Bedeutung & Herkunft von Sprichwörtern & Redewendungen

        Bedeutung & Herkunft von Sprichwörtern & Redewendungen    

Den Vogel abschießen

Bedeutung:
Negativ – Wer den Vogel abschießt, war mit seiner Aktion erfolglos, tat etwas Peinliches oder ging als Verlierer hervor.
Positiv – Erfolgreich gewesen sein oder die Erwartungen übertreffen.

Herkunft:
Im Mittelalter übten die Männer mit Pfeil und Bogen, um im Fall der Fälle ihre Heimat vor Angreifern zu beschützen. Ende des 19. Jahrhunderts fingen auch Kinder an, mit Pfeil und Bogen oder Luftgewehren das Schießen zu üben. Hierfür schossen sie auf einen Holzvogel, der auf der Spitze einer Stange angebracht war. Wer es schaffte, erhielt dann natürlich den Titel als derjenige, der den Vogel abgeschossen hat. Wenig später kam es dann auch zu einer negativen Variante des früh interpellierten Sprichworts.
 

Hand und Fuß haben

Bedeutung:
Positiv – Wer Hand und Fuß in sein Schaffen legt, der hat sein Vorhaben gut durchdacht. Das Vorhaben macht außerdem einen soliden Eindruck und weckt Vertrauen bei Dritten.

Herkunft:
Schon im 16. Jahrhundert entstand diese Redewendung. Wer Hand und Fuß hatte, der besaß noch alle Gliedmaßen und war körperlich nicht eingeschränkt. Denn nur, wenn du alle Hände und Füße hast, kannst du deine Familie ernähren und verteidigen.
 

Reinen Tisch machen

Bedeutung:
Wer reinen Tisch macht, der stellt etwas richtig, gibt etwas zu, schafft etwas aus der Welt, klärt Missverständnisse auf und sorgt für die Wahrheit.

Herkunft:
Neutral – Reinen Tisch machen kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „geglättete Tafel“. Die sogenannten Tabula rasa Tafeln dienten als erste Form des Schriftstücks, indem man in einen Holzrahmen Wachs goss und in dieses Buchstaben ritzte. Später erhitzte man das Wachs und die Tafel konnte neu beschriftet werden. So glättete man eine Tafel immer, wenn man Mitschriften zur Lösung eines Problems machen wollte, also um reinen Tisch zu machen.
 

Das Geld zum Fenster hinauswerfen

Bedeutung:
Negativ – Das Geld zum Fenster hinauswerfen verbindet man mit einer verschwenderischen Art seiner Ressourcen. Man kauft sich unnütze Sachen und verprasst so sein ganzes Geld.

Herkunft:
Am Regensburger Rathaus-Fenster soll früher mehrmals der Kaiser gestanden haben, um mit seinem Volk zu sprechen und um sich huldigen zu lassen. Dieser warf zusätzlich für die Bettler und Obdachlosen stets Münzen aus dem Fenster. Dem Pöbel gefiel dies natürlich nicht so gut, da es ihre Steuergelder waren, die der Kaiser aus dem Fenster warf. Dies zumindest vermutet man hinter der Redewendung „Das Geld zum Fenster hinauswerfen“.
 

Jemandem etwas in die Schuhe schieben

Bedeutung:
Wenn man jemandem etwas in die Schuhe schiebt, wälzt man die Schuld auf ihn ab.

Herkunft:
Wer damals in einer Herberge eine Unterkunft für die Nacht ersuchte, musste sich oft sein Zimmer mit mehreren Leuten teilen. Das sorgte immer wieder für ein großes Durcheinander und dies nutzten natürlich Diebe aus. Wenn der Wirt Verdacht schöpfte und man den Dieb stellen wollte, so versteckte er sein Diebesgut schnell in der Kleidung oder den Schuhen anderer, um die Schuld von sich zu weisen.

 

Foto: Hiroshi Watanabe / Getty Images



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