Selbstwertgefühl stärken: Mit 10 einfachen Schritten zu einem zufriedenen Leben

        Selbstwertgefühl stärken    

Ein gesundes Selbstwertgefühl ist eine wichtige Basis für ein zufriedenes Leben. Wer an seine eigenen Möglichkeiten und Fähigkeiten glaubt, geht leichter durchs Leben und verfügt damit quasi über ein inneres Schutzschild, welches dabei hilft, das Leben besser zu bewältigen. Aber was macht ein gesundes Selbstwertgefühl aus?

Der kalifornische Psychotherapeut Nathaniel Branden beschreibt die Welt als einen kalten und furchterregenden Ort, wenn wir nicht in der Lage sind, an unsere eigenen Fähigkeiten zu glauben und uns nicht als liebenswert ansehen.

Eine große Rolle spielt dabei auch die Anerkennung und Wertschätzung durch andere Menschen. Wer diese Anerkennung bekommt, fühlt sich innerlich sicherer und besser Anforderungen gewappnet. Umgekehrt führt ein schlechtes Selbstwertgefühl dazu, dass wir uns leichter in Frage stellen und uns den Anforderungen des Lebens nicht so gut gewachsen fühlen. Den Grundstein legen dabei die Erfahrungen mit den eigenen Eltern. Ein schlechtes Selbstwertgefühl hat oft seine Wurzeln schon in der Kindheit. Eltern sind die ersten Bezugspersonen, die uns ein positives Gefühl für den eigenen Wert geben und uns damit Sicherheit und eine innere Stärke vermitteln. Wenn Eltern nicht respektvoll mit ihrem Kind umgehen, es womöglich bloßstellen und sich lustig machen, kann es kein gesundes Selbstwertgefühl entwickeln. Wir tendieren dann dazu, dem inneren Kritiker mehr Raum zu geben. So entsteht das Gefühl, so wie man ist, nicht richtig und liebenswert zu sein, und die Tendenz, sich leichter in Frage zu stellen.
 

Der innere Kritiker und das Selbstwertgefühl

Menschen mit einem geschwächten Selbstwertgefühl haben negative Erfahrungen mit ihren Bezugspersonen verinnerlicht und neigen stärker zu Selbstzweifeln. Der inneren Stimme kommt dann die Rolle eines überstrengen Elternteils zu, der das Kind abwertet. Dadurch richten Menschen mit einem schwachen Selbstwertgefühl ihren Blick besonders auf eigene Schwächen und Fehler, können schlecht Komplimente annehmen und positive Erfahrungen genießen. Sie stehen ungern im Mittelpunkt und erwarten von ihrer Umwelt schon von vornherein Ablehnung. Wenn die Umwelt nicht positiv reagiert, haben sie das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben, auch wenn das objektiv gar nicht der Fall ist. Stets wird unbewusst nach Beweisen für die eigene Unzulänglichkeit gesucht.

Diese überkritische innere Einstellung hat gravierende Folgen für das Selbstwertgefühl und führt in einen Teufelskreis. Man traut sich aufgrund des schlechten Selbstwertgefühls nur wenig zu und weil man sich so wenig zutraut, erreicht man schlechter Ziele. Wer nicht an den eigenen Wert glaubt, macht seinen Selbstwert umso stärker von der Anerkennung anderer Menschen abhängig und tut aus Angst vor Ablehnung eine Menge, um anderen zu gefallen und sie nicht zu enttäuschen. Die Folge ist eine erhöhte Kränkbarkeit, wenn die Anerkennung von außen ausbleibt. Zu einem gesunden Selbstwertgefühl gehört aber auch eine positive innere Selbstwahrnehmung. Und die kann durch zehn einfache Schritte gestärkt werden.
 

10 einfache Schritte, wie du deine Selbstzweifel überwindest und dein Selbstwertgefühl steigern kannst

 

1. Freue dich über Komplimente.

Wer Selbstwertprobleme hat, tut sich schwer mit Komplimenten und fühlt sich oft nicht gemeint, wenn er gelobt wird, weil er es gewohnt ist, sich in Frage zu stellen. Ein Kompliment mit Freude anzunehmen und zu genießen ist daher ein wichtiger Schritt zu einem positiveren Selbstwertgefühl.
 

2. Vergleiche dich nicht ständig mit anderen.

Wer sich permanent mit anderen Menschen vergleicht, begünstigt Selbstzweifel und macht sich dadurch unglücklich. Vergleiche mit anderen führen meistens zu dem Gefühl etwas falsch zu machen oder Erfolg nicht verdient zu haben und andere Menschen auf ein Podest zu stellen. Es ist besser, wenn dein Selbstwertgefühl von innen kommt und nicht davon abhängig ist, besser als andere sein zu müssen.
 

3. Richte den Blick auf das, was du kannst.

Jeder Mensch hat bestimmte Fähigkeiten und Talente. Richte den Blick mehr auf deine Stärken und positive Erlebnisse. Du sollst dir dabei nicht einreden, dass du toll bist, sondern deine Wahrnehmung auf konkrete positive Erlebnisse richten. Fallen dir keine ein, weil du innerlich eher auf Abwehr gepolt bist, kannst du deine Familie oder deine Freunde bitten, dir Rückmeldungen zu geben.
 

4. Schaffe kleine Erfolgserlebnisse.

Konzentriere dich auf Ziele, die für dich erreichbar sind und mache dir Fortschritte bewusst. Das Bewusstmachen von Erfolgen trägt wesentlich dazu bei, dass der Glaube an deine Fähigkeiten gestärkt wird. Du könntest dich z. B. im Beruf bei Mitarbeiterversammlungen beteiligen und Vorschläge einbringen. Eine positive Anerkennung motiviert dich zu weiteren positiven Erfahrungen.
 

5. Zügele den inneren Kritiker.

Immer, wenn du mit dir selbst zu unerbittlich bist und dich vorschnell als Versager siehst, betrachte die Situation einmal als Außenstehender. Wie hättest du reagiert, wenn dein Freund diese Situation erlebt hätte? Die meisten Menschen gehen mit anderen Menschen empathischer um als mit sich selbst. Probiere aus, mit dir selbst so zu umzugehen, wie du mit einem Freund umgehen würdest.
 

6. Helfe anderen Menschen.

Psychologische Experimente zeigen, dass bei Menschen, die andere ermutigen und ihnen helfen, das eigene Selbstwertgefühl gestärkt wird. Anderen etwas zu geben und ihnen Gutes zu tun trägt dazu bei, dass man sich selbst auch gut fühlt.
 

7. Suche den Kontakt zu Menschen, die ein positives Gefühl ausstrahlen.

Wer sich häufig mit Menschen umgibt, die zum Nörgeln und Kritisieren neigen, lässt sich von deren Laune beeinflussen und konzentriert sich selbst auch eher auf das Negative einer Situation, statt die Gesamtsituation zu betrachten. So wird aus einer Mücke schnell ein Elefant. Suche deshalb den Kontakt zu positiv gestimmten Menschen.
 

8. Genieße Erfolge und belohne dich.

Vielfach werden Dinge, die man geleistet hat, nicht angemessen gewürdigt. Wer ein schlechtes Selbstwertgefühl hat, richtet meistens den Blick mehr auf negative Aspekte im eigenen Leben. Ändere das und genieße mehr die positiven Momente.
 

9. Tue oft Dinge, die dir Spaß machen.

Dinge, die wir gern tun, erfüllen uns und machen zufrieden, besonders wenn sie auch mit den eigenen Wertvorstellungen übereinstimmen. Wenn wir oft Dinge tun, die unserem Inneren zuwiderlaufen, macht uns das auf Dauer unzufrieden.
 

10. Bereite dich innerlich auf kritische Situationen vor.

Jeder Mensch erlebt Situationen, in denen das eigene Selbstwertgefühl eher geschwächt wird, z. B. durch Kränkungen oder Ablehnung durch andere Menschen. Suche dir die häufigsten Erlebnisse heraus und beleuchte sie noch einmal, wie du in diesen Situationen reagiert hast und wie du gern reagiert hättest. Setze für dich selbst eine Grenze fest, die niemand überschreiten darf und spiele in Gedanken diese Situation durch. Das macht dich innerlich sicherer.
 

Foto: Westend61 / Getty Images



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