Zweckehe – Die Partnersuche im Ausland!

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Liebe lieber ungewöhnlich oder reine Zweckehe?!

Ein dicker, deutscher, schwitzender Mann fortgeschrittenen Alters läuft die Vergnügungsmeile in Pattaya, Thailand entlang und man staunt unwillkürlich über die gutaussehende, junge Thailänderin an seiner Hand, die ihn verliebt anstrahlt. Was will diese hübsche Frau, bei der die Männer doch bestimmt nur so Schlange stehen, bloß mit so einem?!
Die Antwort hierauf scheint zunächst eindeutig zu sein: Die Asiatin kommt natürlich aus ärmlichen Verhältnissen und benutzt den Mann als Eintrittskarte ins vermeintliche Paradies Deutschland- dafür ist sie durchaus bereit, auch optische Abstriche zu machen. Warum der Deutsche hier nach einer Frau sucht, ist irgendwie auch klar- so einer bekommt bei uns doch sowieso keine mehr ab und geht dann eben im Paradies auf Brautschau, mit Geld kann man hier ja einfach alles kaufen. Aber stimmen unsere Vorurteile? Was wird aus solchen Partnerschaften, wenn die Aufenthaltsgenehmigung gesichert ist und warum suchen deutsche Männer überhaupt nach Frauen im Ausland?
Ein Bericht über vermeintliche Vorurteile und die Suche nach der ganz großen Liebe.

Fett, alt und ungebildet?! Was sind das eigentlich für Männer?

Es gibt zahlreiche Studien im Bereich der Soziologie, die sich mit dieser spannenden Frage auseinander setzen- eine hiervon ist im Buch „Globale Partnerwahl“ von David Glowsky zu finden. Er fand heraus, dass viele dieser Partnerschaften nicht bewusst entstehen (genauso wenig wie auch bei uns, wo die Liebe hinfällt eben) und nur wenige Männer überhaupt mit dem festen Ziel ins Ausland gehen, sich dort eine Frau zu suchen. Unter diesen muss man dann wieder unterscheiden, in welchem Teil unserer Erde sie ihre potenzielle Partnerin suchen. Wohlhabende, gebildete Männer reisen zum Beispiel eher nach Brasilien, denn eine heiße, rassige Latina mit perfekten Kurven, wird bei uns mehr als ein exotisches Statussymbol angesehen und weniger als ein Armutszeugnis nicht funktionierender Partnersuche im eigenen Land. Wer jedoch seine Traumfrau gezielt im asiatischen Raum sucht, über den kann man laut Studie tatsächlich sagen, dass diese Männer tendenziell nicht nur einen höheren Body-Mass-Index als andere haben (unvermeidbar taucht an dieser Stelle also wieder das Bild des dicken, schwitzenden Deutschen in unserem Kopf auf) und im Durchschnitt zwischen 40 und 50 Jahren alt sind, sondern dass diese auch über einen geringeren Bildungsstand als ihre Partnerin verfügen- also somit voll unserem Klischee entsprechen! Das bedeutet aber noch lange nicht, dass diese Fraktion in Deutschland niemanden abbekommen hat, denn meist kommen diese gerade frisch aus einer Scheidung und suchen nun, enttäuscht von dem weiblichen Geschlecht im eigenen Land und der zugegeben schlechteren Chance, unter diesen Voraussetzungen hier noch eine junge und hübsche Frau zu bekommen, eben in weiter Ferne ihr zweites Glück.

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Fotos: ©milkovasa-Fotolia.com

Zahlreiche Portale im Internet haben sich mittlerweile darauf spezialisiert, diesen Männern zu helfen (nicht ganz uneigennützig natürlich, denn solche Vermittlungen sind immer mit hohen Kosten verbunden) und auch bekannte Fernsehformate tun ihr Bestes, um einsame Singles an die Frau zu bekommen. Hier können dann bereits im Vorfeld Kriterien aufgestellt werden, die die Zukünftige mitbringen soll und wenn man(n) schon mal die Wahl hat, dann wählt er natürlich nicht unbedingt den Buddha-Verschnitt unter den Damen, sondern eine junge, hübsche Frau aus. Hier kristallisiert sich ein weiterer Grund dafür heraus, was die Suche im Ausland so interessant für manche macht: Deutsche Frauen, die jung und auch noch gebildet sind, wollen erstmal an die Universitäten gehen und suchen auch nicht unbedingt nach einem viel älteren Mann. In anderen, meist ärmlicheren Ländern, spielt das Alter zunächst einmal eine eher untergeordnete Rolle, denn die Versorgerfunktion ist hier aus nachvollziehbaren Gründen natürlich viel wichtiger. So kann auch ein eher unattraktiver Kerl hier seine Staatsbürgerschaft mit inkludierten Vorteilen wie Rentenansprüche oder Krankenversicherung als starkes Argument einsetzen und wenn wir ehrlich sind, funktionieren Wohlstand und ein vielversprechender, hoher Stellenwert in der Gesellschaft auch bei unseren Damen hierzulande ganz gut.

Und die Frauen? Tatsächlich Liebe oder reine Zweckehe?!

Wie schon erwähnt, suchen viele Frauen nach einem Versorger, der nicht nur sie, sondern auch den Rest der Familie unterstützt. Das ist ein allgemeines Phänomen, was nicht nur, aber in seiner Ausprägung eben schon insbesondere auf Länder bezogen werden kann, in denen die Menschen in ärmlicheren Verhältnissen leben. Den Frauen, die in richtigen Agenturen angemeldet sind, um gezielt einen Europäer oder Amerikaner kennenzulernen, kann man schon eine gewisse Berechnung zuschreiben und eher vorwerfen, sie würden sich ihre Eintrittskarte ins finanzielle Glück mit ihrer Zuneigung erkaufen. Aber wenn man selbst die Chance hätte, seine Familie so aus dem Elend zu befreien und Kindern eine Schulbildung zu ermöglichen, dann würde man seine Moralvorstellungen an dieser Stelle vielleicht auch überdenken. Fakt ist, dass nur wenige Frauen bereit wären, mit diesen Männern in ihrem eigenen Land zu leben, denn hier haben sie nicht die Sicherheit, die ihnen eine Ehe in Deutschland, eventuell noch durch gemeinsame Kinder gefestigt, einbringt.
Welche Rolle die Liebe dabei spielt, kann man natürlich nicht erfragen oder empirisch belegen, allerdings entscheidet diese dann letztendlich doch darüber, ob ein Paar zusammen bleibt. Für ausländische Frauen ist die Familie und damit auch der Mann Mittelpunkt ihres Lebens- verständlich, denn in ihrem Heimatland gibt es nur sehr wenige Möglichkeiten für Frauen, sich auf anderen Gebieten wie zum Beispiel im Beruf zu beweisen. Deshalb sind sie auch eher bereit, bei auftauchenden Problemen nach gemeinsamen Lösungen zu suchen und geben der Beziehung, die sie im Prinzip als Lebensentscheidung betrachten, eher eine zweite und auch noch dritte Chance. Das spiegelt sich auch in den Statistiken wieder, denn die Scheidungsrate sogenannter binationaler Ehen ist wesentlich geringer, als die rein deutscher Ehen. Woran das liegt, darüber lässt sich natürlich nur spekulieren, aber vielleicht ist der Wille, den diese Frauen im Erhalt ihrer Liebe beweisen, einer der Gründe dafür, dass Männer eben ausländische Frauen mit diesen Werten bevorzugen. Fairerweise muss man aber noch hinzufügen, dass Ehen, in denen ein Partner zwar andere kulturelle Hintergründe hat, dieser aber bereits eingebürgert wurde, als deutsch-deutsche Verbindung gelten. Deshalb lassen sich an dieser Stelle leider keine Zahlen aufführen, die Rückschlüsse darauf geben, wie lange eine Partnerschaft im Durchschnitt noch nach Erlangen des deutschen Passes oder unbefristeter Aufenthaltsgenehmigung hält.

Interessant ist auch, woher die Frauen eigentlich kommen. Diese Frage untersuchte auch der „Verband binationaler Familien und Partnerschaften“, die eben solche Verbindungen beratend unterstützen und an die man sich mit vielen Problemen in diesem Bereich wenden kann. Im letzten Jahr heirateten deutsche Männer überwiegend Partnerinnen aus Polen, mit Abstand folgen dann Frauen aus der Türkei, Russland und der Ukraine- Asien und anderen EU-Staaten sind erst hiernach in den Top Ten vertreten, was vielleicht auch mit der höheren, räumlichen Distanz zu Deutschland zu tun haben könnte.

Und doch: Nur die Liebe zählt!

Bei allen Vorurteilen, die wir mit diesem Artikel, auch aufgrund der nun mal nicht zu ignorierenden Statistiken, nicht ganz aus der Welt schaffen konnten, bleibt am Ende doch nur eines zu sagen: Jeder hat ein Recht darauf, mit dem Partner seiner Wahl zusammen zu sein und solange beide glücklich miteinander sind, sollte doch das Herkunftsland die geringste Rolle spielen. Vielleicht sollten wir einfach versuchen, ein bisschen offener in die Welt zu gehen und auch Verbindungen zu akzeptieren, die uns auf den ersten Blick als normabweichend erscheinen. Denn letztendlich ist es nur die Liebe, die zählt, egal wie ungewöhnlich sie auch sein mag!

Foto: ©Stéphane Bidouze – Fotolia.com



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