Helft den Kindern: Magic Moments – Peter Löhmann über seine Herzensangelegenheit

        Peter Löhmann    

Peter Löhmann. Vielseitig, lustig und ein Herz für Kinder. Wie das alles zusammenpasst? Ganz einfach. Er ist gelernter Koch, Zauberer und hat seine eigene Kinderhilfsorganisation in der Schweiz, die auf der ganzen Welt versucht Gutes zu tun. Die Kleinen lieben den blonden Comedian mit der verrückten Frisur und auch wir müssen sagen, dass wir ein überaus interessantes Interview mit Peter hatten. Was seine Ziele sind, wie sehr ihm das Wohl der Kinder am Herzen liegt, wie es in Zukunft weitergeht und wie auch du ein bisschen helfen kannst, erfährst du jetzt und hier.

Ajouré: Peter, du bist wohl etwas, was wir ein Allround-Talent bezeichnen würden. Gelernter Koch, warst Manager eines renommierten Schweizer Hotels, hast eine Zauberschule besucht und direkt diverse Weiterbildungskurse dazu absolviert und letztendlich dein Hobby zum Beruf gemacht. Du bist sogar Mitglied im „Magischer Zirkel von Deutschland“, sowie der „Society of American Magicians“. Und weil das alles ja noch nicht genug ist, bist du zudem Comedian, der 2018 für den 15. Hamburger Comedypokal nominiert ist. Wie kommt es, dass du alle diese Ausbildungen und Wege eingeschlagen hast? Warst du rastlos oder hat dir einfach die Herausforderung im Alltag gefehlt?

Peter: Die Redaktion ist ja supi vorbereitet. Das stimmt. Ich bin aus der Gastronomie und konnte irgendwann mein Hobby zum Beruf machen. Heute bin ich viel unterwegs und zwar hauptsächlich als Comedian, aber es kommt auch immer mal wieder Zauberei vor.
Zusätzlich bin ich ja noch Autor von Kinderbüchern und bin somit glücklich, viele Facetten von mir auszuleben. Und ich liebe natürlich die Bühne – ob solo oder in Mix-Shows. Es hat mich auch sehr gefreut, dass ich nominiert bin und werde da Gas geben. Lachen ist wichtig. Sowohl im Leben, als auch im Beruf. Rastlos? Hmmm. Ich glaube schon, dass ich ein hyperaktiver Mensch in positiver Hinsicht bin. Wenn ich was im Kopf habe, dann will ich es auch machen. Da ich ein Glückskind bin, falle ich auch selten.

Ajouré: Wer dein Leben ein wenig durchforstet und sich das ein oder andere Video online von dir anschaut, der bemerkt schnell, dass du ein sehr sympathischer Mensch mit dem Hang anderen zu helfen bist. Du hast auch die Organisation „Magic Moments“ gegründet, ein Portal, um Kindern in aller Welt zu helfen. Sei es in Jordanien, Zürich, China, Nepal oder Haiti. Wie kam es dazu?

Peter: Gute Frage und nicht leicht zu beantworten. Ich glaube, dass meine Eltern schuld sind. Wir waren vier Kinder und mussten im Haushalt nie helfen. Außer am 24. Dezember, denn da mussten wir für Bockwurst mit Kartoffelsalat den Tisch decken. Und wir mussten immer einen Teller mehr aufdecken als wir sind, damit, wenn jemand um Essen bittet, dieser sich zu uns setzen kann. Wir haben als Kinder immer auf die Tür geschaut, ob mal jemand kommt. Unseren Eltern war teilen wichtig. Da ich durch die Zauberei in der ganzen Welt rumkam, sah ich halt auch viel Elend und wollte helfen. Wie gesagt… wenn ich was im Kopf habe… dann will ich es auch machen. Ich habe einen Verein gegründet und gehe aktuell jedes Jahr in Nepal und Haiti schauen, wie wir vorwärtskommen. Wir haben in Haiti eine komplette Schule, fünf Kindergärten, Brunnen, WC-Anlagen und vieles mehr gebaut und 650 Kids gehen dort zur Schule. Unser jüngstes Baby seit drei Jahren ist Nepal. Dort haben wir jetzt drei Kindergärten und drei Schulklassen gebaut. Wir helfen auch noch gerade vor Ort, ein Krankenhaus zu bauen.

Peter Löhmann

Ajouré: Hatte die Hilflosigkeit von Kindern schon immer einen besonderen Stellenwert bei dir, so dass du schon immer helfen wolltest, wenn du dieses teilweise vorkommende Elend mit anschauen musst?

Peter: Ich finde, dass wenn ein Kind dich glücklich anlächelt, haben wir doch alle vieles richtiggemacht, oder? Wir müssen Kids helfen, egal ob in Deutschland oder anderswo in der Welt. Sie sind das schwächste Glied und können nichts für unsere Fehler. In Haiti haben wir Menschen vor unseren Augen sterben sehen, und das muss nicht sein.

Ajouré: Wie ist die Resonanz zu deinen Projekten? Sowohl von den Kindern vor Ort, als auch von den Menschen, die spenden und das, was du tust, unterstützen?

Peter: Da ich ja mit meinem Team immer wieder hinfliege und nach dem Rechten schaue, sehe ich immer wieder die Menschen, die uns begleiten oder die wie wir auch helfen. Es gibt kein schöneres Gefühl, als die Dankbarkeit zu spüren. Sie haben nichts und laden dich dann noch zum Essen ein. Und du musst essen, sonst werden sie sehr traurig. Ich habe immer an meiner Seite eine Fotografin und einen Kameramann, die beide tolle Freunde sind. Wir zeigen mit unseren Filmen und Fotos den Menschen hier, wie wir vorwärtskommen und wo ihre Spenden ankommen und zwar zu 100%. Wir haben viele Firmen und Privatpersonen, die uns deswegen berücksichtigen und helfen, was uns sehr freut. Selbst die Flüge zu diesen Ländern zahlen wir persönlich selber. Die Flyer werden gratis von Sponsoren getragen und produziert. Es ist möglich und darum bin ich sehr stolz, dass es funktioniert. Es kommen sogar Spender mit, um selbst zu erleben, wie es ist zu helfen.

Ajouré: Hagelt es auch schon mal Kritik von Außenstehenden, die dein Vorhaben nicht verstehen können, beispielsweise mangels Transparenz oder weil vielleicht manche Menschen andere Länder für „wichtiger“ empfinden?

Peter: Nein, überhaupt nicht. Ich glaube, die Menschen spüren, dass ich es mit Herz mache. Ich bin auch Botschafter bei „Kinder unter dem Regenbogen“ in Deutschland und helfe auch dort für Kinder in Not. Auch in der Schweiz habe ich verschiedene Projekte, die ich besuche und zum Beispiel mit behinderten Kids oder Waisen zaubere. Wir sind sehr transparent und sind ein Verein.

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Ajouré: Du selbst bist auch in Nepal mit dabei gewesen. Die Videos findet man unter anderem auf deiner Seite magicmoments.ch. Wie war es dort mittendrin zu sein? Ist es wichtig, vor Ort zu sein, oder kannst du das, was du tust, auch von zuhause aus umsetzen?

Peter: Es ist wichtig sich zu zeigen, und wichtig ist für die Spender zu sehen, dass wir da auch wirklich unsere Projekte vorstellen und auch zu Ende führen.

Ajouré: In welchem der Ziele, die du betreut und unterstützt hast, würdest du sagen, dass auf Grund deiner Hilfe heute schon einiges besser läuft als vorher?

Peter: Unsere Auslandsprojekte Haiti und Nepal sind auf einem tollen Weg und es hat sich für sie vieles vereinfacht und verbessert. Im Inland geht es für mich immer mehr um Soforthilfe und auch darum, Freude zu bereiten.

Ajouré: Hast du ein Herzensprojekt, was du bis heute auf Grund fehlender Mittel noch nicht starten konntest?

Peter: Ja. Wir haben noch einige offene Projekte, die wir erst machen können, wenn wir das Geld haben. Zum Beispiel wirklich in Nepal Brunnen und Elektrizität zu Verfügung zu stellen. Wir sind auch jedes Jahr dran, die Lehrer und Kindergärtnerinnen zu bezahlen. Damit sind wir immer am Anschlag. Also nur melden! Wir freuen uns über jeden Cent.

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Ajouré: Einer der beliebtesten Comedians Deutschlands Chris Tall ist großer Fan von dir. Er hat dich bereits in deinem Projekt unterstützt. Wie kam es zu diesem Kontakt?

Peter: Chris Tall und ich kennen uns seit Jahren und wir haben und hatten immer wieder Auftritte zusammen. Ich habe ihn in die Schweiz auf eine Comedy-Tour für mehrere Tage eingeladen, und er ist auch gekommen. Er hat auch bei uns abgeräumt mit seiner tollen Art. Was ich sagen darf ist, dass er auch hinter der Bühne ein toller Mensch ist. Er hat dann die Movies von meinen Projekten gesehen und hat sofort geholfen. Immer wieder unterstützt er meine Projekte, kriegt immer wieder Informationen und fragt auch immer nach. Auch seine Managerin ist aus dem gleichen Holz geschnitzt und hilft. Ist das nicht wunderbar? Ich bin stolz, solche Menschen an meiner Seite zu haben. DANKE!

Ajouré: Wie wird es mit Magicmoments in den nächsten Jahren weitergehen? Hast du bereits neue Projekte in der Vorbereitung, über die du sprechen möchtest, oder lässt du erst einmal alles auf dich zukommen und schaust dann, wo der Schuh am meisten drückt?

Peter: Wir werden Nepal weiter aufbauen und weiter an der Schule und dem Krankenhaus bauen. Zusätzlich werden wir in diesem Jahr nach Bhutan fliegen und dort vor Ort schauen, was wir da machen können. Wir haben dort bereits Kontakte und das wird sicherlich auch spannend. In diesem Jahr gehe ich noch in Deutschland drei Krankenhäuser besuchen, wo ich Kinder unterhalten darf. Wenn ihr was habt, meldet euch doch. Ich bin für jede Idee offen.

Lieber Peter, wir danken dir ganz herzlich für dieses interessante Gespräch. Wir möchten dir die Daumen drücken und hoffen, dass all deine Pläne in die Realität umgesetzt werden können. Wir erwarten gespannt deine neuen Videos aus aller Welt, in denen die Kinder wieder lernen zu lachen. Und das Dank Menschen wie dir.


 
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Fotos: Mit freundlicher Genehmigung von Peter Löhmann und Magic Moment

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