Die Apple Keynote zum Jubiläum: Ein Satz mit X

        Satz mit X    


Apple hat es schon wieder getan: Sie haben sich bei ihrer Keynote auf die Bühne gestellt und versucht, ihre neu entwickelten Produkte mit Emotionen an uns zu verkaufen, um zu verstecken, dass die eigentliche Innovation ausbleibt. Aber diesmal ging es uns zu weit. Die neuen iPhones 8 wirken wie ein liebloses Überbleibsel, welches nur entwickelt wurde, damit es von denjenigen gekauft wird, die sich das iPhone X nicht leisten können. Doch auch das iPhone X hat weniger Neuerungen, als wir uns bei dem Jubiläums-iPhone gewünscht hätten, dabei wirkt es so, als wäre alles andere für das iPhone Zehn vernachlässigt worden.

Dass es an Neuerungen und wahren Highlights fehlt, wird nur zu deutlich, als Emojis als Highlight eingestuft werden und das Apple-Team insgesamt länger als zehn Minuten über solche Kleinigkeiten berichtet. Warum wir so enttäuscht sind und was wirklich hinter den unglaublichen Neuheiten von Apple steckt, erfährst du von uns.

 

iPhone 8 und 8 Plus

 
Satz mit X

Bei der Apple Keynote vom 12. September nahm das iPhone X die Rolle des Lieblingskindes ein, und das iPhone 8 hätte dann wohl die Rolle des ungewollten Kindes, um das sich niemand kümmern möchte. Selbst beim Kollegen von Tim Cook kam es uns so vor, als wolle er die Präsentation über die beiden achter Varianten des iPhones schnell hinter sich bringen, damit er endlich über das iPhone X sprechen kann. Vielleicht war es ihm aber auch unangenehm, wie wenig Neuerungen es bei dem neuen iPhone 8 und 8 Plus wirklich gibt. Wenn wir aufzählen, was auf der Keynote als Neuigkeit vorgestellt wurde, wird das nur zu deutlich.

Zum einen orientiert sich das iPhone 8 designtechnisch an dem Vorgänger, also dem iPhone 7, die einzige Neuheit ist die Verwendung von Glas auf der Rückseite, anstelle von Aluminium. Dies ermöglicht das kabellose Laden, und was für Samsung-Nutzer schon seit länger als einem Jahr Alltag ist, wird Apple-Anhängern als große Innovation verkauft. Wie jedes Jahr wurde natürlich die Hardware verbessert. Es gibt einen neuen Prozessor und eine bessere GPU, die für ein schnelleres und besser auflösendes iPhone sorgen sollen. Außerdem kommt noch ein neues Retina-Display und neue Lautsprecher hinzu. Die eingebaute Kamera ist gut, aber nicht neu, die technischen Daten der Kamera im iPhone 8 sind identisch zu denen des iPhone 7, genau das Gleiche gilt auch für die Plus-Varianten. Wenn man die technischen Daten betrachtet, ist das neue iPhone 8 also wirklich besser als das iPhone 7. Bleibt nur die Frage, ob diese Änderungen 799 Euro wert sind, und das für die kleinste Ausführung des iPhone 8.

 

Apple Watch Series 3

 
Satz mit X

Bei den Apple Watches handelt es sich wohl um das einzige Produkt, welches am Dienstag vorgestellt wurde, bei dem wir nicht enttäuscht waren. Denn sie haben nicht nur einen 70 Prozent schnelleren Prozessor bekommen und sind nun wasserdicht und dadurch auch fürs Schwimmtraining geeignet. Hinzu kommt noch das integrierte LTE-Modul, welches die Apple Watch unabhängig vom Smartphone macht. Bei voller Benutzung soll der Akku 18 Stunden halten, das ist ok, es gibt allerdings auch schon Smartwatches mit einer Akkulaufzeit von bis zu 5 Tagen. Die neue selbständige Uhr ist in der Lage, Musik herunterzuladen und über Bluetooth-Kopfhörer abzuspielen, Nachrichten zu versenden, und sogar die Benutzung von Siri kann ohne das Smartphone realisiert werden. Das Design bleibt gleich, es sind lediglich zwei neue Farben und neue Armbänder hinzugekommen. Die Uhren können ab dem 15. September bestellt werden, die LTE-Variante kostet stolze 399 US-Dollar, die herkömmliche Uhr ohne Internetzugang schlägt mit 249 Dollar zu Buche.

 

Das iPhone X – Das war wohl nix

 
Satz mit X

Natürlich kommt das lang erwartete Jubiläums-iPhone mit einigen Neuerungen daher, allerdings hat es unsere Erwartungen nicht im Geringsten erfüllt, denn viele Innovationen haben wir bei anderen Smartphone-Herstellern schon gesehen. Apple rühmt sich gerne, die besten Smartphones zu präsentieren und schraubt somit unsere Erwartungen hoch, dann liegt es an ihnen, diese Erwartungen auch zu erfüllen.

Wie schon erwartet hat man beim neuen iPhone X auf den Home-Button verzichtet, um das rahmenlose Design zu ermöglichen, wie wir es schon von Samsung, LG und Xiaomi Mi gesehen haben. Das Display ist neu, da Apple zum ersten Mal auf ein OLED-Display setzt. Auch die Auflösung von 2.436 x 1.125 Pixeln lässt nicht zu wünschen übrig. An der Oberseite des Randes ragt ein schwarzer Ausschnitt in den Bildschirm hinein, der Platz für die Selfie-Kamera, Lautsprecher und einige Sensoren schafft. Da der Home-Button verschwunden ist, erfolgt der Großteil der Bedienung nun über das Display und durch Gesten.

Eine Innovation, die uns wirklich zusagt, ist die 3D-Gesichtserkennung, mit der man nun sein iPhone entsperrt. Dank Infrarotsensoren soll dies auch in der Dunkelheit problemlos funktionieren. Das Coole an dieser Technologie ist, dass die Kamera in der Lage ist, räumliche Objekte zu erkennen. Mit dieser Technik kann man auch Emojis dreidimensional an sein Gesicht anpassen, dass diese Spielerei allerdings zehn Minuten auf der Apple Keynote erklärt werden muss, hat uns doch überrascht.

Natürlich wurde auch beim iPhone X eine neue Kamera eingebaut, allerdings ist ihre Ausrichtung der größte Unterschied, den wir zwischen der Kamera des iPhone 8 Plus und des iPhone X feststellen können. Bei dem Jubiläums-iPhone ist die Kamera nämlich vertikal angebracht. Selbstverständlich handelt es sich um die gleiche Dual-Kamera Technik, die wir schon vom iPhone 7 Plus und dem iPhone 8 Plus kennen. Das iPhone X ist natürlich auch induktiv aufladbar und hat deswegen, wie schon das iPhone 8, eine Rückseite aus Glas.

Apple Keynote September 2017 Livestream

 
Ein Blick auf die technischen Daten verrät, dass Apple sich wenigstens in diesem Bereich einige Gedanken gemacht hat. Ein neuer Prozessor soll für ein schnelleres Smartphone sorgen, außerdem soll der eingebaute A11-Bionic-Prozessor stromsparender sein als seine Vorgänger. Die neue GPU und der Prozessor sollen ebenfalls gut für AR-Inhalte funktionieren. Beim Arbeitsspeicher hat sich seit dem iPhone 7 Plus leider nichts getan, du musst immer noch mit drei Gigabyte RAM auskommen.

Das kleinste Gerät mit 64 Gigabyte wird stolze 1.149 Euro kosten, die größte Variante mit 256 Gigabyte schlägt mit ganzen 1.319 Euro zu Buche. Wir finden, dass solch ein Preis für das Jubiläums-Smartphone auf keinen Fall gerechtfertigt ist. Kamera und Prozessor werden von Apple für jedes neue iPhone erneuert und die anderen Neuerungen sind vielleicht für Apple-Nutzer neu, allerdings nicht für die Welt der Smartphones. Für dieses Geld kannst du dir ein gutes Macbook kaufen, was wir dir auch empfehlen würden, denn wir haben bei dem iPhone X das Gefühl, dass man ein gutes Stück weit nur den Namen des Jubiläums-iPhones bezahlt.

Alles in allem war die Apple Keynote also mehr als enttäuschend. Apple stellt sich schon seit ein paar Jahren mit beeindruckenden Präsentationen auf die Bühne und will uns Innovationen, die sie von anderen Herstellern übernommen haben, als ihre eigenen verkaufen. Auch diesmal haben uns wirkliche Innovationen gefehlt, vor allem bei einem iPhone, auf das wir schon sehr gespannt waren. Bei Apple hat man schon immer viel für den Namen mitbezahlt, diesmal erscheint uns der Name eines Apfels allerdings definitiv zu teuer.

 

Fotos: Apple Presse



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