Roman Weidenfeller ganz persönlich Im Interview

        Roman Weidenfeller ganz persönlich Im Interview    

Im Rahmen der Presse-Veranstaltung zur Einführung des neuen Opel Combo hatten wir Gelegenheit zu einem sehr persönlichen Gespräch mit Roman Weidenfeller, dem ehemaligen Torhüter von Opel-Partner Borussia Dortmund. Wenige Tage vor seinem Abschiedsspiel gewährte er uns Einblicke in seine Planungen für die Zeit nach dem Profisport.
 

Wir befinden uns heute im Opel-Werk in Rüsselsheim und reden über den neuen Opel Combo. Du bist ja selbst sehr groß, da stellt sich uns natürlich die Frage, hast auch du ausreichend Platz darin und was sind deine ersten Gedanken zu diesem Fahrzeug?

Schon beim Werbespotdreh für den Opel Combo hatte ich natürlich das Vergnügen auch Probe zu sitzen. Der Opel Combo ist auch für mich groß genug, selbst wenn ich ein paar Zentimeter größer bin, als der ein oder andere Bürger. Es ist ein reinrassiges Familienfahrzeug und von daher glaube ich, dass Opel die richtigen Features eingebaut hat, um der Familie das Leben im Alltag zu erleichtern.

Würde das Auto auch privat für dich in Frage kommen?

Ich fahre zwar einen Opel, aber keinen Combo, da er jetzt erst auf den Markt kommt. Wenn er verfügbar ist, werde ich mir das aber überlegen. Ich bin schon viele Opel-Modelle gefahren und habe aktuell den Crossland X. Aus diesem Grund bin ich mit der Marke sehr verbunden – auch, da man sich auf einer sehr familiären Ebene kennt. Einen Opel zu fahren steht bei mir also außer Frage.

Roman Weidenfeller - Opel Combo

Du bist jetzt seit Jahrzenten ein Profi-Fußballspieler und weißt, dass nach deinem Karriereende ein neuer Lebensabschnitt auf dich zukommt. Wie geht es dir denn aktuell so?

Sehr gut! Es könnte mir eigentlich nicht viel besser gehen. Mein Tag ist weiterhin sehr ausgefüllt, aber trotzdem sehr entspannt. Ich habe mehr Zeit für die Familie, ich kann meine Termine so planen, wie es gerade am besten passt, ich bin weiterhin noch ganz stark eingebunden in die Vorbereitungen für mein Abschiedsspiel am 7. September in Dortmund im Signal Iduna Park und fühle mich blendend.

Vermisst du aktuell ein bisschen den Platz oder ist die Vorfreude auf das, was jetzt kommt höher?

Die Vorfreude auf das Neue ist bedeutend größer. Ich hatte das Privileg, wirklich unheimlich lange Profisportler sein zu dürfen. Mein Körper hat mir diese Chance geschenkt und zeitgleich habe ich das ganz klar durch meine Leistung unterstützt. Aber irgendwann muss man auch ehrlich zu sich selbst sein und zu sich sagen, dass der Tag kommt, an dem man sich davon löst und einen neuen Weg im Leben einschlägt. Den habe ich jetzt angefangen zu beschreiten und möchte ihn auch fortführen.

War das eher ein schleichender Prozess oder gab es einen Punkt, an dem du gesagt hast, hier ist jetzt dann Ende?

Nein, das war ein schleichender Prozess, da ich mir schon Jahre zuvor über meinen Abschied Gedanken gemacht habe, sowie über den Zeitpunkt meines Karriereendes. Ich habe aber auch eine sehr enge Bindung zu unserem Verein Borussia Dortmund, dadurch bespricht man das so, wie wir es hier auch besprechen. Intern werden die Ansichten von mir und die des Vereins besprochen und dann ist man auch in der Gemeinschaft zum Entschluss gekommen, dass man den zuvor verlängerten Vertrag gemeinsam auslaufen lässt. Mein Körper schenkt mir noch immer die Kraft und Ausdauer für diesen Sport und darauf bin ich sehr stolz. Es wäre schlimm, wenn ich jetzt nur noch humpeln würde oder einen Hüftschäden hätte. Für mich war das Entscheidende, dass ich aus freien Stücken aufhöre.

Jetzt warst du schon gefühlte 1000mal mit der Mannschaft vor der Südtribüne, aber am 7. September wird das wohl ein anderes Gefühl sein. Was denkst du, wie der Tag für dich wird?

Ja, wunderschön, ich freue mich darauf. Es werden natürlich viele Emotionen im Stadion geteilt und ich hatte eben das Glück, mich schon in mehreren Etappen von den Fans und vom Stadion zu verabschieden. Es war ja schon am letzten Heimspieltag gegen Mainz nach dem Spiel der Fall und zeitgleich dann auch im letzten Auswärtsspiel in Hoffenheim. Da war auch sehr bemerkenswert, dass selbst die Hoffenheimer mich unterstützt und das Ganze begleitet haben. Also großen Respekt dafür und auch noch einmal ein herzliches Dankeschön. Und genau dadurch ist es ein schleichender Prozess gewesen. Ich bereite mich natürlich auf das Spiel vor, lasse es aber letztendlich auf mich zukommen. Auf die Emotionen danach bin ich sehr gespannt aber ich freue mich darauf.

Roman Weidenfeller

Du hast ja über deine Social-Media-Kanäle schon ein wenig preisgegeben, welche Spieler du an diesem Tag gewählt hast. Kommen noch Spieler dazu?

Ja, auch ein paar Weltmeister sind mit dabei, wie Per Mertesacker und Christoph Kramer. Dann die internationalen Spieler, zum Beispiel Ebby Smolarek, mit dem ich eben noch telefoniert habe. Der sagte: „Junge, wir müssen noch ein paar Details klären.“ Die rufen natürlich alle bei mir an, was ich super positiv finde. Es werden definitiv noch ein paar Namen dazukommen und auf jeden Fall wird großer Fußball geboten, das Stadion wird sicher ordentlich gefüllt sein und es wird eine tolle Atmosphäre herrschen.

Für uns wirkst du aktuell noch nicht so emotional, was deinen Abschied angeht, aber wir glauben, in deinem Inneren weißt du schon, dass dieser Tag für dich bestimmt extrem aufreibend wird. Liegen wir da richtig?

Im Moment stehe ich noch mitten in der Organisation und muss alles planen, dass eben alles läuft. Deshalb bin ich gerade noch zu sehr involviert in die Geschichte, dass zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Emotionen möglich sind. Ich freue mich unheimlich, klar verspüre ich auch eine Gänsehaut, wenn ich darüber rede, aber man muss auch sagen, dass ich in meinem Sportlerleben schon unheimlich viele Emotionen und tolle Momente mit dem Verein erleben durfte, gerade auch bei uns im Stadion. Da ist man schon auf so Einiges gefasst.

Du bist offiziell Markenbotschafter vom BVB. Kannst du uns erzählen, was man darunter genau versteht? Was sind deine Aufgaben?

Meine Aufgaben sind jetzt, viel im Ausland unterwegs zu sein, um die Marke „BVB“ zu repräsentieren. Also den Leuten in Asien zu erklären, dass es diese gelbe Wand gibt, dass da 25.000 wahnsinnig positiv verrückte Fans drauf stehen und die auch an schlechten Tagen, wenn es vielleicht mal unentschieden steht, die Mannschaft unterstützen. Ich bin auch dafür zuständig, Sponsoren anzusprechen, sie an den Verein zu binden, Türen zu öffnen und das Netzwerk auszuspielen.

Ich war in Asien und Amerika mit dabei und bin auch viel im deutschen Raum unterwegs, wie jetzt heute hier bei Opel, der ein langjähriger Sponsor ist. Morgen bin ich zum Beispiel bei der Brauerei Brinkhoffs eingebunden, sozusagen ein Heimspiel bei uns in Dortmund, die bei uns einen sehr hohen Stellenwert hat.

Man hat schon viele großartige Events und trifft auch viele tolle und interessante Menschen. Das ist auch das, was mir liegt und worauf ich richtig Lust habe. Ich möchte mich auch hinter den Kulissen weiterentwickeln und mich fortbilden, sodass es vielleicht die Möglichkeit gibt, so richtig in den Verein einzusteigen.

Du hast durch den Profifußball bereits 20 Jahre Erfahrung darin, im öffentlichen Leben zu stehen. Wie erlebst du selbst die Veränderungen durch das Thema Social-Media und Schnelllebigkeit bei dir im privaten Leben, sowie im Fußball generell?

Es hat sich alles verändert. Sowohl aus sportlicher Sicht die Schnelligkeit auf dem Feld, die Schnelligkeit der Transfers bei Vereinen. Und zeitgleich natürlich auch die Publikationen über Social-Media. Wir Spieler waren damals traditionell gewohnt, dass man das Privatleben raushält und dass man nur als Fußballer wahrgenommen wird. Dann kam vor ca. 15 Jahren schnell die Kehrtwende, die letzten 10 Jahre noch einmal ganz extrem. Social-Media ist unheimlich wichtig geworden, um auch einfach mehr von sich selbst preiszugeben. Heute ist das Interesse an der Privatperson Roman Weidenfeller viel größer. Es interessiert die Fans, was ich für Hobbys habe, was ich privat unternehme, wo ich eingespannt bin und wie das Leben von einer Person in der Öffentlichkeit eben ist. Das ist schon interessant und man muss es erst lernen. Ich bin selbst ziemlich spät auf den Zug aufgesprungen, weil ich da noch ziemlich traditionell agiere, bin aber mittlerweile auch in allen Netzwerken vertreten, teile auch gerne meine Erfahrungen und halte meinen Follower auf dem neuesten Stand.

Pflegst du deine Social-Media-Kanäle selbst? Oftmals übernimmt das ja ein Social-Media-Experte, dem man seine Bilder schickt und er diese zum richtigen Zeitpunkt mit passendem Text plant…

Nein, ich mache das alles selbst. Ich habe auch eben ein paar Bilder geschossen und bei Opel nachgefragt, ob es OK ist, wenn ich die rausjage. Das erkennt man vielleicht auch daran, dass das bei mir nicht top-professionell ist oder mir auch der ein oder andere Fehler unterläuft. Mir ist es wichtig, einfach die Follower-Nähe zu haben. Denn die Fan-Nähe ist das, was ich die letzten 20 Jahre beim Fußball eben ausgestrahlt habe und ich werde mich auch nach meiner Karriere nicht verändern.

Gibt es etwas in deinem Leben, wofür du alles stehen und liegen lassen würdest?

Ja, ganz klar meinen Sohn. Ich habe seit zweieinhalb Jahren einen tollen Jungen, der mir unheimlich viel bedeutet und für den ich gerne alles stehen und liegen lasse.

Unsere letzte Frage: Müssen wir über die WM reden?

(schmunzelt) Können wir gerne, müssen wir aber nicht.
Aber das nächste Großereignis mit der EM 2020 steht ja schon wieder kurz bevor und ich glaube, sowohl die Spieler, der DFB, als auch die Fans haben alle nicht mit dem frühen Aus gerechnet und niemand war zufrieden, was auch verständlich ist. Man hat jetzt die Möglichkeit, sich neu zu formieren und wieder einen positiven und erfolgreichen Weg einzuschlagen.
Das ist, denke ich, der Anspruch jedes Einzelnen und auch ich als Fan, der schon bei der letzten Weltmeisterschaft mitgefiebert habe, hoffe, wie eben alle, dass Deutschland wieder performt.

Tausend Dank für die ehrlichen und offene Worte.

Sehr gerne!

Roman Weidenfeller & Tobias Bojko
Roman Weidenfeller & Tobias Bojko

 

Fotos: Markus Nass

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