Augenlasern: Die neue Femto-LASIK Methode

        Femto-LASIK Methode    

Keine Brille, keine Kontaktlinsen – einfach wieder gut sehen können. Das ist es, was fast 150.000 Deutsche jährlich zur Laser-OP bewegt und jedes Jahr werden es mehr. Spielst auch du vielleicht mit dem Gedanken? Wir stellen die verschiedenen Verfahren vor und verraten dir, ob die teuerste Variante, die Femto-Lasik-Methode, ihr Geld wert ist.

Wie funktioniert eine Laser-OP?

Egal ob kurz- oder weitsichtig: bei der Laser-OP geht es darum, die Hornhaut, die transparente äußerste Schicht des Auges, mit einem zuvor hochgenau ausgemessenen Abtragungsprofil gezielt zu verdünnen – und zwar so, dass das Licht wieder optimal auf die hinten im Auge liegende Netzhaut gebündelt wird. Bei einer gewöhnlichen Laser-OP spielt sich alles im äußeren Drittel der Hornhaut ab. Deswegen ist das Risiko auch so gering.

Das Problem: Die äußerste Schicht der Hornhaut wächst einfach wieder nach. Diese Selbstheilung ist wichtig, an der Oberfläche zu lasern macht aber keinen Sinn. Man muss tiefer operieren, IN der Hornhaut.

Nun gibt es verschiedene Wege, wie man diese sogenannte Epithelschicht umgeht.

Lasik oder Lasek?

Bei der Lasek, der klassischen und günstigeren Behandlungsmethode, wird das Epithel chemisch angelöst und entfernt. Anschließend wird behandelt. Nach der OP muss die Epithelschicht komplett wieder nachwachsen. Das hört sich brutal an und ist auch sehr schmerzhaft. Mehrere Wochen nach der OP ist an arbeiten, Sport oder autofahren nicht zu denken. Auch langfristig gibt es bei der Lasek mehr Komplikationen, als bei dem neueren Verfahren – Fremdkörpergefühle, Lichtempfindlichkeit, schlechte Sicht bei Dunkelheit, brennende und trockene Augen oder seltener durch Narben bedingte Seheinschränkungen. Dennoch ist die überwältigende Mehrheit der Patienten nach einigen Monaten beschwerdefrei.

Die Lasik dagegen folgt der Idee, die Epithelschicht nach einem chirurgischen Schnitt zeitweise wegzuklappen. Das weggeklappte Läppchen wird dabei niemals ganz von der Hornhaut gelöst und nach der Operation wieder auf die operierte Stelle gelegt. Sie haftet von selbst wieder an und verheilt innerhalb von Tagen. Weil statt einer großflächigen Wunde nur ein feiner Schnitt verbleibt, ist die Lasik deutlich schonender und auch langfristig deutlich komplikationsärmer.

Eine Frage des Vertrauens

Wie sehr vertraust du deinem Arzt? Lasik ist nämlich nicht gleich Lasik. Oft etwas günstiger ist die Mikrokeratom-Lasik. Ein Mikrokeratom ist dabei nichts anderes, als ein hochpräzises Messer, mit dem der Augenarzt den Flap vor der eigentlichen OP schneidet. Dann erst kommt der Laser zum Einsatz. Das Ergebnis ist meist hervorragend, aber immer auch von der Erfahrung, Präzision und der ruhigen Hand des Mediziners abhängig.

Freitag OP, Montag wieder arbeiten – mit Femto-Lasik kein Problem

Falls du mit einer Klinge in der Nähe deines Auges keinesfalls Bekanntschaft machen möchtest, ist die Femto-LASIK möglicherweise dein Favorit. Hier kommt neben dem Excimer-Laser, der die Abtragung des Sehprofils vornimmt, noch ein zweiter Laser, der Femtosekundenlaser, zum Einsatz.

Eine Femtosekunde ist eine Billiardstel-Sekunde – und die Lichtpulse des Lasers sind zwar stark, aber tatsächlich so kurz. Das Licht legt in dieser Zeit nur den Bruchteil eines Millimeters zurück. Der Femtosekundenlaser kommt zu Beginn der OP zum Einsatz und wird verwendet, um schmerzfrei und mit Hochpräzision winzige Bläschen in der Hornhaut zu erzeugen, in Form eines Flaps, das dann weggeklappt werden kann. Somit wird kein Mikrokeratom benötigt. Durch die computergesteuerte Echtzeitüberwachung werden menschliche Fehler während der Femto-LASIK-OP praktisch ausgeschlossen. Aufgrund des zweiten Lasers – Anschaffungskosten oft über einer Million Euro – ist die Femto-LASIK nochmals etwas teurer. Doch die Kombination aus Sicherheit, Präzision, schneller Heilung und geringen Komplikationszahlen ist für immer mehr Patienten Grund genug, diesen Preis zu zahlen. Zudem sind die Preise aufgrund des gestiegenen Wettbewerbs in den letzten Jahren gefallen.

Nichts für Kampfsportler

Weil der Flap nur teilweise wieder anwächst, besteht nach einer LASIK-OP bei Vollkontaktsportarten eine Restgefahr, dass er sich wieder löst. Das passiert nur extrem selten. Dennoch wird Boxern, Gelegenheits-Raufbolden und Strafraumstürmern trotz der damit verbundenen Nachteile die Lasek empfohlen und nicht die LASIK.

Minimal-invasiver Eingriff

Eine Sonderform der Femto-LASIK ist das sogenannte ReLEx-SMILE-Verfahren, bei dem die gesamte Operation über einen Femtosekundenlaser ausgeführt wird. Dieses Verfahren ist erst einige Jahre alt und aktuell das teuerste. Dabei wird kein Flap weggeklappt, sondern direkt innerhalb der Hornhaut der zu entfernende Teil minimal-invasiv ausgeschnitten und durch einen winzigen Kanal herausgezogen. Durch diese Vorgehensweise sind die oberflächlichen Verletzungen nochmals deutlich geringer und der Heilungsprozess beschleunigt, es liegen aber bis jetzt nur wenige Langzeitdaten vor.

Die Wahl ist immer auch von individuellen Faktoren abhängig – Lifestyle, Dicke der Hornhaut, Form der Augenhöhle und Grad der Fehlsichtigkeit. Deswegen werden alle der genannten Verfahren auch weiterhin angeboten und auch die Erfahrung des Augenarztes ist nach wie vor unverzichtbar. Doch die Pionierzeit ist vorbei – Technologien wie die Femto-LASIK haben aus den einst wagemutigen Laser-OPs eine Routineoperation gemacht, die nur noch wenig Mut erfordert. Bist du bereit, dich dem zu stellen?

 
Foto: lassedesignen / stock.adobe.com

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