Hilfe, ich habe Mundgeruch! Was kann ich tun?

        Mundgeruch loswerden    

Keiner möchte es von seinem Gegenüber hören. Man möchte es aber doch wissen und etwas dagegen tun. Mundgeruch ist ein Tabuthema, über das niemand gerne spricht. Jemandem zu sagen, dass er aus dem „Esszimmer riecht“ ist normalerweise mindestens so unangenehm, wie mit der Wahrheit konfrontiert zu werden.

Ein Tabuthema, gleichermaßen weit verbreitet – Mundgeruch ist fraglos eine peinliche Angelegenheit, die am liebsten unter den Teppich gekehrt wird. Den Betroffenen zuliebe sollte man das aber tunlichst vermeiden. Menschen, die selbst nicht wissen, dass sie Mundgeruch haben, sollten taktvoll darauf aufmerksam gemacht werden. Andersherum denken viele Menschen, dass sie einen unangenehmen Duft aus ihrem Sprechapparat versprühen, tun es aber gar nicht.
 

Woher kommt der Mundgeruch?

Die häufigste Ursache für Halitosis (das ist der Fachbegriff) sind Porphyromonas gingivalis, Prevotella intermedia,Treponema denticola, Haemophilus, sowie Fuso-Bakterien. Das alles sind Bakterien im Mund und Rachen, die Schwefelgase produzieren. Aber auch schwefelhaltige Medikamente können die Ursache sein.

Grundsätzlich muss man aber zwischen lokalen und systemisch bedingten Ursachen unterscheiden. Zu den lokalen Ursachen gehören unter anderem eine schlechte Mundhygiene, Essensrückstände zwischen den Zähnen und im Mundraum, Karies, Entzündungen der Mundschleimhaut, des Zahnhalteapparates (zum Beispiel Parodontitis) und des Zahnfleisches, Alkohol-, Kaffee- und Zigarettenkonsum, trockener Mund und ein Tumor. Systemisch bedingter Mundgeruch kann aufgrund von Störungen der Darmflora entstehen, Ernährungsumstellung (meistens durch Fasten oder radikales Kalorienreduzieren) wie auch durch Erkrankungen wie Leberzirrhose, Hepatitis, Nierenversagen und Diabetes.
 

Diagnose

Sind weder Zigaretten, Knoblauch, Alkohol oder Harzer Käse Ursache für den übel riechenden Atem, kann es hilfreich sein, einen Arzt aufzusuchen.

Die erste Anlaufstelle ist der Zahnarzt, da lokale Gründe – also Störungen im Mund- und Rachenraum – am häufigsten sind. Ganz mutige Zahnärzte nehmen selber eine Nase und gehen dann möglichen Ursachen auf den Grund. Experten haben einen guten Geruchssinn: Sie können am Duft/Gestank schon Krankheiten ausschließen oder erkennen. Eine andere Methode ist der sogenannte Halimeter – ein Gerät, das den Schwefelgehalt im Atem misst. Durch die Messung kann festgestellt werden, ob eine Halitosis besteht, nicht aber warum.

Findet der Zahnarzt die Ursache nicht, kann ein Allgemeinmediziner aufgesucht werden. Denn vielleicht steckt hinter dem Mundgeruch eine ernstzunehmende Krankheit wie Diabetes oder einer Leber- bzw. Nierenkrankheit. Ein Arzt wird entsprechende Tests anordnen.

Schätzungen zufolge hat eine von vier Personen, die wegen eigenem Verdacht auf Halitosis einen Arzt aufsucht, tatsächlich ein Geruchsproblem. Andersherum kennen sicher viele aus eigener Erfahrung auch Menschen, die an oralen Schwefelgasen leiden, es aber nicht wissen.
 

Sechs schnelle Tipps gegen schlechten Atem

Ist eine Krankheit oder eine Störung im Mund- und Rachenraum ausgeschlossen, gibt es schnelle Tipps, wie du deinen Mundgeruch loswirst. Wir haben die besten Ratschläge recherchiert, geprüft und für dich zusammengestellt.
 

1. Schlechten Atem feststellen

Den Mundgeruch festzustellen ist die halbe Miete. Viele Leute wissen nicht, dass sie durch schlechten Atem auffallen und können so auch nichts daran ändern. Wer selber vermutet, dass er aus dem Mund riecht, kann mit seinem Finger über den hinteren Teil der Zunge streichen und dann an ihm riechen. Ein wenig unangenehm wird das in jedem Fall sein. Aber wenn der Geruch unerträglich scheint, sollten Krankheiten und Störungen der Mundflora ausgeschlossen werden.

Eine andere, weitaus mutigere Methode ist es, eine Vertrauensperson zu fragen. Wenn du jemanden in der Familie hast, oder im Freundeskreis, der dir wirklich die Wahrheit sagt und dich nicht anlügt, weil er meint, er schone dich damit, dann kannst du ihn anhauchen.
 

2. Mundhygiene überdenken

Es klingt komisch, entspricht aber einer wahren Tatsache: Viele Erwachsene wissen nicht, wie man sich richtig die Zähne putzt. Das kann ein ganz banaler Grund für Halitosis sein, den man schnell beheben kann. Ein Zahnarzt kann dich beraten und zeigen, wie man es richtigmacht. Zudem solltest du täglich zur Zahnseide greifen und auch deine Zunge putzen. Entweder machst du das mit deiner Zahnbürste, oder du besorgst dir einen Zungenreiniger. Mit Mundwasser solltest du sparsam umgehen: Häufig steht Alkohol auf der Liste der Inhaltsstoffe und das bewirkt – wie wir nun wissen – Mundgeruch!
 

3. Ernährung umstellen

Fasten oder radikales Einsparen von Kalorien kann ebenfalls für Halitosis verantwortlich sein. Ein Mangel an Kalorien, und damit auch zumeist an Nährstoffen, kann einem sprichwörtlich sauer aufstoßen: Sodbrennen und häufiges Aufstoßen sind die Folgen. Meist riecht es aus dem Sprechapparat dann säuerlich nach Galle. Nicht schön!

Eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch, mäßigen, vor allem aber langkettigen Kohlenhydraten (zu finden zum Beispiel in Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten, nicht aber in Kristallzucker), Milchprodukten, jede Menge Obst und Gemüse trägt dazu bei, dass der Geruch aus dem Mund weniger – sagen wir mal – aufdringlich erscheint.
 

4. Pfefferminz lutschen

Ein Date steht an? Ein Gespräch mit dem Chef? Eine Sitzung? Ein nettes Abendessen? Kein Grund zur Panik! Wer kurzfristig einen frischen Atem braucht, der kann auch mal zu einem Pfefferminzbonbon greifen. Dauerhaft ist das kein Ersatz für einen Arztbesuch oder eine eigenständige Ursachenbekämpfung, aber eine schnelle Lösung, wenn es mal sein muss. Auch spezielles Mundspray aus der Drogerie oder Apotheke eignet sich ganz hervorragend, den üblen Geruch zu überdecken.
 

5. Salbeitee trinken und gurgeln

Nicht nur bei Erkältungen oder Entzündungen im Mund- und Rachenraum ein Wundermittel: Salbeitee trinken oder gurgeln kann ebenfalls helfen, die oralen Schwefelgase für den Moment zu vernichten. Wer das nicht kann (weil Salbeitee nicht so lecker ist), der kann immer noch auf Punkt 4 zurückgreifen.
 

6. Alkohol- und Zigarettenkonsum einschränken

Alkohol und Zigaretten sind ungesund, tödlich und sorgen für schlechten Atem. Das sind schon einige gute Gründe, um den Konsum mindestens einzuschränken, wenn nicht sogar um ganz darauf zu verzichten. Niemand möchte einen Aschenbecher küssen oder das Gefühl haben, dass er beim Gespräch mit jemandem nur schon durchs Riechen betrunken wird.
 

Weitere Tipps gegen schlechten Atem findest du hier »

 
Foto: WLDavies / Getty Images



Anzeige

Dieser Artikel kann Werbelinks enthalten.
Keine Kommentare

Dein Kommentar dazu Abbrechen

Deine E-mail Adresse wird nicht veröffentlicht.