Bist du Optimist oder Pessimist?

        Bist du ein Optimist oder Pessimist?    

Eine gute Frage. Oder gibt es Männer, die sich entsprechend einer Situation entscheiden, ob sie optimistisch oder pessimistisch sind? Der Mensch ist manchmal so widersprüchlich wie diese beiden Pole. Die Frage ist, ob du eine optimistische Lebenshaltung erlernen kannst, obwohl du von der Grundhaltung her eher ein Pessimist bist?
 

Kann man Optimismus lernen?

Die Psychologie bejaht diese Frage eindeutig. Der Buddhismus, der fälschlicherweise als düstere Weltsicht rund um das irdische Leiden beschrieben wird, tut das auch. Nicht umsonst spricht der Dalai Lama immer öfter vom Glück. Die Kraft des positiven Denkens allein lässt einen aber nicht zum Optimisten werden. Dale Carnegie vertrat mit seinem Slogan „Jeder ist seines Glückes Schmied“ eine These, die auch der Buddhismus vertritt: Die Verantwortung für die Art, wie du die Welt betrachtest, hast du selbst. Optimisten verlieren sich nicht in depressiven Stimmungen, negativen Glaubenssätzen oder Hoffnungslosigkeit. Sie sind der Überzeugung, dass sie anstehende Probleme, Trauer oder Stressphasen irgendwie bewältigen können. Sie glauben an ihre Fähigkeiten und geben sich nicht dem Selbstzweifel hin. Der Pessimist sieht in allem nur die Chance auf Unglück und Misslingen. Für den Optimisten ist das nicht nachvollziehbar, weil es mindestens eine 50:50-Chance auf ein Gelingen gibt. Auf diese setzt er. Misslingt trotzdem etwas, erweitert der Optimist seinen Erfahrungsschatz und versucht es mit einem anderen Weg.
 

Optimisten sind gelassener

Wer die typischen Optimismus-Killer aus seinem Leben entfernen kann, lebt besser. Nichts ist eher geeignet, ein Scheitern zu erzeugen, als Perfektionismus, notorisches Konkurrenzdenken oder die ständige Angst vor dem Versagen. Optimisten sind gelassener. Sie erwarten von sich keine dauerhaften Höchstleistungen. Sie können sich und anderen Schwächen und Fehler leichter verzeihen. Im Buddhismus wird man durch jahrelanges Geistestraining daraufhin geschult, ohne jede Bewertung zu beobachten, was im eigenen Kopf vorgeht. Unsere inneren Denkmuster sind uns oft nicht bewusst. Sie wurden uns schon früh antrainiert und haben sich längst verselbstständigt. Da diese Muster aber antrainiert wurden, können wir sie auch umprogrammieren.
 

Starres Denken verhindert eine positive Haltung

Wie du Daten auf einer Festplatte überschreiben kannst, kannst du auch die verinnerlichten Programme in dir selbst nach und nach umschreiben lernen. Du kannst deinem Pessimismus eine positive Grundhaltung, mehr emotionale Intelligenz und stärkere Selbstkompetenz entgegensetzen. Dazu musst du dir deiner verinnerlichten Glaubenssätze und Denkmuster bewusst werden. Ob das im Rahmen einer Therapie, in Seminaren zum Thema oder der Meditation geschieht, spielt keine Rolle. Fakt ist: Die Charakterbildung zum Positiven hin dauert eine Weile. Der Buddhismus lehrt, dass Empathie und Altruismus die Grundlagen von Glücksgefühlen darstellen. Es geht eben nie nur um dich, sondern du bist nur im Kontext mit anderen denkbar. Umgib dich mit optimistischen Menschen und lerne von ihnen, wie man Glück und eine positive Grundhaltung buchstabiert. Sei nicht länger Sklave deiner destruktiven Gefühle und Gedanken. Erhebe dich über sie.
 

Alle Grundlagen sind bereits vorhanden

In Sachen „Selbstmanagement“ hast du die realistische Chance, deine Grundstimmung und deine pessimistische Weltsicht zu verändern. Nichts verpflichtet dich, an ihnen festzuhalten. Sei offen für die Möglichkeit, dass du bereits alle Anlagen eines Optimisten in dir trägst. Sie sind nur unterentwickelt und durch pessimistische Inhalte überlagert. Betrachte es einmal so, als müsstest du von Berufs wegen eine neue Fremdsprache erlernen. Die Sprache der Optimisten bedient sich tatsächlich eines anderen Vokabulars. Wenn du beginnst, deinen Wortschatz um die Sprach-Tools eines Optimisten zu erweitern und die Möglichkeit in Betracht ziehst, die neu erlernte Sprache zu verinnerlichen, hast du bereits den ersten Schritt zum Optimisten getan. Deine Sprech- und Sprachfähigkeit wurde bereits bei der Geburt auf den Genen installiert – nicht aber die Programme, mit denen du neue Sprachen lernst. Diese musst du – um im Bilde zu bleiben – erst installieren. Mache dir bewusst, dass deine Anlagen nur zu 50% definieren, wie du dich fühlst. Ein kleiner Anteil kommt den jeweiligen Lebensumständen zu – aber mindestens 40% obliegen deiner Interpretation von dem, was passiert. Diese Anteile kannst du umschreiben. Du kannst dich auf eine andere Art der Interpretation hin trainieren.
 

Vom Pessimisten zum Optimisten: eine Transformation

Optimismus ist wie eine bisher unbekannte Sprache. Diese musst du dir erst zu eigen machen. Nimm dir vor, ein unbekanntes Land zu erforschen, in dem du als sprachgewandter Optimist deinen Platz findest. Deine neu erlernten Sichtweisen werden alles beeinflussen, was du erlebst. Sie nehmen Einfluss auf deinen Karriereweg und deine Beziehungen. Wichtig ist aber, dass es sich nicht um einen aufgesetzten Optimismus handelt, sondern um ein authentisches Gefühl. Da alle Anlagen zu einer optimistischen Grundhaltung bereits in dir vorhanden sind, musst du gar nichts erzwingen. Lass es einfach wachsen. Wie der Buddhismus sagt: Meide unheilsames und fördere heilsames Denken. Gieß nicht das gedankliche Unkraut, sondern das, was daneben erblühen möchte. Gib dem, was schon da ist, mehr Raum als dem, was von dir Besitz ergriffen hat. Übung macht den Meister. Dieser Spruch gilt auch in Sachen optimistischer Lebenshaltung. Fakt ist nämlich, dass sich durch die tägliche Übung in deinem Gehirn neuronale Verbindungen bilden, die das optimistische Lebensgefühl verankern. Als Optimist, der immer öfter Erfolgserlebnisse hat, weil er an sie glaubt, fühlst du dich einfach besser.
 

Die wichtigsten Schritte zum Erfolg

Deine Transformation zum Optimisten verlangt etwas Einsatz. Aber: dieser lohnt sich. Geh daher mit einer positiven Grundhaltung an deine Transformation. Betone in allem, was du sagst und denkst, deine Stärken. Du hast gute Eigenschaften, die du täglich entwickeln kannst. Erkenne dasselbe Potenzial in anderen Menschen. Übe dich in Dankbarkeit und Zufriedenheit. Gründe für beides lassen sich zur Genüge finden. Sammle deine Erfolgserlebnisse. Freue dich auch mit anderen über die ihre. Erinnere dich täglich an Dinge, die du erleben möchtest. Geh ihnen entgegen. Visualisiere ihr Erscheinen. Wähle dir ein optimistisches Motto für Krisenzeiten. Lass nicht mehr zu, dass du in sinnlose Grübeleien verfällst. Erschaffe die Bedingungen dafür, dass du dich nicht selbst boykottierst. Du lässt dir in deinem unbewussten Modus eine Menge von deinen destruktiven Denkmustern gefallen. Übe dich in geistiger Disziplin. Sieh die Welt als Markt der Möglichkeiten und Chancen, nicht als einen Pool voller Rückschläge und Missstände. Sorge zukünftig besser für dich. Gönne dir schöne Erlebnisse. Genieße deine Mußestunden, statt ständig am Rad zu drehen. Lass es auch anderen gut gehen. Nimm sie mit in dein neues Lebensgefühl. Betrachte Krisen und Fehlschläge als Chance, etwas Neues über dich zu lernen und zu wachsen.
 

Optimisten leben deutlich besser. Und länger.

Es geht nicht darum, vom notorischen Miesepeter zur chronischen Frohnatur zu mutieren. Vielmehr kannst du die Gelegenheit nutzen, deine positiven Potenziale zu erkennen und auszubauen. Du kannst die Zuversicht entwickeln, immer wieder bei dir selbst anzukommen und auf die Füße zu fallen, wenn du ins Stolpern kommst. Kluge Menschen haben einmal ermittelt, dass ungefähr 30.000 bis 60.000 Gedanken tagtäglich unseren Kopf durchqueren. Die wenigsten davon sind uns bewusst. Bei Pessimisten sind erschreckend viele davon destruktiv. Wenn du dir deine unbewussten Gedankenwelten bewusster machst, kannst du besser gegensteuern. Viele Sorgen machen wir uns ohnehin vollkommen unnötig. Optimisten sind seelisch robuster und weniger gestresst. Daher sind sie seltener krank. Das Immunsystem reagiert auf eine positive Grundstimmung, da es mit weniger Stresshormonen belastet wird. Die Wissenschaft hat diesen Zusammenhang bereits bewiesen. Erwiesen ist auch, dass der Optimist eine Chance erkennt, wenn der Pessimist sich alles Mögliche in den Weg stellt. Daher ist der Optimist oft erfolgreicher.

 

Foto: Adam Gault / Getty Images



Anzeige

Dieser Artikel kann Werbelinks enthalten.
Keine Kommentare

Dein Kommentar dazu Abbrechen

Deine E-mail Adresse wird nicht veröffentlicht.