The BossHoss: „Unser Erfolgsrezept ist Authentizität, Leidenschaft und harte Arbeit!“

        The BossHoss Interview    

Wir trafen die coolen Kerle von The BossHoss in Berlin zur Präsentation der „Marshall Eyewear Spring/Summer 17“-Kollektion zusammen mit Brille24, für die die Jungs die Testimonials sind. Wie es dazu kam und welche Pläne Hoss Power und Boss Burns für 2017 haben, erfährst du im Interview.
 

Ajouré: Ihr habt als Werbegrafiker bei derselben Firma gearbeitet. Wann war für euch klar, eure Jobs an den Nagel zu hängen und stattdessen nur noch Musik zu machen?

Alec: Wir haben uns in der Firma kennengelernt und erst einmal nur so hobbymäßig zwei Jahre lang zusammen Musik gemacht. Das „BossHoss-Ding“ ist dann so langsam entstanden, peu à peu und just for fun. Als dann aber im Dezember 2004 der Plattenvertrag im Kasten war, haben wir beschlossen, 2005 auf Tour zu gehen und die Jobs sein zu lassen und uns nur darauf zu konzentrieren.

Sascha: Ein paar aus der Band haben zwar erst noch immer unbezahlten Urlaub genommen, solange der Chef eben noch mitgespielt hat, aber das war irgendwann auch einfach nicht mehr möglich. Im ersten Jahr haben wir 200 Gigs gespielt – irgendwann ging es dann nicht mehr, die Bookings wurden immer mehr und als das Album mit Platz elf nur knapp die Top 10 verpasst hat, war klar: alles oder nichts!

Ajouré: Wenn man The BossHoss hört, haben die meisten wahrscheinlich nur euch zwei vor Augen, dabei besteht eure Band aus sieben Männern – das klingt nach einer Menge Testosteron, da gehen die Meinungen doch sicher auch einmal auseinander, oder? 😉

Alec: Natürlich ist es wie überall, dass man nicht immer zu einhundert Prozent der gleichen Meinung ist. Aber bei uns ist das so, dass wir beide, sozusagen als Gründer von BossHoss, schon ein wenig die Hosen anhaben – sei es musikalisch oder auch rein vom Styling und optischen Auftreten der Band und wie wir uns präsentieren. Nichtsdestotrotz sind wir schon seit Anbeginn, seit über zehn Jahren, zu siebt unterwegs. Wir sind uns schon sehr oft einig und bereden alle Dinge gemeinsam – z.B. wenn es darum geht, eine neue Tour zu machen, wie es auf der Bühne aussehen soll, welche Songs wir spielen, wie sie klingen sollen und wie wir uns inszenieren. Das alles entscheiden wir natürlich gemeinschaftlich.

Ajouré: Eure Band gib es schon seit über zehn Jahren! Was ist euer Erfolgsrezept?

Sascha: So genau lässt sich das gar nicht sagen – es gibt keine goldene Regel. Unterschiedliche Charaktere und Zufälle trafen in unserem Fall aufeinander. Wir waren ja keine Cover-Band, sondern haben die Songs neu arrangiert und neu aufbereitet. Das war damals nicht an jeder Ecke zu hören, dass man Pop-Songs oder Hip-Hop-Songs auf Country-Art macht. Das war so der erste Hinhörer für viele und dann war es so ein perfektes Rundum-Konzept, das wir eigentlich gar nicht so genau überlegt oder konstruiert hatten, sondern das ist ganz natürlich gewachsen und deshalb auch sehr glaubhaft. Es ist eine sehr runde Sache – von den Outfits, bis zu dem Band-Namen und die ganze Gang an sich. Wenn man jetzt so zurückblickt, hätte es kein Stratege besser planen können, was da zufällig aus Leidenschaft entstanden ist. Ich glaube, unser Erfolgsrezept ist daher tatsächlich Authentizität und Leidenschaft.

Alec: Und harte Arbeit! Wir überlassen seitdem nichts dem Zufall. Auch wenn es immer nach Leichtigkeit aussieht, steckt doch viel Hirnschmalz dahinter. Wir versuchen wirklich immer 100 Prozent zu geben. Wir überlegen uns immer alles sehr genau. Ich glaube, das ist sehr wichtig, dass wir niemanden haben, der für uns arbeitet – keine Plattenfirma, die ein Konzept entwickelt oder ein Artwork-Shooting initiiert – sondern dass wir alles über unseren Tisch laufen lassen. Ich glaube, das ist sehr wichtig, damit am Ende auch alles hundertprozentig echt ist.
 

The BossHoss live
 

Ajouré: Worauf kam – oder kommt – es euch bei den Cover-Songs an?

Sascha: Damals war es eben der Gag Songs zu singen, die in ihrer ursprünglichen Fassung weit weg von dem waren, was wir mit ihnen vorhatten. Heute ist die Herangehensweise, wenn wir so etwas nochmal machen, nicht mehr unbedingt die, einen Song zu wählen, der möglichst skurril ist, sondern einen, der geil ist und auf den wir Bock haben. „Jolene“ war auf unserem Jubiläums-Album mal wieder so einer. Der ist so ein „Über-Song“, den wir schon all die Jahre immer im Hinterkopf hatten, wo wir aber nie genau wussten, ob und wie, da er ja von Dolly Parton, einer Frauenstimme eben, gesungen wurde.

Alec: Zum Jubiläum hatten wir uns dazu entschieden, noch einmal eine Cover-Scheibe on top zu machen und dafür eben nur Songs gewählt, auf die wir so richtig Lust hatten.

Ajouré: Hattet ihr schon von Anfang an im Kopf, irgendwann auch einmal eigene Songs zu schreiben?

Alec: Wir beide waren ja vorher schon selbständig in Bands unterwegs, in denen auch immer eigene Songs geschrieben wurden. Das Covern mit BossHoss war eher so eine Tresen-Idee bei einem Bierchen.

Uns war dann schnell klar, dass, wenn wir langfristig Erfolg haben wollen, auch selber eigenständig schreiben müssen. Wir wussten wie der BossHoss–Sound klingen soll und haben das dann auch schnell in die Tat umgesetzt und Songs aus eigener Feder geschrieben.

Ajouré: In Kooperation mit Brille 24 und Marshall erscheint jetzt die „Marshall Eyewear Spring/Summer 17“-Kollektion, für die ihr die Testimonials seid. Wie kam es zu der Kooperation?

Sascha: Wir werden als Band sehr oft auf Kooperationen angesprochen. Die Anfrage kam über die Plattenfirma und Marshall ist natürlich perfekt für eine Band. Jeder, der Marshall liest oder hört, bringt es sofort mit Rock’n’Roll in Verbindung. Für uns war das natürlich ein tolles Angebot. Wir haben uns schließlich mit den Leuten von Marshall getroffen, woraus dann auch die Kooperation entstand, hinter der wir absolut stehen können – einerseits wegen der Sonnenbrillen, andererseits natürlich auch wegen der Marke.

Ajouré: Wie wichtig ist euch generell Fashion?

Alec: Fashion ist vielleicht ein zu großes Wort, das klingt immer so nach „up to date“ und „Trend“. Auf uns bezogen würde ich es eher Style nennen und der ist natürlich schon wichtig. Neben der Musik ist es für eine Band essentiell auch optisch eigenständig zu sein. Man muss sich abheben können und es muss stimmig sein. Uns war es von Anfang an wichtig, dass BossHoss auch etwas für das Auge sind und dass das, was wir musikalisch angefangen haben, auch optisch weitergeführt wird – sprich: Cowboy-Hut, Feinripp, Boots.

Für uns ist es bei jedem Album auch immer noch von Bedeutung, dass wir uns neue Outfits für die Tour und für die Shootings, Artworks und Auftritte zusammenstellen, die das Ganze abrunden.
 

The BossHoss
 

Ajouré: Ihr seid in diesem Jahr die neuen Gastgeber der vierten Staffel von „Sing meinen Song – Das Tauschkonzert“ – worauf freut ihr euch schon am meisten?

Alec: Die Aufgabe zu bestehen! Wir haben schon einen großen Respekt vor dieser Herausforderung. Einerseits freuen wir uns schon tierisch darauf, andererseits haben wir aber auch ein bisschen Muffensausen.

Ajouré: Für die Dreharbeiten geht es nach Südafrika! Werdet ihr rund ums Lagerfeuer Musik machen?

Sascha: Ja, sicherlich auch. Aber das ist natürlich eine sehr professionelle, getaktete Produktion. Wir drehen die komplette Staffel in acht Tagen, das wird natürlich sehr arbeitsintensiv. Nichtsdestotrotz macht das auch viel Spaß. Jetzt im Vorfeld kann man schon sagen, dass es eine harmonierende Runde ist. Ich würde sagen, dass mich das am meisten freut – mit den Leuten, die wir in dieser Staffel begrüßen dürfen, jetzt endlich die Nummer durchzuziehen. Die sind alle cool und wir hatten bereits tolle Abende zusammen, in denen wir uns schon einmal beschnuppert haben.

Ajouré: Nach „The Voice of Germany“ ist das nun euer zweites Musik-Projekt im Fernsehen. Scheint, als bräuchtet ihr hin und wieder die Abwechslung zum „normalen“ Musiker-Alltag? 😉

Alec: Es ist ein Feld, das für uns nicht unattraktiv ist. Heute muss man sich als Musiker im Musikgeschäft auch immer etwas umorientieren. TV ist natürlich eine super Promotion-Plattform, um unsere Musik nach draußen zu tragen. Radio ist, und wird, immer schwieriger, weshalb das Fernsehen ein adäquates Mittel ist, um den Leuten zu zeigen, dass es „The BossHoss“ gibt.

Ajouré: 2016 war ein sehr erfolgreiches Jahr für euch. Ihr wart auf Tour und „Dos Bros“ hat viele Auszeichnungen bekommen. Werdet ihr es 2017 musikalisch ruhiger angehen lassen oder können sich eure Fans schon auf etwas Neues freuen?

Alec: Wir haben unsere Fans für dieses Jahr etwas auf die Wartebank geschoben, eben weil das vergangene so busy war, sodass wir uns gesagt haben, wir nehmen uns mal ein wenig zurück. Außer „Sing meinen Song“ wollten wir ein bisschen in die Pause gehen.

Sascha: Aber wir machen noch ein „Best of“-Album, mit möglichst den besten und spannendsten Songs aus den vergangenen zwölf Jahren. Ich finde, nach so einer langen Zeit kann man das auch mal machen und ein Greatest-Hits-Album rausbringen. Darauf können sich die Fans also freuen.

Ajouré: Danke, Alec und Sascha.

 

Fotos: Julia Schoierer; PR Brille24

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