Wegwerfgesellschaft Deutschland

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Wenn die Liebe im Müll landet

Jeder von uns produziert im Jahr 450 Kilogramm Müll, die Amerikaner sogar noch mehr. Unser Kleiderschrank quillt förmlich über und wir besitzen so viele verschiedene Dinge, dass man sich kaum noch entscheiden kann und das letztendlich auch gar nicht muss- gefällt uns ein Teil nicht mehr, werfen wir es eben weg und kaufen uns etwas Neues.

In keiner Lebenslage sind wir heute gezwungen, uns mit ungewollten Gegebenheiten auseinander zu setzen und diese zu akzeptieren. Uns schmeckt nicht, was wir im Kühlschrank haben? Kein Problem, wir bestellen uns einfach beim Lieferservice genau das, worauf wir gerade Lust haben! Wir wollen heute Abend einen bestimmten Film sehen, den wir nicht im normalen TV Programm finden? Das Internet wird uns unseren Wunsch bedingungslos und sofort erfüllen, ohne dass wir uns groß dafür bemühen müssen. Kurz und knapp auf den Punkt gebracht: Wir sind verwöhnt und es gewohnt, immer alles genauso so zu bekommen, wie wir es uns wünschen- und das sofort!
Wir fragen uns, überträgt sich dieses Verhalten auch auf unsere Beziehungen? Bei einer Scheidungsrate von fast 50%, überlegt man sich doch unweigerlich, woran das liegt. Zu Zeiten unserer Großeltern waren Scheidungen noch fast ein Skandal und auch wenn natürlich einfach andere Umstände in dieser Zeit herrschten, wo die Frau durch ihre Arbeit als Hausfrau und Mutter weitestgehend finanziell abhängig von ihrem Mann war, gab es einen entscheidenden Unterschied zu heute: Die Paare waren einfach noch bereit, für ihre Beziehung Kompromisse einzugehen und an Unstimmigkeiten gemeinsam zu arbeiten!

Doch heute hingegen ist alles anders:

Man lernt sich kennen, findet sich sympathisch und kann sich durchaus mehr mit dieser Person vorstellen. Doch irgendwann kommt man an einen Punkt, da fällt einem auf, dass es Kleinigkeiten gibt, die einem nicht gefallen: Der Andere meldet sich vielleicht zu häufig und man fühlt sich eingeengt, kommt öfter mal zu spät, hat vielleicht ein bestimmtes Wort, dass er häufiger sagt- schon solche Kleinigkeiten, die im Grunde genommen nur angesprochen werden müssten und nichts an der Person, die man doch eigentlich toll fand, ändern, lösen in uns das Gefühl aus, den Kontakt wieder auflösen zu wollen. Wir wollen uns keine Mühe geben und deshalb bleibt nur eines: So schnell wie möglich beenden wir die Angelegenheit! Es gibt schließlich zahlreiche Möglichkeiten, wieder jemand anderes kennenzulernen und bestimmt ist diese Person dann perfekt- oder?!
Auf unserer Suche nach dem perfekten Partner vergessen wir, dass jede Beziehung auch Arbeit bedeutet und dass auch wir selbst nicht komplett ohne Fehler sind- doch trotzdem stellen wir diese Erwartungen an den Anderen?! Das große Angebot an potentiellen Lebensgefährten, dass sich durch die ganzen Online-Dating-Seiten noch um ein vielfaches erweitert hat, verführt uns zusätzlich dazu, unrealistische Erwartungen zu entwickeln und davon auszugehen, dass der Nächste dann eben dieser Wunschvorstellung komplett entspricht. Vielleicht laufen wir mit diesem Verhalten auch einfach vor uns selbst davon, wollen uns gar nicht an jemanden binden und gehen deshalb weiter auf die wahrscheinlich unmögliche Suche nach einem vollkommenden Partner, den es so gar nicht gibt.

Wer es schafft, sich auf sein Gegenüber einzulassen, kleine Fehler zu akzeptieren und Dinge, mit denen man gar nicht leben kann, offen zu besprechen, der wirft damit nicht seine Ansprüche über Bord. Vielmehr gehören Kompromisse einfach zu einer guten Beziehung dazu und wer es schafft, sich von der Vorstellung zu verabschieden, der Partner müsse von vornherein in allen Punkten perfekt sein, der wird feststellen, dass sich daraus etwas Tolles entwickeln kann! Wir finden deshalb, gebt der Liebe eine Chance und werft sie nicht gleich weg!



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