Keine Waffen mehr auf YouTube

        Keine Waffen mehr auf YouTube    

Ab jetzt ist auf YouTube Schluss mit lustig, was die Waffenlobby der USA angeht, denn Google macht der NRA (National Rifle Association) einen Strich durch die Rechnung. Denn mit der Änderung der Inhalte-Richtlinien von YouTube schwindet eine der wichtigsten Werbeplattformen der NRA.

Tummelplatz für Waffenfans

Wie genau sieht die neue Richtlinie denn jetzt aus? Im Grunde genommen wird nicht jedes einzelne Waffenvideo von YouTube entfernt. Nur diese, die Schusswaffen bewerben, zum Kauf anbieten, den Zusammenbau veranschaulichen oder aus der Beschreibung heraus auf einen Shop, der Waffen verkauft, hinauslinken. Dabei sind auch vermeintliche Grauzonen abgedeckt, wie z.B. Zubehörshops, die die sogenannten Bumb Stocks verkaufen. Mit Bumb Stocks kannst du eine halbautomatische Waffe auf eine, nennen wir es mal, pseudoautomatische Waffe umbauen. Dieses Tool steht ohnehin schon unter heftiger Kritik von Waffengegnern.

Für uns alle hier in Deutschland wird das wohl kein so großer Schock sein, doch in den USA wird mit diesem Thema etwas anders umgegangen. Bisher war YouTube ein beliebtes Forum für die Waffenfans des „besten Landes(?)“ der Welt. Waffen sind dort so in etwa wie bei uns das Haustier. Alle lieben sie, sie werden gehegt und gepflegt, einige haben Namen vom Besitzer bekommen und so manch einer hat entschieden zu viele davon. Demnach würde es für die Leute auf der anderen Seite des großen Teiches einem Kulturschock gleichen, ihre Waffen abgeben zu müssen.

Zensur?

Die Waffenlobby argumentiert natürlich mit Zensur-Vorwürfen, um YouTube in die Enge zu treiben. Der sichere Umgang mit Schusswaffen soll angeblich über YouTube vermittelt werden. Sind dafür nicht eigentlich Schulungen gedacht? Ach stimmt, den Waffenschein bekommst du dort ja bereits zum Geburtstag geschenkt. Unter jüngeren Amerikanern entsteht im Moment jedoch eine Bewegung, die die Verstärkung der Waffengesetzte fordert und für bessere Zugangskontrollen sorgen will. Aber auch YouTube selbst nimmt aktiv an der Verbannung der Waffen teil, denn viele Videos wurden seit Anfang April bereits manuell entfernt.

Die Anzahl der Waffen steht in Amerika für viele leider immer noch für das Maß der Freiheit, das ihnen von der bösen, bösen Regierung gelassen wird. Der zweite Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten ist ein Bestandteil der „Bill of Rights“ und dieser verbietet der Bundesregierung, den Besitz und das Tragen von Waffen einzuschränken. Zusammen mit den anderen neun ersten Zusatzartikeln wurde er 1791 verabschiedet. 1791… In einer Zeit, in der Milizen noch für die Sicherheit des freien Staates verantwortlich waren, mag dies effektiv gewesen sein. Heute? Eher weniger.

Fazit

Im Endeffekt kann YouTube selber bestimmen, was auf ihre Plattform gehört und was nicht. Auch wenn dies etwas gegen ihren Slogan „Broadcast Yourself“ geht. Das Thema Waffen ist ohnehin in der Netzkultur sehr verrufen. Aufklärende Videos zum Thema Waffen werden aber weiterhin auf YouTube verfügbar sein, z.B. wie du bei einem Polizeistopp am klügsten und sichersten angibst, dass du eine Waffe bei dir trägst. Pure Entertainment-Clips wie die von „FPS Russia“ werden auch nicht entfernt. Der Schwerpunkt liegt einzig und allein darin, Waffen nicht noch verbreiteter zu machen, als sie ohnehin schon sind. US-Präsident Trump hat erst vor kurzem bekannt gegeben, dass er die Waffengesetzte nicht verschärfen wird.

 

Foto: Maksym Dykha, Do-Ra / stock.adobe.com

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