Corvette Genovation GXE: 330 km/h auf leisen Sohlen

        Corvette Genovation GXE    

Die neue Elektro-Corvette

Genovation GXE – Supersportler mit Samtpantoffeln?

Elektromobilität steht hoch im Kurs. Jetzt hat es auch die Corvette erwischt: 2019 will der US-Hersteller Genovation eine Elektro-Corvette auf den Markt bringen. Die Sportwagenikone ohne V8-Sound? Ja, dürfen die das denn?
 

Die Corvette, die auf leisen Sohlen kommt

Eine Corvette ohne V8 wäre wie Cheeseburger ohne Käse – so drückte es mein Nachbar aus. Wer die US-Legende schon mal ausführen durfte, wird dem sofort zustimmen. Fakt ist: Wir lieben die temperamentvolle Amerikanerin für ihre unnachahmliche Mischung aus fröhlichem Blubbern, wildem Fauchen und infernalischem Brüllen, die jeden Meter Wegstrecke begleitet. Eine Corvette mit Elektromotor passt da überhaupt nichts in Bild. Oder sind wir zu voreilig?
 

Leistung und Geschwindigkeit zum Abwinken

Dass die Jungs bei Genovation die Corvette lieben, ist unbestreitbar. Wo andere ihre Autos mit einem leisen Elektromotörchen ausstatten, soll die künftige Leisetreterin gleich zwei bekommen. „Das hat sie sich aber auch verdient!“, höre ich die Stimme in meinem Kopf rufen. Fange ich jetzt etwa an, das gut zu finden? Zwei Elektromotoren! Das bringt doch nichts, außer … 670 PS! Gut, damit kann man leben. Ich bin nun etwas versöhnlicher gestimmt. Mal sehen, wie schnell meine liebste Freundin mit dem Knebel im Auspuff fahren soll. Stattliche 330 km/h! Das schafft nicht mal die aktuelle Modellgeneration. „Dafür ist sie herrlich laut“, wirft die Stimme in meinem Kopf ein. Ich denke an das Duell zwischen Arthus und dem Schwarzen Ritter in „Die Ritter der Kokosnuss“ und einige mich auf unentschieden. Dann gehe ich ins Bett und träume abwechselnd von 330 km/h und bösen Marsmenschen, die mir meine Corvette wegnehmen wollen.
 

Corvette Genovation GXE

 

Weniger als 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h

Ein neuer Tag bricht an und ich bestaune die weiteren technischen Daten. Von 0 auf 100 in unter drei Sekunden. Die Stimme in meinem Kopf hat einen schwachen Moment und wünscht sich, das Ding auf der Viertelmeile fahren zu dürfen. Mir geht es nicht anders.

813 Newtonmeter sind auch nicht von schlechten Eltern, obwohl eine Benzin-Vette da noch mehr leisten kann. Dafür gibt es beim Elektroauto den vollen Drehmoment ab der ersten Sekunde. Ich lese dann noch etwas von einem 44-kWh-Akku, was mich aber weniger interessiert. Da ist sie wieder, die Abneigung gegen eine Corvette ohne V8.
 

Wie weit kommt man damit?

Die elektrische Corvette von Genovation soll eine Reichweite von 210 Kilometern haben. Das ist im Vergleich zum Benzinantrieb nicht wirklich viel. Umgekehrt dürfte das im Alltag meistens reichen. Zu Hause angekommen würde ich sie dann an die Steckdose hängen und alles wäre gut. Da wir außerhalb des Hauses keine Steckdosen haben, hätte ich sogar ein Argument, um sie mit ins Haus nehmen zu dürfen.

Bei dem angekündigten Preis von 750.000 Dollar (rund 680.000 Euro) wäre eine größere Haustüre auch nicht mehr teuer. Ob sie Serien auf Netflix mag?
 

Fazit

Die Corvette steht für Tradition. Andererseits war sie oft genug auch als Vorreiter tätig. Ich denke an die Corvette Stingray von 1963, die mit ihrer Einzelradaufhängung einen europäischen Hersteller vorführte, der damals noch starre Hinterachsen ins Sportwägen baute. Nur eines von vielen Beispielen. Da fühlt es sich irgendwie richtig an, dass „Miss Donnergrollen“ nun den nächsten Schritt in der Antriebstechnik einläuten soll. Jetzt freue ich mich sogar darauf. Wobei der Preis mein Budget übersteigen dürfte. Aber Chevrolet hat sich ja bereits die Bezeichnung „E-Ray“ sichern lassen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

 

 

Foto: Genovation Press



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