Der große Smartwatch-Vergleich

        Der große Smartwatch-Vergleich    

Die Smartwatch hat sich zu einem wichtigen Begleiter in der Business- und Sportwelt gemausert. Wir haben die drei wichtigsten Modelle unter die Lupe genommen und klären die Frage, welche Uhr denn nun für wen am besten geeignet ist.

Apple Watch Series 4

Apple Watch Series 4

Ganz frisch, heiß und fettig aus der Ideenschmiede in Cupertino ist die Apple Watch Series 4 im September 2018 erschienen. Sie ist im Moment eines der Top-Modelle des Marktes. Beim Design trennt sich die Meinung des Volkes weiter auseinander, als Deutschland von einer guten WM.

Health

Mit dem neuen watchOS 5 werden diverse neue Möglichkeiten für die Nutzung als Sport-Uhr eröffnet. Beispielsweise kannst du jetzt sogar EKGs mit dem Gerät aufzeichnen und sie praktischerweise im PDF-Format an deinen Arzt schicken. Das eingebaute Gyroskop erkennt, ob du stürzt und kann sogar zwischen stolpern und ausrutschen unterscheiden. Außerdem kann die Uhr Vorhofflimmern erkennen!

Specs

Die Watchfaces sind alle von Apple vorgegeben. Nicht falsch verstehen, denn die sehen alle super aus. Eine Art Appstore für Watchfaces von der Community oder sogar nur von Drittanbieter-Apps gibt es aber leider nicht. Das User-Interface wurde komplett überarbeitet und sieht größtenteils viel besser aus. Es ist aber nicht alles Gold was glänzt, denn der neue App-Ordner sieht unserer Meinung nach unübersichtlicher aus als vorher.

Fun-Fact: Das Flammen-Watchface ist nicht animiert, sondern mit praktischen Effekten gemacht.

Kommen wir zum Display. Der LTPO AMOLED Touchscreen bietet 448 x 368 Pixel bei 326ppi Auflösung auf der großen 44mm Variante. Die kleine 40mm Watch hat zwar die gleiche Auflösung, allerdings nur 394 x 324 Pixel. Das Display fühlt sich dank der schmaleren Kanten größer an, als es eigentlich ist und sieht wirklich gut aus. Es ist mit Saphir-Kristallglas geschützt und auch das Gehäuse ist im Vergleich zur Series 3 etwas dünner geworden.

Mit IP 68 sind sämtliche Komponenten des Geräts auch unter Wasser nicht sofort im Eimer. Apple behauptet, dass bis zu 50 Meter Tauchgang möglich sind. Das Apple S4 Chipset bringt die Performance ein gutes Stück weit nach oben. 16GB interner Speicher sind mehr als genug, um alle relevanten Apps und die obligatorische Jogging-Playlist immer mit dabei zu haben. Das Smartphone kannst du da auch gediegen zu Hause liegen lassen, sofern du dich für eine LTE-Variante entschieden hast. Laut Apple hält der Akku bis zu 18 Stunden lang und das Gerät verwendet eine eSIM. Die Series 4 ist, von der Performance her, die schnellste Uhr unseres Tests.

Sonstiges

Es gibt mal wieder Dinge, die so „Apple“ sind, dass wir uns an den Kopf fassen könnten. Zum Beispiel hat die Uhr kein Sleeptracking. Das ist irgendwie kontraproduktiv, weil sie so stark in den Health-Bereich will. Ein Always-On-Modus wurde ebenfalls nicht programmiert. Mit dem größeren Akku und dem AMOLED-Display wäre das eigentlich gut möglich gewesen. Wir hätten uns wirklich gerne den Google-Assistenten auf die Uhr geholt, denn die Watch leidet unter Siri… Aber auch das geht nicht.

Fazit

Das kleine Modell mit 40mm Displaydurchmesser und GPS kostet dich € 429. Mit 44mm Display werden es € 459. Wenn du jetzt aber noch LTE in der Watch haben möchtest, darfst du jeweils € 100 mehr auf den Tisch legen.

Die Apple Watch Series ist, trotz ihrer kleinen Schönheitsfehler, die aktuell beste Health-Smartwatch. Wir können die Series 4 jedem Sportler ans Herz legen. Sei es hobbymäßig oder professionell. Geschäftsleute sollten von der Uhr absehen, weil das Design einfach nicht passt. Android-User müssen sogar darauf verzichten, weil sich das Gerät nicht mit anderen Smartphones als dem iPhone verbinden kann. Wir sagen: Kauf dir die Apple Watch Series 4 NUR, wenn du  ALLE der folgenden drei Fragen mit einem „Ja“ antworten kannst.

  • Hast du ein iPhone?
  • Bist du ein Fitness-Tracking-Freak?
  • Findest du das Design besser als das der Konkurrenz?

Samsung Galaxy Watch

Samsung Galaxy Watch Modelle
Das neue Powerhouse von Samsung folgt nicht der Gear-Serie, sondern heißt einfach Galaxy Watch. Und Hui, das Ding sieht sexy aus. Das klassische Uhr-Design bleibt. So ist das Gerät sehr gut für die Business-Welt geeignet. Betriebssystem ist das hauseigene „Tizen wearable OS 4.0.“ (Über „Android Wear“ hätten wir uns noch mehr gefreut.)

Health

Alles in allem bietet die Galaxy Watch die meisten Health-Funktionen aller Modelle. Sleeptracking ist hier mit im Paket und dank des großen Akkus auch gut realisierbar. Allerdings gibt es keine wirklichen Vergleichswerte direkt auf der Uhr. Du kriegst also angezeigt, dass du bspw. 4,5 Stunden Tiefschlaf letzte Nacht hattest, aber das war es auch schon. Ist das gut oder ist das schlecht? Die Galaxy Watch sagt es dir nicht.

Auch interessant ist das Stress-Test-Feature. Es ist schön zu wissen, dass Samsung so proaktiv ist und dir Benachrichtigungen schickt, wenn du viel Stress hast. Aber ganz ausgereift ist dieses Gimmick auch nicht. Es gibt in Sachen Stress einfach zu viele Faktoren und nur durch die Herzfrequenz kann die Uhr das nicht immer richtig feststellen. Die Watch kann außerdem bis zu 39 Aktivitäten messen und sechs davon automatisch erkennen. Nach dem Training kriegst du eine Auswertung deiner Daten.

Specs

Sie hat ein Exynos 9110 Chipset und einen Dual-Core 1.15 GHz Prozessor. Das Super AMOLED-Display fasst bei beiden Varianten der Uhr 360 x 360 Pixel bei einer Auflösung von 278ppi. Gorilla Glas DX+ schützt den Bildschirm vor Kratzern und das IP 68 Zertifikat erlaubt es dir, bis zu 50 Meter tauchen zu gehen. 1,5 GB Arbeitsspeicher sorgen für genug Power, um deine Apps schnell zu öffnen. Du kannst das Watchface individuell einstellen und bis zu einem bestimmten Grad sogar selbst zusammenbasteln.

Die große Variante misst 46 mm im Durchmesser und 33 mm für das Hauptdisplay. Außerdem hat das große Modell einen 472 mAh Akku. Die kleinere Galaxy Watch hat einen Durchmesser von 42 mm und ein Hauptdisplay, das 30 mm breit ist. Der Akku fasst hier auch nur 270 mAh. Die Batterie des großen Modells hält bei durchschnittlicher Nutzung die 72 versprochenen Stunden aus. Die 42 mm Galaxy Watch schafft einen Tag und eine Nacht, danach ist aber Schluss. Die Galaxy Watch hat einen Abstrich gegenüber seinem Vorgänger. Sie hat kein MST (Magnetic Secure Transmission). NFC (Near Field Communication) ist aber noch verbaut. Diese beiden Technologien werden zum Bezahlen an Kartenterminals benutzt.

Ein kleines Manko ist der 4 GB interner Speicher. Das reicht zwar für die wichtigsten Apps und deine Lieblingsmusik, ist aber im Vergleich zur Apple Watch etwas knapp bemessen.

Sonstiges

Die drehbare Lünette ist ein super Feature. Du kannst damit in verschiedenen Menüs Einstellungen ändern, wie z.B. einen Timer einstellen oder in einer E-Mail rauf und runter scrollen. Das fühlt sich sehr hochwertig an. Außerdem ist der Finger dabei nicht im Weg. Die kleinen Zähne an der Außenseite der Lünette sind dieses Jahr etwas kleiner als bei der Gear 3. Das wird dir zwar die ersten zwei- oder dreimal auffallen, ist aber nicht weiter tragisch.

Auch etwas unpraktisch ist diese eine Sekunde Verzögerung, die du warten musst, bevor du eine Nachricht ansehen kannst. Vielleicht fällt es dir gar nicht auf, aber wenn es schnell gehen muss, dann ist das etwas nervig. Auch kurios ist, dass kein Timer oder eine Stoppuhr vorinstalliert ist. Das heißt, du musst dir Drittanbieter Apps runterladen. Recht unvorteilhaft bei einer Uhr.

Designtechnisch ist die Galaxy Watch hervorragend für einen Casual-Look, aber auch sehr gut für den Geschäftsmann geeignet. Das Betriebssystem hat keine Probleme damit, sich mit Smartphones zu verbinden, die nicht der Marke Samsung entspringen. Sogar auf dem iPhone klappt das mit der entsprechenden App.

Fazit

Die Galaxy Watch gibt es in der großen Variante ohne LTE für € 329 und mit für € 399. Das kleine Modell ist jeweils € 20 billiger. Eine herkömmliche SIM hat die Galaxy Watch leider nicht. Auch hier hält eine eSIM her. Unserer Meinung nach ist die Samsung Galaxy Watch für die meisten Menschen ideal. Die Uhr sieht super aus, hat viele Health Features und kann sich mit allen Smartphones verbinden. Wir sprechen guten Gewissens für jeden eine Kaufempfehlung aus, der A) kein iPhone hat und B) eine Uhr möchte, die tatsächlich wie eine Uhr aussieht.


Huawei Watch 2

Huawei Watch 2 Modelle
Huawei lässt sich ein Stück vom Smartwatch-Kuchen natürlich nicht entgehen. Die Huawei Watch 2 ist ihr derzeitiges Topmodell auf dem Markt und wurde mehrfach von verschiedenen Magazinen zum besten Wearable 2017 gewählt.

Health

Die Huawei Watch 2 hinkt im Health-Bereich etwas hinter der Konkurrenz her. Du hast deine Standard-Überwachungsfunktionen und Health-Apps, aber es gibt keine krassen Features, wie das Apple EKG oder den Stress-Messer von Samsung. Falls du also ein Tracking-Freak bist, kannst du sofort wieder hochscrollen und dich zwischen Samsung Galaxy Watch und Apple Watch Series 4 entscheiden.

Specs

Das AMOLED-Display hat einen Durchmesser von ca. 30 mm und 390 x 390 Pixel bei einer Auflösung von 326 ppi. Gorilla Glas und ein IP68-Zertifikat sind Standard. Auch der 420 mAh Akku hält seine zwei Tage Laufzeit bei normaler Nutzung aus. Mit 768 MB RAM hat die Uhr den niedrigsten Arbeitsspeicher unserer drei Kontrahenten. Der Snapdragon Wear 2100 gleicht dies allerdings durch seine gute Performance wieder aus. Mit 4 GB internem Speicher hat sie den gleichen Speicher wie die Galaxy Watch. Das „Problem“ mit dem etwas knapp bemessenen Platz für Apps bleibt also.

EINE NORMALE SIM!!! Ja, Huawei hat unsere Gebete erhört und stellt ein Modell mit der Möglichkeit, eine normale SIM Karte zu verwenden zur Verfügung. Die Uhr hat zwar eine IP68-Zertifizierung, allerdings solltest du auf Anraten Huaweis nicht damit schwimmen gehen. Die morgendliche Dusche ist aber kein Problem. Ein Always On Display gibt es auch hier. Besonders freuen wir uns darüber, dass die Uhr mit Android Wear 2 läuft und den Google Assistenten vorinstalliert hat.

Sonstiges

Der Ladeadapter… naja, er ist Schrott. Die Uhr kann auf Grund ihres Gehäuses nicht flach auf dem Tisch liegen. Die Ladestation ist leider viel zu flach. Du kannst die Uhr also nur laden, wenn sie auf der Seite liegt. Sorry Huawei, aber das ist voll Panne. Das Gerät ist sehr leicht und fällt kaum am Handgelenk auf. Sie sieht zwar sehr hoch aus, aber das täuscht auf den ersten Blick.

Die Lünette besteht aus Keramik, ist aber nicht drehbar. Das ist schade, weil du mit deinem Finger auf dem Display wischen musst. Die anderen beiden Watches bieten alternative Features.

Fazit

Die Huawei Watch 2 kostet € 379. Hmmm… Ach Huawei, wir mögen euch ja eigentlich. Eure Smartphones sind spitzenklasse. Aber mit der Smartwatch habt ihr euch ein Eigentor geschossen. Die Huawei Watch 3 braucht auf jeden Fall noch einige Verbesserungen, wenn sie einschlagen soll. Leider können wir dir diese Smartwatch nicht ans Herz legen. Die Konkurrenz ist einfach zu gut.
 

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Fotos: PR / Apple, Samsung, Huawei

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