Verbessere deinen Schreibstil

        Schreibstil    


Eigentlich sollten wir uns wirklich glücklich schätzen, ein so umfangreiches und korrektes Zeichensystem zur Bewahrung und Weitergabe gesprochener Informationen benutzen zu können. Sowohl unsere Sprache als auch die Schrift ist schon sehr alt. Sie wird von Generation zu Generation weitergetragen und hin und wieder optimiert. Wer einen schönen Schreibstil besitzt, wird in weiten Feldern unserer Gesellschaft geschätzt und meistens auch als gebildet eingestuft. Dies erscheint dem einen oder anderen unterschiedlich wichtig, doch vermag das Niederschreiben von Worten so viel mehr.

 

1. Lesen und Schreiben

Die beste Methode, um den Schreibstil zu verbessern, setzt sich aus regelmäßigem Lesen und Schreiben zusammen. So merkst du dir ganz automatisch Formulierungen und Satzbaumöglichkeiten. Bei einem fortgeschrittenen Autor schreibt sich der Text schon fast von alleine und muss nur noch in der Korrektur optimiert werden.

 

2. Behördendeutsch

Ziehe ich meine Daten auf eine Festplatte oder einen Magnetplattenspeicher? Soll ich in das Auto, den Personenkraftwagen oder das Automobil steigen und telefoniere ich dann mit meinem Handy oder meinem Mobilfunkgerät? Synonyme, Umgangssprache und eingedeutschte Wörter sind dem Leser in den meisten Fällen zugänglicher als Behördendeutsch.

 

3. Anschaulichkeit

Versinnbildliche den Text und lasse ihn nicht zu abstrakt wirken. Schreibe den Text durch deine Sinne. Ein schwacher Geruch von Lavendel drang aus dem Hinterstübchen des Italieners, bei dem es sonst immer nach frischem Basilikum und saftigen Tomaten roch. So erleichterst du dem Leser die Vorstellung und förderst den Lesefluss.

 

4. Füllwörter vermeiden

Grundsätzlich kann man gewissermaßen irgendwie wirklich schlichtweg Füllwörter schreiben, doch dies führt üblicherweise einfach dazu, dass der Leser vom Text besonders gelangweilt wird. Füllwörter lassen sich in Romanen gut verwenden, setzen aber eine hohe Lesetiefe voraus.

 

5. Keine Sammelbegriffe

Da waren Bäume, Tiere und Blumen. Diese Beschreibung lässt keine genauen Bilder im Kopf des Lesers entstehen. Wenn du aber sagst, du sahst einen lichten Birkenwald, zwei Füchse und ein Reh, umgeben von Stiefmütterchen, kann der Leser die Vorstellung viel besser teilen.

 

6. Doppelte Verneinung

Es ist zwar nicht unmöglich, aber es nicht zu tun, vereinfacht den Lesefluss. Positive Formulierungen lassen sich besser lesen.

 

7. Weniger ist mehr

Wenn du einen Text schreiben möchtest und willst einen Inhalt transportieren, wird dieser erst dann interessant und reizt deine Leser, wenn du unnötige Textpassagen gänzlich und ohne Umschweife auslässt und ihn zudem nicht noch unnötig in die Länge ziehst, da dies …
Füllwörter, Wortwiederholungen und Formulierungen – kann alles weg!

 

8. Satzlänge

Bei der Länge von Sätzen kommt es auf die Leser, den persönlichen Stil, das Gesamtpaket und die Textsorte an. Mit der Erfahrung kommt auch das Gefühl zum Satzbau. Am einfachsten sind kurze und klare Sätze zu lesen.

 

9. Fachbegriffe, Abkürzungen & Fremdwörter

Gebe neuen Lesern die Chance, auch ohne Backgroundwissen in deinen Text einzusteigen. Fremdwörter können sehr wichtig sein, dennoch solltest du es nicht mit deiner akribischen Wortwahl übertreiben. Gegebenenfalls weiß dein Leser nicht einmal was mit ggf. gemeint ist.

 

10. Klischees und Floskeln

Niemand mag Klischees und Floskeln.

 

11. An Sprache orientieren

Du solltest dir immer überlegen, wie du das Geschriebene aussprechen würdest. So bewahrst du dir einen natürlichen Stil. Du solltest aber auch moderne Redewendungen gut hinterfragen. Geht es dem Patienten besser? Nicht wirklich!
Nicht wirklich wirkt unentschlossen und ist für eine sachliche Angabe eher ungeeignet. Für einen schüchternen Protagonisten einer Geschichte aber sicher einsetzbar.

 

12. Gefühle ausdrücken

Gefühle lassen sich mit einem bewertenden Adjektiv gut beschreiben und umso genauer du sie schilderst, umso klarer wird das Bild, das der Leser bekommt. Ich war schrecklich aufgeregt, es war bedingungslose Liebe, was blieb, waren unsägliche Schmerzen.

 

13. Die richtigen Adjektive

Die persönliche Einschätzung darf nicht zu sehr zum Tragen kommen. Ob etwas bewundernswert, grausam, gut oder schlecht ist, ist meistens deine subjektive Meinung und tut kaum zur Sache. Betrachte die Dinge und Sachverhalte objektiv, indem du ihre Eigenschaften aufzählst. Denn eigentlich sieht es nicht zuckersüß, sondern bonbonfarbig aus.

 

14. Regeln brechen

Niemand kann das Rad neu erfinden. Darum kannst du deine Regeln auch brechen, vorausgesetzt du beherrschst sie.


Foto: ExperienceInteriors / Getty Images



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