Flying Uwe: „Zum Sport gehört auch die Persönlichkeit, die es immer weiter zu entwickeln gilt.“

Im Interview mit dem Kampfsportler Uwe Schüder, dank YouTube besser bekannt als „Flying Uwe“, bekamen wir ein paar hilfreiche Tipps, wie man sportlich motiviert bleibt und seine Vorsätze am besten konsequent durchzieht.
 

Ajouré: Unter deinem Künstlernamen „Flying Uwe“ bist du berühmt geworden, indem du schon vor vielen Jahren angefangen hast, Videos von dir ins Internet zu stellen. Wie bist du damals auf die Idee gekommen?

Uwe: Mein Vater hat schon Kampfsport betrieben und sich dabei mit den technischen Mitteln, die es halt damals gab, gefilmt und seine eigenen Kurzfilme gedreht. Ich fand es schon früher cool und hatte es daher immer im Hinterkopf. Irgendwann kam dann das „Zeitalter Internet“ und ich habe mir dann gedacht, ich könne doch auch meine eigenen Videos machen und veröffentlichen.

Ajouré: Seit etwa fünfzehn Jahren betreibst du schon Kampfsport – Wun Hop Kuen Do Kung-Fu um genau zu sein. Was macht diese Kampfkunst für dich so besonders?

Uwe: Es ist nicht versteift, sondern man kann immer weiter kreativ daran arbeiten – sei es an seiner Persönlichkeit oder an seinem kampfsportartlichen Können. So wie sich deine eigene Persönlichkeit dabei entwickelt, so entwickelt sich auch dein eigener Stil. Mein Kung-Fu-Lehrer Sifu Jörn Tiedge hat mich viel gelehrt – nicht nur sportlich, sondern auch menschlich.

Ajouré: Woher nimmst du die Inspiration für deinen eigenen Kampf-Stil?

Uwe: Tradition muss sein – das gibt eine gewisse Festigkeit und Basis. Meiner Meinung nach sollte eine Kampfsportart aber nicht so traditionell sein, dass man daran nichts ändern darf. Es gibt alleine schon so viele verschiedene Kung-Fu-Arten. Man darf nicht versteifen, denn es gibt so viel zu entdecken. Mein Vater war großer Fan von Bruce Lee, daher wusste ich schon mit fünf Jahren, wer er war und fand ihn ziemlich cool. Durch ihn kam ich dann auch zu meinem eigenen Kampfsport. Ein Vorbild habe ich heute allerdings nicht mehr.

Ajouré: Neben der Kampfkunst spielt auch Fitness-Training eine wichtige Rolle in deinem Leben. Widmest du beidem gleich viel Zeit?

Uwe: Ja, schon. Aber immer, wenn ich mich entscheiden muss, wähle ich den Kampfsport – das macht mich einfach glücklicher.
 

Flying Uwe Interview
Foto: Paul Partyzimmer
 

Ajouré: Wie sieht eigentlich deine typische Trainingswoche aus?

Uwe: Je nachdem wie lange und intensiv der vorherige Arbeitstag war stehe ich zwischen sechs und acht Uhr auf, gehe dann zum Fitness, drehe anschließend meine Videos ab und abends geht es dann zum Kampfsport. Und das immer fünf Tage die Woche. Samstags gehe ich auch zum Fitness und meist auch zum Kampfsport, aber der Sonntag gehört dann ganz meiner Familie.

Ajouré: Was treibt dich Tag für Tag an?

Uwe: Wenn ich nicht zum Training gehe, bin ich unzufrieden, da ich ein sehr körperlicher Mensch bin und mich daher auch viel bewegen muss. Ohne Sport bin ich tatsächlich unglücklich.

Ajouré: Was sind deine sportlichen Ziele?

Uwe: Früher habe ich viele Turniere und Titel gewonnen. Zum Sport gehört aber auch die Persönlichkeit, die es immer weiter zu entwickeln gilt, um erfahrener zu werden. Das gilt natürlich auch für die körperliche Weiterentwicklung.

Ajouré: Das Jahr ist noch ganz frisch und viele haben den Vorsatz mit viel Sport und gesunder Ernährung voll durchzustarten. Doch oftmals lässt die Motivation schnell wieder nach. Welche Tipps hast du, damit man seine Vorhaben konsequent durchzieht?

Uwe: Auch wenn man gerade keine Lust hat zum Sport zu gehen – ist genau das der Augenblick, in dem man dann auch wirklich hingehen sollte. Weil wenn man dann erst einmal losgegangen ist, merkt man schnell, dass es doch gar nicht so schlimm ist und man vielleicht sogar richtig Bock darauf hat. Diese Erfahrung muss man einfach machen – zu merken, dass es sich trotz Lustlosigkeit oder Müdigkeit gelohnt hat. Dann glaube ich, bleibt man auch motiviert! Die meisten, die dem inneren Schweinehund nachgeben, gelangen nämlich erst gar nicht an diesen Punkt, wo man merkt, dass es halb so schlimm ist, wenn man erst einmal dabei ist.
 

Flying Uwe Interview
Foto: Paul Partyzimmer
 

Ajouré: Welche Ernährungs- und Trainingstipps kannst du generell geben?

Uwe: Sowohl beim Fitness als auch beim Kampfsport geht man die ersten Monate nicht hin um zu trainieren, sondern erst einmal nur um die Übungen zu lernen, damit man diese zukünftig dann auch tatsächlich trainieren kann. Wenn ich einem Anfänger zum Beispiel einen Kick zeige, übt er im Grunde erst einmal nur den Ablauf, um später dann die Technik zu trainieren. Außerdem darf man sich nicht wundern, wenn man die ersten Tage körperlich platt ist. Man nimmt seinen Körper plötzlich viel mehr in Anspruch und holt ihn aus seinem Gleichgewicht, weil sich der Alltag ändert. Der Körper muss sich daraufhin erst einmal umstellen und das dauert etwas, bis er sich daran gewöhnt.

Bezüglich der Ernährung kann ich jedem nur ans Herz legen, ehrlich mit sich selbst zu sein und tatsächlich mal darauf zu achten, was und wie viel man so zu sich nimmt. Das beginnt schon bei zuckerhaltigen Getränken – man sollte stattdessen lieber zu Wasser greifen und viel davon trinken. So spart man schon eine Menge ungesunder Kalorien.

Viele denken immer, auch bei mir, dass Fitness gleichbedeutend mit Magerwahn ist. Das ist aber völliger Unsinn! Man braucht gute Kohlenhydrate und Proteine und sollte einfach mal unnötiges Fett weglassen. Wenn Fett, dann Omega-3 für die Gelenke. Ich persönlich nehme so 60 % – 70 % an Kohlenhydrate zu mir, den Rest an Proteinen und nur eine wirklich kleine Menge an Fett.

Wenn ich weiß, ich schaffe es am nächsten Tag nicht zum Training, dann esse ich dementsprechend den Tag vorher auch bewusster. Ich führe dabei aber keine Listen, sondern mache das rein nach Gefühl.

Ajouré: Du hast auch deine eigene Nahrungsergänzungsmittel-Linie – „Neosupps“. Verrate uns etwas über die Produkte!

Uwe: Vom Standart-Whey-Protein bis hin zur selbstgebackenen Protein-Pizza gibt es dort so ziemlich alles. Die Produkte sind für jeden Sportler geeignet, der zum Beispiel durch die Arbeit nicht so viel Zeit hat. Da eignen sich dann beispielsweise die Pre Workout Booster, um sich zu pushen – da stecken u.a. Koffein und Arginin drin, die den Kreislauf in Schwung bringen. Die Produkte sind aber wie gesagt nur eine Ergänzung und kein Ersatz für eine ausgewogene, gesunde Ernährung.

Ajouré: Was sind deine Pläne für 2017?

Uwe: Mein Privat- und Berufsleben verblenden miteinander, weil mir mein Business einfach wahnsinnig viel Spaß macht. Als Selbstständiger merkt man dann vielleicht auch gar nicht, dass man manchmal etwas zu viel arbeitet. Ende Januar geht es daher mit meiner Freundin und Tochter erst einmal für einen Monat nach Los Angeles. Ich will es ihnen schmackhaft machen, weil ich dort am liebsten leben wollen würde. Ich möchte mich nämlich in Amerika hinsichtlich Fitness und Kampsport weiterentwickeln. Außerdem möchte ich auch meinen YouTube-Channel weiter auszubauen und ihn in mein neues Vorhaben mit einbringen. Ein Traum ist es aber auch in der Film-
szene Fuß zu fassen – natürlich im Bereich Martial Arts und Action.

 
Fotos: Paul Partyzimmer



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