Lügen haben mehr als kurze Beine – So erkennst du die Unwahrheit

        Lügen erkennen    

Wir alle kennen wohl die Sprichwörter über Lügen. Sei es „Lügen haben kurze Beine“ oder „Wer lügt, dem wächst die Nase“, was damals zu Zeiten Pinocchios geprägt wurde. Die arme Sau konnte aber auch rein gar nichts vor anderen Menschen verbergen. Dass in dieser Aussage bereits eine Lüge steckt, scheint irgendwie absurd, denn immerhin möchte man besonders Kindern damit das Lügen austreiben. Aus zweimal unrecht wird nicht zwangsläufig recht. Und überhaupt sollte man wohl besonders heutzutage von Notlügen und tatsächlichen Lügen unterscheiden, denn jeder von uns lügt, um das Zusammenleben mit anderen Menschen und das Miteinander unter sich zu erleichtern.

Schon auf die allmorgendliche Frage „Wie gehts dir heute?“ antworten die meisten Menschen „gut“, obwohl es ihnen vielleicht überhaupt nicht gut geht. Doch erstens geht das Geschäftskollegen nichts an und zweitens muss nicht jeder über alles Bescheid wissen. Auch lügen wir nicht selten in der Partnerschaft, um unsere bessere Hälfte nicht unnötig zu verletzen. „Schatz, wie findest du meine neue Frisur?“ Meistens ist unsere Antwort: „Gut, steht dir.“ Die Wahrheit würde aber vielleicht eher lauten: „Im Vergleich zu was? Einem Besen?“ Hier gilt klar die Devise: Du kannst zwar alles denken, aber nicht alles sagen! Also wird gelogen.

Doch um solche Kleinigkeiten geht es beim Erkennen von Wahrheit nicht. Im Gegenteil. Hier sollen Mittel und Wege aufgezeigt werden, die du dir einfach antrainieren kannst, zu erkennen, wenn jemand versucht, dir etwas vorzumachen. Kleine aber böse Fallen, die du deinem Gegenüber stellen kannst und die dieser nicht kommen sehen wird, geschweige denn in der Lage sein wird, diese gekonnt auszuhebeln. Denn du wirst feststellen, dass es sehr schwer ist, seinen Körper komplett bei einer Lüge im Griff zu haben.

Wie immer findet man, wie zu allem, die Lösung mit unserem besten Freund Google. Da das World-Wide-Web aber voll mit wilden Theorien über dieses Thema ist, haben wir versucht, die für dich besten und ausschlaggebendsten Möglichkeiten zu finden, die sich besonders im Alltag schnell, einfach und präzise anwenden lassen. Und machen wir uns nichts vor – wenn du weißt, wie man Lügen erkennt, bist du ein Stück weit ebenso in der Lage, besser zu lügen, denn du wirst nach dem Artikel wissen, worauf es ankommt und worauf Menschen achten, die sich mit diesem Thema auskennen.

Vorab ist eine Sache natürlich wichtig zu erwähnen: Niemand kann zu 100% mit Sicherheit sagen, dass der andere lügt. Es gibt schlichtweg Indizien, die die Vermutung aufkommen lassen, dass hier und dort die Unwahrheit im Spiel ist. Von daher werden dir die folgenden Möglichkeiten nur als Tipp dienen, denn wirklich sicher kannst du dir nicht sein, es sei denn, du kennst die Wahrheit bereits. Doch diesen Best-Case gibt es leider viel zu selten. Experten sind sich heute relativ einig, dass Menschen, egal ob Mann oder Frau, zwischen einmal pro Stunde und zehn Mal pro Tag lügen. Bei Frauen könnte dies vielleicht noch etwas öfter sein, denn sie reden einfach viel mehr als wir Männer – doch das sei dahingestellt.

Arten von Lügen

Es gibt grundsätzlich drei verschiedene Arten von Lügen. Eine sogenannte glatte Lüge, das einfache Weglassen von Details und das gern genutzte Ablenkungsmanöver. Nehmen wir einmal an, du bist der Meinung, deine Partnerin betrügt dich. Hier wären wir dann wohl auch direkt beim Worst-Case angekommen. Wenn du dich entschieden hast, dieser Theorie auf den Grund zu gehen, wirst du deine Freundin oder Frau also fragen, ob sie bei ihrem Geliebten in der Nachbarstadt gewesen ist. Diese Frage ist zum einen zwar bereits die Einleitung in eine wahrscheinlich schlaflose Nacht, zum anderen wird sie aber mit einer der drei Möglichkeiten antworten.

Die glatte Lüge: „Ich habe keinen Geliebten.“

Das Weglassen von Details: „Ich war in der Nachbarstadt, um etwas zu erledigen.“

Die Ablenkung: „Ich bin seit fünf Jahren mit dir verheiratet und liebe dich.“

Lügen enttarnen

Jetzt gilt es, die Augen offenzuhalten und sich nicht täuschen zu lassen, denn Täuschung ist in diesem Fall ihr bestes Gut. Das Widersprüchliche an dieser Sache ist nun, dass du alle Verhaltenssignale ignorieren musst, die irgendwie auf Ehrlichkeit hinweisen könnten und das ist leichter gesagt, als getan. Denn Menschen die lügen, werden versuchen, dich davon zu überzeugen, dass sie dir die Wahrheit sagen. Ebenso wird krampfhaft versucht, Sympathie zu gewinnen. Alles was jetzt für sie zählt, ist das Ziel, dich auf ihre Seite zu bringen. Denn Menschen neigen dazu, anderen eher zu glauben, wenn wir sie mögen. Und da wir nicht belogen werden wollen, möchten wir unserem Gegenüber natürlich gerne Glauben schenken. Genau diese Tatsache macht es für uns dann so schwierig, die Lügengeschichte zu erkennen.

Gehen wir davon aus, du hast ihr die Frage nach einer Affäre gestellt und der Haussegen hängt dank dir jetzt eh schon schief, dann wird sie sich vermutlich bereits gerechtfertigt haben und dich fragen, ob du noch alle Latten am Zaun hast. Du musst zwingend einen kühlen und klaren Kopf bewahren, denn darauf wird es in den nächsten Schritten ankommen. Ihre Antwort war beispielsweise Variante zwei, das Weglassen von Details. Stell ihr eine allgemeine Frage: „Gibt es noch etwas, was ich wissen sollte und was du mir bis jetzt noch nicht gesagt hast?“ Ab diesem Moment zählen für dich die ersten fünf Sekunden, denn so lange benötigt unser Gehirn, um sich eine Strategie, passend zu Lüge, auszudenken. Schneller geht es nicht. Achte darauf, ob ihr das Gesicht entgleist, ob sie anfängt zu stottern oder vielleicht sogar leichte Zuckungen hat. Erkennt dein darauf vorbereitetes Auge eine dieser Verhaltensweisen, ist dies ein ziemlich gutes Indiz dafür, dass du gerade belogen wirst.

Bestrafungsfragen

Angenommen sie lügt dich an und du hast eine der gerade genannten möglichen Verhaltensweisen entdeckt, dann mach direkt weiter. Die nächste Frage wird dir helfen, den Sack bereits halb zuzumachen. Die Rede ist hier von sogenannten Bestrafungsfragen. Das bedeutet nicht, dass du sie physisch bestrafen wirst, sondern dass sie sich selbst bestrafen soll. Wie und warum sie das machen sollte? Ganz einfach. Frag sie doch folgendes: „Stell dir vor, du wüsstest, dass der Freund deiner besten Freundin fremdgeht und sie findet es heraus. Was findest du, sollte sie mit ihm machen?“ Der Gedanke hinter dieser Frage ist folgender: Menschen, die kein reines Gewissen haben, werden hier quasi dazu gezwungen, sich selbst zu verurteilen. Es liegt in der menschlichen Natur, dies nicht zu tun. Dementsprechend wird die Strafe, die dir deine Partnerin sagt, wohl relativ mild ausfallen. Irgendwas wie „Dafür muss es einen Grund gegeben haben. Darüber kann man sprechen. Man kann alles aus der Welt schaffen.“ Sollte dein Gegenüber ein reines Gewissen haben, wird es wahrscheinlich so sein, dass die genannte Strafe deutlich härter ausfallen wird. Etwa so: „Sie muss ihn sofort verlassen und Hund, Haus, Auto, Boot, Kinder und die Bankkonten mitnehmen.“ Jetzt kommt allerdings das eigentliche Problem an den Bestrafungsfragen. Lügende Personen werden immer und zu jeder Zeit versuchen, dich zu manipulieren. Du musst also sowohl darauf achten, dass du in diesem Fall die Forderungen nach einer harten Strafe ignorierst, und gleichzeitig deine Lauscher auf Empfang stellst, wenn sie dir eine milde Strafe vorschlagen sollte.

Verdachtsfragen und Suggestivfragen

Im nächsten Punkt werden zwei verschiedene Varianten von Fragen erklärt. Es ist wichtig, dass du beide Typen von Fragen unterscheiden kannst. Es gibt sogenannte Verdachtsfragen und es gibt die Suggestivfragen. Mit letzterer unternimmst du den Versuch, deinem Gegenüber eine bestimmte Antwort direkt in den Mund zu legen. „Du weißt doch, was der Typ aus der Nachbarstadt gestern Abend gemacht hat?“ Im Gegenzug zu dieser Suggestivfrage hört sich eine Verdachtsfrage in etwa so an: „Weißt du, was der Typ gestern Abend gemacht hat?“ Ist deine Freundin unschuldig, wird sie etwas sagen wie: „Keine Ahnung.“ Menschen, die unschuldig sind, antworten kurz und knapp. Ohne große Überlegung, denn es gibt nichts, was das Gehirn sich zurechtspinnen müsste. Im Gegenteil. Die Antworten kommen also wie aus der Hüfte geschossen. Schuldige Personen müssen hier einen kurzen Moment nachdenken. Dies veranlasst sie, sich innerhalb von Sekunden eine Strategie ausdenken zu müssen und so kommt eine Antwort wie: „Du fragst ernsthaft mich, was er gestern gemacht hat? Woher soll ich das denn wissen?“ Für dich bedeutet die letzte Antwort einfach nur, dass du soeben einen weiteren Hinweis auf die vermeintliche Lüge erhalten hast.

Negativ formulierte Fragen

Wie du bemerkt haben wirst, hängt alles von der Form der Fragen ab, die du der Verdächtigen stellst. Sehr wichtig ist, dich nicht zu negativen Fragen hinziehen zu lassen, denn wir neigen dazu, negativ formulierte Fragen zu stellen, wenn wir Antworten bekommen haben, mit denen wir nicht gerechnet haben. Diese Situationen kommen plötzlich, von daher solltest du bereits vorher darauf gefasst sein, damit dich diese nicht die Überhand verlieren lassen. Als Beispiel könnte man die Wichtigkeit und die Folgen der Vermeidung von negativen Fragen und weshalb es so wichtig ist, dieses Problem im Griff zu haben, so beschreiben: Angenommen, du hast aus einer relativ sicheren Quelle erfahren, dass deine aktuelle Freundin bereits früher einmal fremdgegangen ist. Du hast keine Beweise, aber die Quelle ist vertrauenswürdig. Du kannst natürlich bei deiner Partnerin nicht mit der Tür ins Haus fallen, kannst deine Quelle nicht reinreiten, aber wissen möchtest du trotzdem, woran du bist. Dann wirst du sie fragen, ob sie schon einmal fremdgegangen ist. Natürlich wird sie darauf wie folgt antworten: „Nein, noch nie.“ Diese Antwort hättest du im besten Fall gerne gehört, doch du glaubst ja nicht daran, also überrascht sie dich irgendwie, denn du hast gehofft, sie sagt dir die Wahrheit. Um nachzuhaken, fragst du sie also: „Du bist wirklich noch niemals zuvor fremdgegangen? Wirklich noch nie?“ Durch diese negativ formulierte Nachricht bestärkst du deine Partnerin allerdings nur in ihrer Aussage und vereinfachst es ihr, bei ihrer Antwort zu bleiben. Also merke dir: Keine Fragen, bei denen sie mit einem einfachen „Nein, noch nie.“ davonkommen kann.

Körpersignale

Kommen wir zu Signalen, die der Körper sendet und die dir sagen, dass hier irgendetwas nicht mit rechten Dingen zugeht.

Achte darauf, ob zwischen dem nichtverbalem Verhalten und dem verbalen Verhalten eine Diskrepanz besteht. Was das bedeuten soll? Ganz einfach. Sagt die Person „nein“ und nickt währenddessen, oder sagt sie „ja“ und schüttelt dabei den Kopf, dann weist dies auf eine waschechte Lüge hin. Wenn du einmal darüber nachdenkst, wird dir auffallen, dass dir das wohl auch selbst schon einmal geschehen ist. Wirklich schlechte Lügner versuchen außerdem, die Augen und den Mund abzuschirmen, denn der Ausdruck „Ich kann es nicht mitansehen“ passt auch hier. Menschen, die keine routinierten Lügner sind, werden von ihrer unterbewussten Ebene geleitet, die als Reaktion auf eine Lüge sofort versuchen wird, Augen und Mund zu verstecken. Für dich ist das sehr leicht zu erkennen und bringt dich (leider) einen Schritt weiter in Richtung Lüge.

Ebenfalls leicht zu erkennen sind körperliche Verhaltensweisen wie das Beißen auf die Lippen, das Ziehen an den eigenen Ohren oder das Ringen und Reiben mit den Händen. Achte auf sämtliche Bewegungen. Dies erfordert zwar etwas Übung, aber du hast alle Zeit der Welt, um dich gut vorzubereiten. Lass deine Augen über die Ankerpunkte deines Gegenübers wandern und analysiere, ob diese sich verhaltensauffällig bewegen. Steht die Person vor dir, sind ihre Ankerpunkte in erster Linie die Füße. Sitzt sie vor dir, ersetzen Rücken und Gesäß die Füße. Schwankt die Person vor dir also hin und her oder wippt sie auf dem Hintern von links nach rechts, solltest du anfangen, misstrauisch zu werden, denn deine Ahnungen verdichten sich jetzt. Zupft die Verdächtige noch wild an sich herum, schwitzt auf der Stirn oder fängt kurzerhand an aufzuräumen, dann ist das Geräusch, welches du dann hörst, der Lärm deiner Alarmsirenen im Gehirn.

Zu guter Letzt behältst du immer und zu jeder Zeit ihre Hände im Auge. Menschen, die die Wahrheit erzählen neigen dazu, sie mit Gestiken zu untermauern. Sie schreiben die Geschichte sozusagen mit den Händen neu in die Luft. Lügner hingegen werden sich so sehr auf die Story konzentrieren müssen, dass Gestiken mit den Händen nahezu wegbleiben.

Zu 100% wirst du dir nie sicher sein, aber hiermit hast du zumindest den Hauch einer Chance, wenn du auf eigene Faust versuchen möchtest, den Lügen auf die Schliche zu kommen.

 

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