt aber nicht an, irgendwelche Rachepornos von deiner Ex zu editieren, denn ein zivil- oder strafrechtliches Vorgehen ist, trotz unechter Inhalte, durchaus möglich. Wir raten dir dazu, Deepfakes ausschließlich für künstlerische und nicht schädigende Inhalte zu verwenden.

Zuerst brauchst du etwas Ausgangsmaterial. Das muss ein Video vom Körper und ein Video vom Kopf sein. Beide sollten eine möglichst hohe Auflösung haben, um das Endergebnis so anschaulich wie möglich zu gestalten. Beide Videos werden mit Hilfe der App in Einzelbilder unterteilt. Erstelle einen Ordner mit dem Namen „model“, in dem dann später die fertigen Daten gespeichert werden. Im Reiter „Train“ bestimmst du den Ausgabeordner und legst zwei „extracted“ Ordner als A und B fest. Klicke auf den „Train“-Button, und die App startet die Analyse.

Mit der Q-Taste beendest du das Training, und du kannst nun unter „Create“ die Daten zusammenführen. Lass dir vorab gesagt sein, dass die FakeApp eine sehr hohe Rechenleistung voraussetzt und nicht jeder PC diesen Prozess packt.

 

Fotos: Nuttarpon Johnpardunsat / EyeEm; Patrick Sheandell O’Carroll; Jonathan Kirn / Getty Images

Keine Kommentare

Dein Kommentar dazu Abbrechen

Deine E-mail Adresse wird nicht veröffentlicht.