Ricky Whittle: „Es ist schön zu glauben, dass es Magie in der Welt gibt.“

        Ricky Whittle    

Im Interview mit dem Star der langersehnten Amazon Prime-Serie „American Gods“ haben wir erfahren, wie Ricky Whittle eigentlich genau zu seiner Rolle „Shadow“ kam und wie er sich auf die Dreharbeiten vorbereitet hat.
 

Ajouré: Du bist aktuell in der neuen Amazon Prime-Serie „American Gods“ zu sehen, in der es darum geht, dass ein alter Gott und ein junger, sterblicher Mann durch Amerika reisen – zwar gemeinsam, aber mit unterschiedlicher Mission. Wie waren die Dreharbeiten?

Ricky: Es war sehr intensiv, wir haben sieben Monate gedreht. Aber es hat so viel Spaß gemacht und es war aufregend so ein beliebtes Buch zu adaptieren. Es war mir eine große Freude, mit dem – meiner Meinung nach – besten Team im TV zu arbeiten und ich möchte das jetzt den Fans zurückgeben.

Ajouré: Was kannst du uns über deine Figur „Shadow Moon” verraten?

Ricky: Wenn wir „Shadow“ das erste Mal begegnen, hat er alles verloren und hält noch immer an seiner Ehefrau „Laura“ fest. Er ist gebrochen und verloren und kann es noch immer nicht verstehen, was ihm zugestoßen ist. Er ist der Punching-Bag des Universums, aber es ist seine innere Stärke, die ihm hilft aufzustehen und weiterzumachen. Er ist ungläubig und hat lediglich an die Liebe geglaubt – aber sogar die wurde ihm genommen. Als er schließlich mit all den wunderlichen Dingen konfrontiert wird, muss er sich entscheiden: Ist er verrückt oder ist es die Welt und Magie existiert tatsächlich?
 

 

Ajouré: Stimmt es, dass du mehr oder weniger zu der Rolle gekommen bist, weil deine Fans dich als „Shadow Moon“ sehen wollten?

Ricky: Ja und ich verdanke ihnen nicht nur, dass ich dadurch die Aufmerksamkeit für dieses großartige Projekt „American Gods“ bekommen habe, sondern auch die unglaubliche Arbeit von Neil Gaiman erleben durfte. „Starz“ hat eine Online-Umfrage gestartet und Fans des Buchs gefragt, wen sie gerne in der Rolle des „Shadow“ sehen wollen und sie sollten dafür den Hashtag #castingshadow verwenden.

Glücklicherweise haben viele Fans meinen Namen damit in Zusammenhang gebracht, sodass es mich über Twitter erreicht hat. Ich fragte mein Team und das schickte mich dann sofort zu den Castings – und so begann ein fünfmonatiges Vorsprechen. Jetzt kann ich den Fans das alles zurückgeben. Ich werde ihnen dafür ewig dankbar sein.

Ajouré: Wie hast du dich auf diese Rolle vorbereitet?

Ricky: Auf viele verschiedene Arten. Zunächst einmal hatte ich ja die Verantwortung, den Fans der Serie den „Shadow“ zu geben, den sie bereits seit 16 Jahren aus dem Buch kannten, was bedeutet hat, dass ich an Masse zulegen musste. Ich habe täglich 4000 kcal zu mir genommen und zwei bis vier Stunden trainiert, um von 80 kg auf 95 kg zu kommen – ich habe 15 kg reine Muskelmasse antrainiert! Außerdem habe ich auch viele Unterrichtsstunden in der Zauberschule genommen, um die Tricks, die „Shadow“ im Buch auch macht, ausüben zu können.

Abgesehen davon hatte ich die Möglichkeit während des fünfmonatigen Vorspielens mit Bryan Fuller und Michael Green an der Figur zu arbeiten. Er ist der „Shadow“ aus dem Buch – nur eben ein bisschen mehr. Er ist lautstark und stellt mehr Fragen, obwohl er dennoch in einer Achterbahn steckt und nicht weiß, wie er sie steuern kann.
 

Ricky Whittle Interview
 

Ajouré: Du bist ein Adrenalin-Junkie. Was für Sport betreibst du?

Ricky: Ich liebe jegliche Art von Sport mit Körperkontakt – von Fußball bis Rugby. Ich habe auch geboxt und bin Formel 3-Autos gefahren. Um zu entspannen fahre ich mit meiner Harley Davidson oder springe Fallschirm. Also all das, was ich während Dreharbeiten nicht machen darf! (lacht)

Ajouré: Machst du all deine Stunts selber?

Ricky: Ja, das mache ich. Ich habe ein unglaubliches Stunt-Team und mein Stunt-Double Jason Gosbe ist grundsätzlich meine Versuchsperson und testet erst einmal, ob auch alle Stunts safe sind. Sie erlauben mir, dass ich alle Stunts selber machen darf, aber erst, nachdem sie sichergestellt haben, dass ich mich nicht verletzten kann. Sie sind ein fantastisches Team und Stunts sind definitiv eines meiner Lieblingsaspekte bei der Schauspielerei. Jedes Kind will schließlich einmal ein Action-Held sein.

Ajouré: Glaubst du an Magie und Übernatürliches?

Ricky: Ja, sicher! Ich glaube an die meisten Dinge und schließe nie etwas von vornherein aus bis das Gegenteil bewiesen wird. Ich denke, wir wären sehr arrogant, zu glauben, wir seien die einzigen Lebewesen im Universum. Es ist schön zu glauben, dass es Magie in der Welt gibt.

Ajouré: Bist du ein Superhelden-Geek?

Ricky: Gewiss! Ich liebe die Welt der Superhelden und wäre gerne ein Teil davon – sei es Marvel oder DC. Ich liebe diese Filme und schaue sie mir alle an.

Ajouré: Von deinem ersten Geld, als du noch Student warst, hast du dir einen silber-grauen Versace-Anzug für den Uni-Ball gekauft. Hast du ihn noch? Und was bedeutet dir Mode – verlässt du noch immer nicht das Haus, ohne die „Whittle Standards“ zu erfüllen?

Ricky: Haha! Mein Vater hätte mich nie aus dem Haus gehen lassen, wenn ich nicht gut gekleidet gewesen wäre und nicht die „Whittle Standards“ erfüllt hätte. Ich denke, sich gut zu kleiden, gibt einem Selbstbewusstsein und einen gewissen Respekt. Wir nehmen schnell Dinge an und sich gut zu kleiden kann andere beeinflussen, wie du von ihnen wahrgenommen wirst – zu deinem Vorteil oder eben auch Nachteil. Also sollte man sich immer den Umständen und Anlässen entsprechend kleiden.

Mein bester Freund hat sich diesen Anzug übrigens mal geliehen und ich habe ihn nie wieder zurückbekommen – der hängt noch immer, auf seinen Körper maßgeschneidert, bei ihm im Schrank.
 

Ricky Whittle American Gods
 

Ajouré: Welche Styling-Tipps kannst du geben?

Ricky: Trage niemals einen Anzug, der nicht auf deinen Körper maßgeschneidert ist. Jeder Anzug muss wie eine zweite Haut sitzen. Ein schlecht sitzender Anzug ist in meinen Augen schrecklich und kann die ganze Power, den Sexappeal und Respekt, den er dir gibt, zunichtemachen. Wenn ein Anzug auf deinen Körper maßgeschneidert ist, akzentuiert er deine Statur.

Ajouré: Was sind die Hauptunterschiede zwischen dem Buch und der Verfilmung?

Ricky: Alles, was die Fans im Buch geliebt haben, wird auch in der Serie zu sehen sein. Aber es wird natürlich auch noch viel mehr zu sehen geben. Die Charaktere, die sie im Buch kennengelernt haben, wurden ausgearbeitet. Der Handlungsstrang wurde adaptiert und in Bewegung gebracht, sodass wir zwar dem Buch inhaltlich folgen, die Fans aber dennoch nicht wissen, was genau passieren wird, was es für alle nochmal umso spannender macht.

Ajouré: Wie viele Staffeln wird es voraussichtlich geben?

Ricky: Die erste Staffel deckt nur die ersten 100 Seiten des Buches ab – das ist gerade einmal ein Fünftel des Buches. Mit der Fortsetzung des Buchs von Neil Gaiman und mit Spin-Offs in „Anansi Boys“ und „Monarch of the Glen“, usw. hat die Serie gute Aussichten sich über mehrere Jahre zu halten – weit über sechs oder sieben, wenn alles gut läuft.

Ajouré: Was ist dir von den Dreharbeiten zu „American Gods“ noch lebhaft in Erinnerung?

Ricky: Die unglaublichen Talente, mit denen ich zusammenarbeiten durfte und die Leidenschaft, die jeder von den Produzenten und dem ganzen Team hatte. Man konnte die Aufregung und Begeisterung aller spüren, dass wir da etwas Besonderes auf die Beine gestellt haben. Etwas, das die Sendelandschaft im Fernsehen verändern wird und Gespräche über wichtige Themen, die in den Schlagzeilen bleiben müssen, anhebt. Es ist eine spannende Zeit für Fernsehsendungen und jetzt sind wir hier mit der am meisten erwarteten Serie für 2017 – und der letzten 16 Jahre.

Ajouré: Hast du selber schon einen Road-Trip durch Amerika gemacht?

Ricky: Neil Gaiman kam ans Set zu den Meetings zu „Shadow“ und „Mr. Wednesday“, um zu sehen, wie die Figuren aus seinem Kopf zum Leben erwachen. Es war eine große Ehre ihn kennenzulernen und mit ihm zu arbeiten. Und mit ihm zu reden war so inspirierend, dass er mich davon überzeugt hat, selber einmal durch die Staaten zu fahren, um alles mit eigenen Augen zu sehen und zu erleben. Wenn sich dann also alles wieder ein wenig gelegt hat, würde ich gerne ein Campingfahrzeug mieten und es so machen, wie er es mir gesagt hat: keine Freeways, kleine Städte – das wahre Amerika.
 

Ricky @ Social Media:

Twitter: @MrRickyWhittle
Instagram: @RickyWhittle

 

Fotos: Manual Cortez; Outfit: Darkoh Menswear



Anzeige

Dieser Artikel kann Werbelinks enthalten.
Keine Kommentare

Dein Kommentar dazu Abbrechen

Deine E-mail Adresse wird nicht veröffentlicht.