Bringt die IAA 2015 das Comeback des Cabrios?

        Das Angebot an bezahlbaren Cabrios auf der IAA ist rar.    

„Oben ohne“ im Straßenverkehr war früher chic, ist zwischenzeitlich jedoch aus der Mode gekommen. Doch das muss nicht so bleiben. Gleich sieben neue Cabrio-Modelle präsentieren die Autohersteller dieses Jahr auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt. Doch für einen handfesten Trend fehlen bezahlbare Freiluftfahrzeuge für den Normalverdiener.

Was haben der VW Eos, Opels Tigra Twin, der Wind von Renault und die beiden Peugeot-Modelle 207 CC und 308 CC gemeinsam? Sie alle wurden aus den Fahrzeugflotten ihrer Hersteller gestrichen. Und das aus gutem Grund: Die Verkaufszahlen für Cabrios nehmen seit Jahren ab. Schuld daran ist nicht nur die Wirtschaftskrise. Auch der boomende SUV-Markt drängt Fahrzeuge mit Faltdach oder Stoffmütze ins Abseits. Mit einem Markanteil von gerade einmal zweieinhalb Prozent im Jahr 2014 ist das Cabrio im Grunde in Vergessenheit geraten. Nur eine Handvoll Hersteller hält weiterhin zum Offenfahren. Doch auch diese zielen in erster Linie auf eine gut betuchte Klientel ab.
 

Auf der IAA ziehen vor allem Luxusschlitten blank

Wer sich die Cabrio-Neuheiten auf der IAA 2015 anschaut, weiß vor allem eines: Die kann ich mir nicht leisten. Da wäre zum Beispiel die neue Oben-ohne-S-Klasse von Mercedes, ein Luxus-Viersitzer für schlappe 120.000 Euro. Immerhin das erste S-Klasse Cabrio seit 44 Jahren, doch die Verkäufe des offenen Oberklasse-Fahrzeugs werden entsprechend mager ausfallen. Trend-Potenzial sucht man hier vergeblich. Gleiches gilt für den Rolls Roys Dawn, den Ferrari 488 und den Lamborghini Huracan, die auf der IAA zwar alle drei mit Stoffmütze daherkommen, für den Normalverdiener aber unerschwinglich sind.
 

Bezahlbare Cabrios sind rar

Näher am kleinen Mann zeigt sich Citroën mit der Studie Cactus M Concept, eine Hommage an den legendären Méhari mit einem Pop-up-Zelt als Verdeck, das seine Form auch ohne Gestänge allein durch Druckluft erhält. Gebaut wird das Open-Air-Modell den Entwicklern zufolge jedoch nicht. Und so muss sich der Cabrio-Fan mit kleinem Portemonnaie mit bereits bekannten Modellen wie dem Mazda MX-5, VWs Golf-Cabrio und dem offenen Smart zufriedengeben. Wer es sportlicher mag, kann zudem zum Audi TT Roadster greifen. Doch auch der schlägt in der aktuellen Version mit rund 50.000 Euro zu Buche, sodass für den Normalverdiener höchstens das Vorjahresmodell aus zweiter Hand infrage kommt.

Von einem Cabrio-Trend kann auf der IAA 2015 also keine Rede sein. Wenn das offene Fahrzeug den Massenmarkt zurückerobern soll, müssen die Hersteller mehr Alternativen im Bereich Kompakt- und Mittelklasse bieten.

 

Foto: Flickr IAA 2015 AUDI AG CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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