Über den Wolken- wie Flugangst das Urlaubsvergnügen zum Horrortrip werden lässt

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Flugangst: Horror über den Wolken

Bereits Tage vorher wachen Betroffene mit einem mulmigen Gefühl im Bauch auf und der Gang ins Flugzeug gleicht bei ihnen gefühlt dem Führen zur Schlachtbank- Flugangst, auch Aviophobie genannt, ist eine Angstform, die nicht angeboren ist, sondern aus dem Nichts heraus entstehen kann und mit der Klaustrophobie verwandt ist. Das Gefühl gelähmt zu sein, verbunden mit nassen Händen und Herzrasen, flacher Atmung, sowie Schwindel und Übelkeit versprechen diesen Menschen alles andere als einen Höhenflug in den siebten Himmel. Während sich 20% aller Leute im Flugzeug generell ein wenig unwohl fühlen oder beim Start in ihre Armlehnen krallen, egal wie liebevoll sich das Bordpersonal auch um uns kümmert, so leiden 15% der Deutschen an echter Flugangst!

Ursachen und Auslöser
Nicht alle haben Angst vor einem echten Absturz oder technischem Versagen, auch der Kontrollverlust an sich oder Höhenangst spielen eine entscheidende Rolle. Laut einer Studie aus dem Jahre 2007 zu diesem Thema, lassen sich die Angstpatienten in drei verschiedene Kategorien einteilen, wobei 63% von ihnen interessanterweise schon einmal zuvor in der Luft unterwegs gewesen sind. Bei ihnen trat die Angst dann ganz plötzlich und unerwartet auf, was sich die Menschen selbst nicht erklären können. Andere, nämlich insgesamt 22,9% entwickeln die Phobie aufgrund einer schlechten Erfahrung, die meist auch nur subjektiv als schlimm wahrgenommen wurde (zum Beispiel Turbulenzen). Die übrigen Flugvermeider sind Leute, die noch nie geflogen sind und aufgrund dessen einfach nur Angst vor dem „ersten Mal“ haben.
Auffällig ist, dass Männer häufiger betroffen sind als Frauen, was eventuell mit dem damit einhergehenden Kontrollverlust zusammenhängt- denn bekanntlich gibt unser starkes Geschlecht nur sehr ungern seine Macht ab, was ihnen aber meistens erst nach einigen angstfrei absolvierten Flügen aufzufallen scheint. Frauen entwickeln diese Phobie oft bereits nach dem ersten Abheben, sind aber insgesamt auch weniger zahlreich betroffen. Obwohl 78% der unter Aviophobie Leidenden genau wissen, dass ihre Ängste unbegründet und übertrieben sind, können sie einfach nicht aus ihrer Haut. Doch was kann man tun, um wieder Freude am Verreisen zu haben?

Therapien und andere Hilfsmittel
Niemandem ist geholfen, wenn man ihm Statistiken vorliest oder erzählt, dass ein Flug den Zahlen nach um einiges sicher als eine Autofahrt ist. Auch das Händchenhalten einer geliebten Person währenddessen tröstet nur sehr begrenzt, denn in diesem Moment ist in den Gedanken dieser Menschen nur noch Platz für ihre Unsicherheit. Helfen kann wie auch bei anderen Phobien nur die direkte Konfrontation mit dem Leiden, denn dadurch stellt man nach dem gefühlten Höllentrip voller vermeintlicher Gefahren fest: Man hat es überlebt! Das Gehirn merkt sich dieses Ereignis und überlagert die Angst durch solch positive Erfahrungen. Die beiden größten deutschen Fluggesellschaften (Lufthansa und Air Berlin) bieten mittlerweile zweitägige Seminare an, in denen sie alles dafür tun, um ihre ehemaligen Kunden mit Aufklärung über psychologische Hintergründe und technischen Fakten zurückzugewinnen. Neben einer konkreten Anleitung zum Überwinden der Angst durch Entspannungstechniken und der Veränderung der bisherigen Wahrnehmung, wird man auch mit dem „Hassobjekt“ Flugzeug an sich konfrontiert. In einem Simulator können die Teilnehmer sämtliche Mythen und in ihrem Kopf entstandene Fehlinformationen über das Fliegen berichtigen und der gesamte Flugablauf inklusive der begleitenden Geräusche wird hierbei von einem Piloten genau erläutert. Die Kosten von ungefähr 800 Euro klingen zunächst einmal sehr viel, allerdings ist im Preis auch ein vom Psychologen begleiteter Flug inklusive, der die letzten Zweifel direkt vor Ort beseitigen soll.
Natürlich kann man seine Angst auch medikamentös betäuben, allerdings ist eine Konfrontationstherapie natürlich viel nachhaltiger und bekämpft die Ursache, anstatt das Problem nur zu überlagern. Gerade für Vielflieger macht also eine psychologische Auseinandersetzung mit dem Thema Sinn. Für alle, die ihr Vertrauen lieber in die Pharmaindustrie setzen wollen, gibt es eine bunte Vielfalt an verschreibungspflichtigen oder auch rezeptfreien Pillen, von denen wir euch an dieser Stelle allerdings keine empfehlen möchten- die Wirkungen sind individuell einfach zu verschieden.

Das wichtigste ist, sich seiner Angst zu stellen- auch wenn dieser Schritt jede Menge Überwindung kostet, so wird man doch im nachhinein mehr als zufrieden mit sich selber sein, die zukünftigen Urlaube nicht mehr nur in der unmittelbaren Umgebung machen zu müssen, sondern einem wieder die ganze Welt offen steht!

Foto:© lassedesignen-Fotolia.com



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