Die 10 größten Sportmythen

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Wie in vielen Bereichen gibt es auch beim Thema Sport zahlreiche Mythen, die jeder glaubt, aber eigentlich so gar nicht stimmen. Niemand weiß genau, wie diese Falschinformationen entstanden sind, sie werden aber immer gern weitererzählt und halten sich hartnäckig. Damit du in Zukunft nicht mehr mit gefährlichem Halbwissen um dich wirfst, klären wir die zehn größten Sportmythen auf.

1. Bekommt man Seitenstechen durch Unterhaltungen beim Sport?

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Das unangenehme Stechen im Bauch soll angeblich dadurch entstehen, dass man sich während des Sports unterhält und dann nicht mehr richtig atmet. Tatsächlich gibt es viele Ursachen für das Entstehen von Seitenstechen, doch reden gehört nicht dazu. So kann es sein, dass du zu schnell geatmet hast oder Leber und Milz während des Sports anders durchblutet werden. Auch eine Überdehnung dieser beiden Organe kann zu Seitenstechen führen. Du kannst die Schmerzen lindern, indem du die Hand auf der Seite zu Faust ballst, in der du die Stiche fühlst.

2. Macht Radfahren impotent?

Angeblich soll durch das Radfahren die Durchblutung so eingeschränkt werden, dass der Sport auf Dauer impotent macht. Laut Urologen kann ein falscher Sattel zwar die Durchblutung des Geschlechtsteils während der Fahrt stören, aber nicht in dem Maße, dass er tatsächlich zu Impotenz führen würde. Gefährlicher ist da schon die Gefahr von Kollagen-Einlagerungen, die auf lange Sicht zur Unfruchtbarkeit führen können. Wichtig für einen optimalen Blutfluss ist übrigens auch die Haltung: Du solltest deine Beine nicht komplett durchstrecken, da sonst dein gesamtes Gewicht auf Hintern und Schoß gestützt wird.

3. Schwitzen Unsportliche mehr?

Übergewichtige schwitzen zwar oft mehr als schlanke Menschen, grundsätzlich hat die Menge des produzierten Schweißes aber nichts damit zu tun, ob du sportlich bist oder nicht. Wenn du viel trainierst, läuft der Schweiß aber nicht an dir hinab, sondern verdampft. Dadurch kannst du dich besser abkühlen. Außerdem besteht der Schweiß bei sportlichen Menschen nur aus Wasser und nicht aus Elektrolyten.

4. Wärmt Stretching die Muskeln auf und schützt vor Verletzungen?

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Wenn du Ausdauersport betreibst, ist Stretching vorab zwar sinnvoll, weil sich durch das Laufen die Muskulatur verkürzen kann, aber vor Verletzungen bist du dadurch trotzdem nicht geschützt. Machst du Sport, der auf Schnellkraft basiert, solltest du auf das Dehnen vor dem Training sogar verzichten. Es senkt den Muskeltonus, wodurch deine Leistung verringert wird.

5. Verbrennt man Fett nur in einem bestimmten Zeitrahmen?

Man hört immer wieder, dass man erst nach einer halben Stunde Sport oder in einem bestimmten Pulsbereich Fett verbrennt. Das ist aber falsch. In den ersten 20 bis 30 Minuten deines Trainings verbrennst du zwar in der Regel weniger, weil dein Körper erst warm werden muss, aber die Fettverbrennung beginnt schon ab der ersten Minute. Auch wenn du bei niedriger Intensität trainierst, bekommst du dein Fett weg. Du musst dich also nicht zwangsläufig total auspowern.

6. Hilft Magnesium gegen Muskelkrämpfe?

Um mit Magnesium Muskelkrämpfe zu lindern, müsstest du schon um die 600 mg zu dir nehmen – die Tagesempfehlung liegt bei 300 bis 400 mg. Bei der Menge, die nötig wäre, um gegen Muskelkrämpfe zu helfen, würdest du Durchfall bekommen. Die Krämpfe entstehen durch einen Mangel an Elektrolyten. Den kannst du mit einem Glas gesalzener Apfelsaftschorle ausgleichen. Achtung: Reines Wasser würde die Elektrolytmenge noch mehr verringern. Das kann ziemlich gefährlich werden. Es gibt Berichte über Marathonläufer, die gestorben sind, weil sie zu viel Wasser getrunken haben und ihr Blut dadurch zu sehr verdünnt haben.

7. Bei Muskelkater besser ruhen?

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Früher nahm man an, dass Muskelkater eine Übersäuerung und Verkrampfung der Muskeln ist, die durch zu große Belastung entstand. Heute geht man aber davon aus, dass die unangenehmen Schmerzen das Ergebnis von winzigen Muskelfaserverletzungen sind, die zu Entzündungen und Nervenreizungen führen. Auch wenn Sport mit Muskelkater nicht gerade angenehm ist: Moderates Training kann die entstandenen Stoffe, die letztendlich zu den Schmerzen führen, abbauen. Bei zu wenig Bewegung werden die Mikroeinrisse im Muskel nicht richtig durchblutet und können dadurch nicht abheilen.

8. Mit Sport Erkältungen lindern?

Man hört immer wieder, dass man Erkältungen durch Sport ausschwitzen könne. Ein gefährlicher Irrtum: Sport bei einem grippalen Infekt belastet nicht nur den Körper, sondern auch das Herz. Bei Schnupfen ist Sport in Ordnung, bei allem was schlimmer ist, aber nicht. Insbesondere bei Fieber gehörst du ins Bett und nicht ins Fitnessstudio. Messe im Zweifelsfall einfach deine Herzfrequenz, falls du deinen Normalbereich kennst. Liegt dein Puls am frühen Morgen drei bis fünf Schläge über deiner Norm, solltest du eine Pause einlegen.

9. Ist Schwimmen der gesündeste Sport?

Wenn du übergewichtig bist und versuchen willst, mit Sport abzunehmen, stimmt das. Ein Verletzungsrisiko ist praktisch nicht vorhanden und die Gelenke werden geschont. Wenn du zu viele Kilos auf den Hüften hast, ist schwimmen für dich auf jeden Fall eine bessere Wahl als joggen, da letzteres deine Knie zu sehr belasten würde. Allerdings drückt das Wasser auf die Gefäße und diese dann auf das Herz.

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10. Sollte man bei Rückenproblemen die Rückenmuskulatur stärken?

Kann zwar nicht schaden, viel besser ist es aber, die drei Schichten der Bauchmuskulatur zu trainieren. Diese stützen und entlasten die Wirbelsäule mehr als die Muskeln im Rücken. Wenn du ein Hohlkreuz hast – ein Auslöser für Schmerzen im unteren Rückenbereich – kann das an zu schwachen Bauchmuskeln liegen. Außerdem trägt eine starke Bauchmuskulatur zu einer geraderen Haltung bei.

 

Fotos: Wuka; g-stockstudio; Ivanko_Brnjakovic; AzmanL / Getty Images

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