BENOBY – „Mein Fünftes Element.“

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Die Sonne ist schon lange untergegangen, als wir uns mit Benoby in einem kleinen Berliner Restaurant treffen und über Zukunft, Talent und Wünsche reden. Benoby, ein Newcomer, dessen Album „Mein Fünftes Element“ am 23. Februar auf den Markt kommt und worauf bereits jetzt schon viele Leute sehnsüchtig warten. Der studierte Physiotherapeut, der schon immer all sein Geld für Musikinstrumente und ein eigenes Tonstudio ausgab, ist die neue Konkurrenz zu Tim Bendzko, Andreas Bourani und Co und überzeugt bereits in seinen ersten Strophen mit unglaublichem Talent. Er selbst: Bodenständig, sympathisch und so humorvoll, wie wir es nur selten erleben durften. Kleinigkeiten, wie die Tatsache, dass er Grace Capristo Klavierspielen beibringt, erwähnt er nur am Rande. Ebenso, dass er sich das Spielen sämtlicher Instrumente mehr oder weniger selbst beibringen musste, da er sich mit dem Klavier- oder Gitarrenlehrer immer in die Haare kriegte. Nichts ging ihm schnell genug und man versuchte ihn zu bremsen. Doch „Bremsen“ war noch nie eine Option für Benoby. Aus diesem Grund steuert er mit Vollgas auf sein erstes Album zu.

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Ajouré: Ab wann war für dich klar, dass du in die Musik-Branche möchtest?

Benoby: Eigentlich erst sehr spät. Genau genommen erst vor zweieinhalb Jahren, als ich Jochen Schuster kennengelernt habe. Ich habe zwar vorher schon gesungen, aber ich habe es nie darauf angelegt, Musiker zu werden. Das war mehr ein Hobby für mich. Dann sind privat einige Dinge vorgefallen, und dadurch habe ich wieder angefangen, Musik zu machen. Da ich für mich selbst immer schon einmal eine eigene EP aufnehmen wollte, habe ich bei einem Produzenten in München angefragt. Tatsächlich wurde diese EP ganz gut, und so dachten wir damals, dass wir den Song einfach mal rumschicken sollten. Dann kam Jochen zu meinem Produzenten ins Studio und hat die EP in die Hand gedrückt bekommen. Er fand die EP und meine Stimme krass und wollte mich daraufhin kennenlernen. Ich habe ihn in Berlin besucht und rund eineinhalb Jahre später sitze ich hier. Dann kamen einige Stunden beim Vocal-Coach dazu und ebenso eine kleine Tour.

Ajouré: Zu deinem Song „Mein Fünftes Element“ ist der Anlass gewesen, dass du alle schönen Elemente, die du in deiner Beziehung hattest, nach der Trennung mitnehmen wolltest. Hat das geklappt?

Benoby: Ja, mal so mal so. Man ist natürlich schon manchmal auch sauer, wenn man merkt, was übriggeblieben ist. Mit meiner letzten Exfreundin, die ganz nebenbei eine Katastrophe war, habe ich zum Beispiel einen Hund gekauft, einen Labrador. Er ist für mich tatsächlich der beste Typ und etwas sehr Schönes, das ich aus dieser Beziehung mitnehmen konnte.

Ajouré: Man sagt aktuell über dich, dass du die neueste und stärkste Konkurrenz zu Bendzko, Bourani und Co sein sollst. Wie findest du solche Aussagen und wie schätzt das selbst ein?

Benoby: Uuuuh, schwierige Frage. Konkurrenz bin ich mit Sicherheit und die vor allem auch für mich, da wir alle das selbe Genre bedienen und die Charts am Ende entscheiden, ob ich für Labels relevant bleibe oder nicht. Für mich persönlich ist das relativ unwichtig, denn ich denke, jeder soll machen, was er gerne möchte, und ich mach immer so mein Ding. Aber wir stehen halt in der Öffentlichkeit und werden daran gemessen. Und diese Challenge nehme ich gerne an.

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Ajouré: Dein neues Album „Mein Fünftes Element“ geht am 23. Februar an den Start. Wie aufgeregt bist du? Was bedeutet dir dieses Release?

Benoby: Ich bin sehr aufgeregt. Allerdings nicht wegen der Verkäufe, sondern einfach nur, ob alles passt und wie die Stimmung danach wird. Ob die Leute das gut annehmen und gut finden oder ob sie sagen: „Nein, kennen wir schon.“ Hier liegt mein Herzblut drin, und darum ist dieses Album alles für mich. Ich habe auch meinem Manager gesagt, dass egal was die Charts bringen, ich finde, dass dieses Album der Hammer ist, selbst dann, wenn es kommerziell nicht erfolgreich werden sollte. Aber in Spoitfy wurde „Mein Fünftes Element“ zum Beispiel schon über 500.000 Mal angehört, das freut mich und macht natürlich auch etwas Hoffnung.

Ajouré: Das Leben hat nicht immer nur Positives im Gepäck. Wie schaffst du es, dass du trotz negativen Erfahrungen so positiv bist?

Benoby: Konzentriere dich auf das, was dich glücklich macht und versuche alles andere auszublenden. Man muss versuchen, die Menschen, die dich stören von denen, die dich glücklich machen zu trennen und nur mit den positiven Leuten Zeit zu verbringen. Niemand braucht Menschen in seiner Umgebung, die einen herunterziehen und bremsen. Selbst dann, wenn es Freunde von früher sind, die sich einfach in eine andere Richtung entwickelt haben.

Ajouré: Du und Grace Capristo – auf was dürfen wir uns freuen?

Benoby: Also ich hoffe doch, dass wir uns auf viele Projekte freuen dürfen. Wir haben jetzt auch viel für ihr Album geschrieben. Und auch Grace habe ich über Jochen kennengelernt, der unser beider Manager ist. Nach dem ersten gemeinsamen Song haben wir uns extrem gut verstanden und dann bot sie von sich aus an, mir zu helfen. Und heute sind wir ganz gut befreundet.

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Ajouré: Jetzt, wo es für dich richtig losgeht, haben sich da schon Träume erfüllt? Und welcher Traum fehlt noch?

Benoby: Eine eigene Tour durch alle Städte Deutschlands, wo einige Leute kommen und alle Lieder mitsingen, die ich so singe. Das wäre das Größte für mich. Das gab es so ähnlich jetzt schon bei der Adel Tawil Tour, dass Leute meine EP kannten und in den ersten drei bis vier Reihen mitgesungen haben. Das war ein krasses Gefühl mit viel Gänsehaut. Und um mehr Menschen erreichen zu können, mache ich auch einiges über YouTube und Instagram Lifestream und freue mich hier immer über Resonanz. Man muss halt versuchen, sich auf diesem Markt durchzusetzen.

Ajouré: Hast du bestimmtes Ritual, das du durchführst um schreiben zu können, beziehungsweise um dich in die emotionale Verfassung zu bringen, auf Anhieb kreativ sein zu können?

Benoby: Ja. Ich gehe ins Wohnzimmer, schließe alle Gardinen, mache das Licht aus und spiele Klavier. Ich schreibe nicht vorher, denn ich komme tatsächlich vom Freestyle, und so schreibe ich auch. Ich singe, spiele Melodien und texte dann. Ich versuche dann die Emotionen aus den Akkorden in Worte zu fassen, die Strophen schon vorher immer zu fixieren und zu zeigen, worauf ich eigentlich hinaus will. Viele wollen ja nur auf den Refrain raus, aber ich versuche eigentlich schon fast, den Refrain wegzunehmen. Eine Strophe ist für mich meistens schon emotionaler als der Refrain. Beim Chorus ist mehr Denken angesagt. Wie könnte das cool klingen, wie könnte man es emotionalisieren und so weiter.

Ajouré: Da du viel über Liebe schreibst und singst, könnte man meinen, du bist oft verliebt. Stimmt das?

Benoby: Also auf dem Album sind es drei Freundinnen bei 13 Tracks. Bei einem Lied geht es aber allerdings auch darum, dass ich gar keine Freundin haben will. Ich wollte einige Zeit ein Single-Dasein genießen und mich nicht fest binden, sondern mich lieber fit halten, Sport machen und für meinen Triathlon trainieren. Doch auch in solchen Zeiten lernt man natürlich neue Frauen kennen, aber ich wollte mich eben nicht binden. Das habe ich auch immer vorher zu diesen Mädels gesagt, aber am Ende war es dann doch so, dass es immer einem von beiden wehgetan hat.

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Ajouré: Auf was dürfen wir uns in naher Zukunft von dir freuen?

Benoby: Ich hoffe auf ganz viel schönen Input. Auf tolle Features und coole Video-Geschichten. Ich versuche, euch auf dem Laufenden zu halten und noch regelmäßiger zu posten, aber unterm Strich: Musik, Musik, Musik.

Lieber Benoby, vielen vielen Dank für dieses tolle Interview. Wir drücken dir hier an dieser Stelle alle Daumen für ein Release und freuen uns, dich bald wieder bei uns zu haben.

 

Fotos: Philipp Gladsome; Julius Trautvetter; Christine Ambrus; Bear Film

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