Apple Keynote 2018 – Der Geldbeutel heult

        Apple Keynote 2018    

Stichtag 12.09. – Apple Keynote. Wir haben so lange auf diesen Tag gewartet. Im Steve Jobs Theater ging es mal wieder, live vor hunderten Influencern und professionellen Jublern, zur Sache. Nach einer zweiminütigen Mission Impossible Produktion (bei Apple weiß man schließlich noch, wo sein Geld bleibt) kommt er auf die Bühne. Der Verkünder der langersehnten Antworten – Tim „It´s woooonderful“ Cook.

Apple Watch Series 4

Um die Spannung hochzutreiben, beginnt die Keynote natürlich nicht mit dem iPhone, sondern mit der neuen Apple Watch Series 4.
Die neue Apple Watch steigt mit der 40 Millimeter Variante bei starken € 429 für das kleinste Modell ein – ohne Cellular. Das 4 Millimeter größere Modell mit Cellular lässt deinen Geldbeutel für € 559 ausbluten. Aber was kann das „nächste Level“ der modernen Uhren sonst noch alles?

Das User-Interface wurde neugestaltet. So kannst du jetzt auf deinen Watchfaces bis zu 8 Widgets platzieren. Beispielsweise ein Watchface nur mit Fitness-Apps. Der 64bit Dual Core S4 Chipsatz sorgt, das muss man ganz ehrlich zugeben, für eine beachtliche Leistung. Zum Akku wurde zwar keine mAh-Zahl gesagt, aber angeblich hält er 18 Stunden. Das ist zweifelhaft aber ok, wir lassen uns gerne überraschen.

Die Krone an der Seite der Watch hat jetzt ein haptisches Feedback. Dadurch wird das Scrollen etwas angenehmer und auch genauer. Der große rote Punkt auf der Krone ist durch einen roten Kreis ersetzt worden. Jetzt kannst du zwar nicht mehr ganz so stark auf dicke Hose mit dem Cellular Modell machen, dafür sieht es aber wirklich besser aus.

Der neue Lautsprecher hat nicht nur eine andere Position in der Watch bekommen, sondern ist jetzt auch 50% lauter. Das ist vor allem beim Telefonieren sehr praktisch. Bis jetzt durfte man sich nämlich immer wie Michael Knight fühlen, wenn er sich mit seinem Auto K.I.T.T. unterhielt. Das Mikrofon ist jetzt am entgegengesetzten Ende des Geräts. So werden Echos verhindert. Auch das ist eine dieser Änderungen, die die Lebensqualität mit der Uhr etwas verbessert.

Der Health-Aspekt steht dieses Jahr wieder einmal besonders stark im Fokus der Uhr. Sie hat ein eingebautes Gyroskop und erkennt, ob du stürzt. Das Gerät kann sogar zwischen stolpern und ausrutschen unterscheiden. Wenn du einen schweren Sturz hast, fragt dich die Uhr, ob alles in Ordnung ist. Falls du dich nach so einem schweren Sturz für eine Minute lang nicht bewegst, sendet die Uhr automatisch einen Notruf ab.

Der Sensor auf der Unterseite misst ab sofort auch nicht mehr nur den Herzschlag. Er kann jetzt Vorhofflimmern erkennen, ein EKG erstellen und das alles in einer handlichen PDF an deinen Arzt rauslassen. Das alles ist FDA-konform (Food and Drug Administration) und kann auf dem freien Markt verkauft werden. Einzigartig in diesem Segment. Chapeau, Apple!

Watch OS5 überrascht mit jeder Menge Neuheiten und hat uns wirklich überzeugt. Die Uhr gibt es in Silber, Gold und Spacegrey. Es gibt wieder eine Kooperation mit Nike für exklusive Watchfaces. Zum Abschluss aber (leider) doch etwas Negatives. Das Design. Die Watch Series 4 sieht eben immer noch wie eine Spielzeuguhr aus. Ein richtiger Businessman sollte zu den Modellen von Samsung greifen. Die Uhr wird ab 21. September verkauft.

iPhone XS und XS Max

Der Name für das neue iPhone kam für uns etwas überraschend. XS heißt ja eigentlich so viel wie „extra small“. Aber egal, Apple ist da etwas eigen. In Gold, Silber und Spacegrey wird das Gerät ab dem 14. September vorbestellbar sein. Mit IP68 ist das Gerät auf einem hohen Stand, was die Resistenz gegen Einflüsse von außen angeht.

Das iPhone besitzt ein Super-AMOLED-Display, welches 5.8 Zoll in der Diagonale misst. 16 Millionen Farben sind kein Problem. Eine Bildschirmauflösung von 1125 x 2436 Pixeln bei 458ppi ist schon wirklich gut. Das XS hat eine Screen-to-Body-Ratio von 19.5:9. Nun gibt es aber auch das XS Max. Dieses hat das größte bisher verbaute Smartphone-Display der Welt mit 6.5 Zoll. Die Auflösung ist mit 1242 x 2688 Pixel ebenfalls höher. Es bleibt aber bei 458ppi und dem 19.5:9 Verhältnis.

Das kleinste verfügbare Modell, also das XS mit 64 GB, steigt bei 1149€ ein. Das teuerste Modell, also das XS Max mit 512 GB internem Speicher, liegt bei soliden 1649€ (WTF!). Damit hat Apple mit großem Abstand die teuersten Flaggschiff-Modelle des aktuellen Marktes. Für beide Modelle gibt es aber noch eine Variante mit 256 GB Speicher.
Preis: XS € 1.319; XS MAX € 1.419.

Aber jetzt mal Hosen runter: Was kann das Teil? Die umstrittene Notch sieht genauso wie die des X aus. Es ist auch die gleiche Technik verbaut. Es gibt Stereo-Lautsprecher, Face ID, und HDR 10 Fotos. Das Gerät kommt mit einer 12 MP Dualkamera daher. Eine davon als Weitwinkel mit f/1.8 Blende, die andere als Teleobjektiv mit f/2.4 Blende. Die Frontkamera hat 7 MP und eine f/2.2 Blende. In der Front sind aber noch eine IR-Kamera und ein Dot-Projektor mit eingebaut. Der Sensor ist jetzt angeblich doppelt so schnell.

Der A12 Bionic Prozessor leistet seinen Anteil daran. Er ist ein sieben Nanometer Chip mit 4Core GPU 6Core CPU und 8Core Neural Engine. Diese drei Bauteile ermöglichen dem Gerät eine intelligente Aufteilung der Apps. So können Prozesse auf eine optimale Art und Weise ausgeführt werden. Der Chipsatz schafft laut eigener Aussage ca. fünf Millionen Operationen auf einmal. (Wir zählen immer noch…)

Leider wurde nicht gesagt, wie stark der Akku ist. Nur, dass er besser sein soll, als der des X von letztem Jahr. Beide Modelle haben 4 GB Arbeitsspeicher und die gleiche Kamera. Die neuen Siri Shortcuts erleichtern die Suche nach Apps, Fotos und vielem mehr nur marginal. Wirkliche Neuerungen oder eine Verbesserung der Unterhaltungsqualität, gibt es nicht.

Durch Core ML wird es Entwicklern ermöglicht, leistungsstärkere Spiele auf den Markt zu bringen. Zum Beispiel wurde das neue Smartphone-Spiel von Bethesda vorgestellt. Auch AR-Apps sollen eine große Rolle spielen. Apple gibt uns nun auch (endlich) die Möglichkeit, Dual SIM zu benutzen (Willkommen im Jahr 2018, Apple!). Einen SD-Kartenslot gibt es aber leider immer noch nicht.

One More iPhone, Tim.

Bei dem diesjährigen „One More Thing“ hat Apple ein wenig bei Huawei abgeguckt. Damit meinen wir nicht das Gerät, sondern die Art und Weise, wie die Geräte auf den Markt gebracht werden. Hier ein Beispiel anhand der P9-Serie: Das normale P9 und das P9 Plus haben beide einen USB-C-Ladeport. Das Lite-Modell allerdings hat noch einen Micro-USB-Anschluss. Das gleiche Prinzip hat Apple nun auf ihrem iPhone XR angewendet. Theoretisch kannst du es auch XS Lite nennen. Es hat einen LCD-Screen, nur eine 12 MP Hauptkamera, nur 3 GB Arbeitsspeicher und eine IP67 Wertung. In den Farben Weiß, Schwarz, Blau, Gelb, Koralle und (Product) Red hat es gegenüber der XS-Reihe aber doch einen optischen Vorteil.

iPhone XR

Das Display ist 6.1 Zoll groß, hat eine Auflösung von 828 x 1792 Pixel bei 326ppi und einem Verhältnis von 19.5:9. Die Selfie-Kamera bleibt die gleiche. Zum Akku wurde ebenfalls nichts gesagt. Der interne Speicher ist mit 64 GB, 128 GB und 256 GB auf drei Modelle bemessen. Die billigste Variante kostet € 849. Das teuerste Modell schlägt mit € 1019 zu Buche. Auf iOS 12 darfst du dich aber trotzdem freuen.

Zusammengefasst:

Nächste Keynote wird besser. Die Apple Watch hat uns mit den Health-Features überzeugen können. Sie ist super für Hobbysportler, aber auch professionelle Athleten können etwas mit der Uhr anfangen. Für den Geschäftsmann ist sie eventuell, begründet durch die Optik, aber vielleicht nicht wirklich geeignet. Hier hat Samsung und Co definitiv die Nase so weit vorne, dass Apple schwindlig werden sollte. Der Preis ist sehr optimistisch angesetzt, aber wir sind es von Apple ja mittlerweile nicht anders gewohnt.

Das iPhone XS und das XS Max können zwar mit soliden Specs punkten, jedoch bieten sie in Sachen Fotografie der Konkurrenz keinen Kopf-an-Kopf Wettbewerb mehr. Das Nötige „Kleingeld“, um sich so ein Gerät zu leisten, ist unserer Meinung nach ungerechtfertigt. Wir können mit absoluter Sicherheit sagen, dass das iPhone XS Max nicht doppelt so gut, geschweige denn doppelt so viel Wert ist, wie das Huawei P20 Pro oder das Samsung Note 8. Warte am besten ein halbes bis dreiviertel Jahr und hol es dir zu einem, für dich angemessenen Preis. Oder warte dann einfach auf die nächste Enttäuschung im kommenden September.

Das iPhone XR… Trump würde sagen: „Sounds good, doesn’t work.“ Apple hat sich bei der Vorstellung klug angestellt und es nicht XS Lite genannt. Aber Hand aufs Herz. Es ist ein XS Lite. Unsere Empfehlung: komplett ignorieren. Rede dir nicht ein, dass es ein Einsteigermodell ist. Du kommst besser damit weg, wenn du entweder auf eines der größeren Modell sparst oder von einem anderen Anbieter profitierst.

Fazit:

Wir mögen Apple sehr, müssen mittlerweile aber verstehen, dass Samsung und Huawei berechtigterweise Apple den Rang abgelaufen haben. Aktuell steht Samsung international auf Platz 1, Huawei auf 2 und Apple dahinter auf Platz 3. Bei Apples Konkurrenten passen die Preise und Leistungen in Kombination mit Innovationen deutlich besser zusammen.

 

Fotos: Apple Keynote Screenshots; PR / Apple

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