Mini Countryman – Mini goes Maxi!

26. Dez 2016
Mini Countryman

Zwanzig Zentimeter. Man könnte sie vernachlässigen, gar nicht wahrnehmen. Wäre da nicht der neue Countryman der jetzt zweiten Generation. Bei ihm machen zwanzig Zentimeter mehr Länge aus einem Mini einen Maxi mit entsprechenden Platzverhältnissen. Voll besetzt können fünf Personen das neue Mini-Feeling genießen, das ab Februar 2017 zum Einstiegspreis von 26.500 Euro über die Straßen rollen wird.

Mit dem Countryman verlässt Mini endgültig die Kleinwagensparte zu Gunsten der kompakten SUV-Generation. Auch das Lifestyle-Thema erlebt eine neue Interpretation, ohne an den Grundgenen der Mini-Family zu rütteln.
 

May The Game Begin

Das Spiel um die Länge entscheidet der Countryman für sich – um knapp einen halben Meter gegenüber Mini Dreitürer, Cabrio und dem Kombi-Bruder Clubman. Auf 4,30 Meter ist er gewachsen, jeder Zentimeter mehr kommt dem Innenraum zugute. Unverändert knackig und bullig wirken die Proportionen. Die Änderungen betreffen die ovaler auftretenden Scheinwerfer, die Stoßstange, sowie die Blinker in den Kotflügeln mit ihren pfeilförmigen Gehäusen. Das war’s auch schon mit den Äußerlichkeiten, weniger ist in diesem Falle aber mehr.

Beim Innenraum, so scheint es zunächst, bleibt das bekannte Mini-Design erhalten. Beim zweiten Blick aber fallen die größer dimensionierten Flächen auf, geblieben ist der Drehregler mit der ihm eigenen Touch-Feld-Bedienung. Deutlich in den Fokus des Betrachters fällt hingegen der wuchtige Zentralbildschirm, der sich aufmerksamkeitsgewinnend in der Mittelkonsole platziert hat.
 
Mini Countryman Heck

 

Ein gelungenes Spezialitäten-Menü

Beginnen wir den Reigen gleich mit dem neuen „Country Timer“, der sich die Zeiten merkt, in denen der Countryman offroad unterwegs ist. Eine nett gemeinte Motivation den Maxi-Mini abseits befestigter Straßen zu bewegen.

Ein weiteres Must-have wäre der so genannte „Find Mate“, der Bestandteil des optionalen Online-Paketes ist. Beinhaltet sind verschiedene Tags, die sich beispielsweise am Reisegepäck, dem Schlüsselbund, oder am Handy befestigen lassen und von dort aus ihren jeweiligen Standort ans Auto funken.

Bliebe noch die „Picnic Bench“. Kostenpunkt: 120 Euro für eine Zweier-Sitzbank zur Auflage auf die Kofferraumschwelle. Nach einem Champagner-Picknick für Zwei etwa kann sie praktischerweise bis zum nächsten Einsatz unter dem doppelten Laderaumboden verstaut werden.
 

Aufgalopp der Pferdestärken

Den Anfang des Modellreigens im Februar 2017 machen Countryman Cooper, Cooper D und SD, Spitzenvertreter wird jedoch der Cooper S, der für mindestens 29.900 Euro aus den Showrooms rollt. Man muss kein Hellseher sein, wenn sich auch künftig wieder um die 60 Prozent aller Kunden für den „All4“ genannten Allradantrieb entscheiden, der sich gegen den serienmäßigen Vorderradantrieb durchsetzen dürfte.

Von Haus aus dürfen dabei sechs Gänge per Hand geschaltet werden, nur der SD bringt bereits eine Achtgang-Automatik mit.
 

Cooper SE
 

Auf die Premierenfeier freut sich der neu entwickelte Plug-in-Hybrid namens Cooper SE. Seine umweltschonende Seele stammt vom BMW 225xe, Herzstück ist der Dreizylinder vom Cooper, dem man einen 88 PS starken Elektromotor an der Hinterachse zur Seite stellt. Gemeinsam kommen die beiden modernen Antriebe auf eine Systemleistung von 224 Pferdestärken (165 kW), die ihre Kraft an den Allradantrieb weiterreichen. Rein elektrisch betrieben soll der Countryman eine Reichweite von um die 40 Kilometer schaffen. Gut für das Umweltgewissen ist auch der angestrebte Verbrauch von nur 2,1 Litern Kraftstoff für jeweils 100 Kilometer. Es bleibt abzuwarten was die Praxis zu den Mini-Ankündigungen meint.

Auf der konventionellen Antriebsseite bleibt es bei den bekannten Drei- und Vierzylindern, gestaffelt von 136 und 192 PS für die Benziner sowie 150 und 190 PS für die Diesel-Fraktion.
 

Neue Innenarchitektur für anspruchsvolle Nerds

Man mag das Innenraum-Design zwar leicht verspielt nennen. Aber die Bedienung des Countryman bleibt extrem einfach. Der Motor wird über einen roten Kippschalter zur Arbeitsaufnahme gebeten, für das Navi mit Touchscreen, ein Head-up-Display oder elektrisch verstellbare Sitze müssen allerdings Aufpreise in Kauf genommen werden.

Der rückwärtige Aufenthalt jedoch hält weiterhin praktische Lösungen parat. Das Klappverhältnis der Rücksitzbank etwa bleibt bei 40:20:40, sie lässt sich verschieben und vielfach verstellen, was die Bequemlichkeit auf einem hohen Niveau sicherstellt. Im Kofferraum dürfen künftig maximal 1390 Liter Volumen auf Reisen gehen, die 450 Basisliter reichen für die nächsten Shoppingtouren, erleichtert von der elektrisch bedienbaren Heckklappe.
 
Mini Countryman Rückseite

 

Der „Ich merke mir alles“-Assistent

Im Technokraten-Sprech nennt sich das System „Mini Connected“, gemeint ist damit der Mobilitätsassistent, der pfiffige Lösungen bereithält. Er verarbeitet die aktuelle Verkehrslage und berechnet im Hintergrund möglichst optimale Abfahrtszeiten, um staufrei von A nach B zu kommen. Im digitalen Hinterstübchen speichert er zudem auch oft gefahrene Routen, etwa den Arbeitsweg, um dann bereits vor Fahrtantritt über mögliche Staus oder Verkehrsbehinderungen zu informieren und sich über Ausweichrouten zu profilieren.

Einmal unterwegs, passt der Auffahrwarner auch die korrekten Abstände zum vorausfahrenden Verkehr auf, um im Falle eines Falles die Bremsfunktion zu aktivieren. Dieser praktische Helfer geht übrigens auf das Konto von Mini. Den Driving-Assistant hingegen lässt man sich bezahlen, bietet im Gegenzug einen aktiven Tempomaten, Personenwarnung und die effektive Fernlichtregulierung an.
 

Innovativ leben und innovativ fahren

Natürlich ließe sich der neue Countryman von der Stange kaufen. Wer jedoch das Thema Individualisierung im Blickfeld hat, wird angesichts der Mini-Angebote zustimmend nicken und die Qual der Wahl zum Credo erheben. Das Portfolio wird von zahlreichen Lackierungen bestimmt, verschönert werden können sie von Streifen-Designs, Dächern und Außenspiegeln in Kontrastfarben, beispielsweise „Island Blue metallic“ oder „Chestnut“, was frei übersetzt „Kastanie“ bedeutet. Als Sahnehäubchen hinzu kommen noch zehn verschiedene Felgendesigns, von Haus aus im 16-Zoll-Format. Die 17-Zoll-Größen kosten ebenso Zuschläge, wie die nochmals gesteigerten Felgenmaße auf 19 Zoll.

Auch die Vordersitze sind lernbegabt, merken sich voreingestellte Sitzpositionen, die beim Einsteigen über eine Memory-Funktion abgerufen werden. Individualisierungsmaßnahmen dienen schließlich auch zur Erfüllung der eigenen Komfortansprüche. Bliebe noch die Anhängerkupplung, die über einen abnehmbaren Kugelkopf verfügt und in betriebsbereitem Zustand zwischen 1500 und 1800 Kilogramm an den Haken nehmen darf.
 

Ein kurzes Fazit

Die Zeit war reif für den in allen Belangen größer und besser gewordenen Countryman. Ein dickes Lob gebührt den Deutsch-Briten für die Entscheidung zum Einbau eines Plug-in-Hybriden, ein freches Design und alle Maßnahmen, die dem typischen Mini-Charme eine weitere Krone aufsetzen. Fehlt noch etwas? Ja, die John Cooper Works-Variante. Aber die dürfte nicht allzu lange auf sich warten lassen.

 

 

Fotos: Mini Press



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