Patrick Mölleken: „Wenn man bereit ist, absolut Vollgas zu geben, dann kann man seinen Träumen näher kommen, als man glaubt.“

        Patrick Mölleken    

Im Interview mit dem Schauspieler verriet er uns, auf welches Rollenangebot er noch wartet, mit wem er gerne gemeinsam vor der Kamera stehen würde und welche Pläne er für die Zukunft hat.
 

Ajouré: Im Alter von zehn Jahren hattest du bereits dein Schauspiel-Debüt. Wusstest du schon damals, dass die Schauspielerei genau das Richtige für dich sein wird?

Im Alter von fünf Jahren stand ich im Rahmen einer Gala-Veranstaltung das erste Mal auf der Bühne. Als Zehnjähriger hat dann neben meiner allgemeinen Filmaffinität vor allem „Der Pate“ dafür gesorgt, dass irgendetwas in mir sagte: „Schauspieler werden und Filme drehen. Das willst du auch!“ Diese innere Stimme war dieselbe wie damals auf der Gala-Bühne. Von da an war völlig klar, wo die Reise hingehen sollte. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Ajouré: Wenn es mit der Schauspielerei dann doch nicht geklappt hätte, was wäre dein Plan B gewesen? Hast du noch andere Talente oder Leidenschaften, die du gern zum Beruf gemacht hättest?

In der Filmbranche gibt es leider keine Garantie für eine dauerhaft erfolgreiche Karriere. Also sollte man realistisch sein und sich alle Wege offen halten. Das Abitur ist der Schlüssel zum Studium. Daher hatte ein erfolgreicher Abschluss für mich während meiner Schulzeit immer oberste Priorität.

Mein Berufsweg hat sich nicht ergeben, weil ich einfach nur gerne vor einer Kamera stehe, sondern aus der Liebe zum Film. Weil es kaum etwas gibt, was eine solche Magie ausstrahlen kann. Daher könnte ich mir auch gut eine Arbeit hinter der Kamera vorstellen. Mit dem Projekt „Die Mauer“ habe ich kürzlich zusammen mit meinem guten Freund und Kompagnon Adi Wojaczek meinen ersten Kurzfilm produziert.

Ajouré: Auf welches Rollenangebot wartest du noch sehnsüchtig?

Wenn ich mir jetzt eine Traumrolle aussuchen dürfte, dann die eines Gangsters in einem Mafiastreifen wie „The Godfather“. Diese Thematik mit all ihren Werten und Idealen fasziniert mich einfach. Spannend ist vor allem die Rolle von Michael Corleone (Al Pacino). Ein junger Mann, der sich anfangs noch gegen die mafiösen Strukturen und Machenschaften seiner Familie wehrt, wird durch die gegebenen Umstände und familiären Ereignisse vom Unschuldigen zum Mitläufer – und schließlich zum Gefährlichsten aller Beteiligten.

Ajouré: Hast du Vorbilder oder Kollegen, mit denen du unbedingt noch zusammenarbeiten möchtest?

Ich bin ja erst 22 Jahre alt und hoffe natürlich, dass ich zukünftig noch mit vielen tollen Kollegen zusammenarbeiten darf (lacht).
Ich finde es bewundernswert, was Schauspieler und Filmemacher wie Matthias Schweighöfer und Til Schweiger auf die Beine stellen. Sie treffen den Zahn der Zeit und wissen ganz genau, was die Menschen sehen wollen.

Vorbilder gibt es einige. Marlon Brando, wegen seiner Darstellung des Paten Don Vito Corleone – leider lebt er ja nicht mehr. Jean-Paul Belmondo mit seinen Charakter-Darstellungen und den selbstgedrehten Stunt-Szenen. Und natürlich Leonardo DiCaprio mit seiner undurchschaubaren, facettenreichen Wirkungsweise. Seine Filme sind so unglaublich komplex und faszinierend. Alles in allem großartige Schauspieler, die alleine schon durch ihre Aura und Präsenz jedem ihrer Filme einen hochklassigen Stempel aufdrücken.
 

Patrick Mölleken Interview
 

Ajouré: Was würdest du jüngeren Schauspielern oder denen, die es noch werden wollen, als Rat mit auf den Weg geben?

Jungen Menschen, die sich für den Beruf interessieren, aber noch keine Erfahrungen gesammelt haben, kann ich nur ans Herz legen: Sucht euch Gleichgesinnte, schnappt euch eine Kamera, denkt euch eine Story aus und dreht einfach mal drauf los. Zumindest um ein Gefühl für die Materie zu bekommen.

Zu empfehlen sind zudem seriöse Schauspielschulen, die einen nicht nur ausbilden, sondern im besten Fall auch über Verbindungen in die Branche verfügen. Dann rate ich dazu, sich an studentischen Kurzfilmen der Filmhochschulen zu beteiligen, um Erfahrungen zu sammeln und auch dort neue Kontakte zu knüpfen.

Der Weg ist gewiss nicht leicht. Aber wenn Wille und Leidenschaft für den Beruf und die Branche wirklich da sind, wenn man bereit ist, absolut Vollgas zu geben, dann kann man seinen Träumen näher kommen, als man glaubt. Davon bin ich fest überzeugt.

Ajouré: Hat man es als Schauspieler eigentlich leichter bei den Frauen?

Ein Gentleman genießt und schweigt (lacht). Spaß beiseite, das kann ich nicht wirklich beurteilen, weil ich meinen Beruf gegenüber Frauen ungern in den Mittelpunkt stelle. Viel lieber lerne ich sie kennen, ohne dass meine Arbeit die Ursache dafür ist. Beruflich und privat muss man einfach klar trennen. Das lässt sich natürlich nicht immer vermeiden, mittlerweile habe ich aber ein gutes Gespür dafür.

Ajouré: Welcher Anmachspruch zieht immer?

Keine Ahnung, sag du es mir (lacht)! Anmachsprüche kommen selten gut. Die Trefferquote ist schätzungsweise ziemlich gering. Für eine solche Situation gibt es keine Bedienungsanleitung. Wenn mir eine Frau gefällt, habe ich in der Regel spontan eine Idee, wie man auf charmante Art und Weise ins Gespräch kommt. Auf jeden Fall gehört immer ein bisschen Mut dazu, den ersten Schritt zu machen. Und wenn es dann doch mal schlecht läuft und einen Korb gibt – dann weiß man wenigstens, woran man ist (lacht).

Ajouré: Gibt es jemanden, der dein Leben stark beeinflusst hat?

Jeder Moment und jede Begegnung im Leben ist eine Erfahrung, die das weitere Denken und Handeln beeinflusst. Ein ständiger Lernprozess, der den weiteren Verlauf prägt. Es gibt einige Menschen, die einen positiven Einfluss auf mich hatten, die mich inspiriert und motiviert haben.

Aus beruflicher Sicht sind das z.B. Schauspielkollegen, wie Uwe Friedrichsen, Uli Tukur oder Michael Degen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte. Projekte haben eine unglaubliche Wirkung auf mich, so wie es aktuell mit „König Laurin“ und unserem Regisseur Matthias Lang der Fall ist.

Doch niemand hatte einen größeren, positiven Einfluss auf mich, als meine Eltern. Seit ich denken kann, haben sie alles dafür getan, mir die Welt zu zeigen und näher zu bringen. Mir jede erdenkliche Möglichkeit zu geben. Meine Familie steht immer hinter mir und ist mein größter Rückhalt. Dafür bin ich ihnen unendlich dankbar.

Ajouré: Montag Morgen, 9 Uhr: Wie startest du perfekt in die Woche?

Das ist ganz unterschiedlich. Da es sich bei mir nicht um eine „eingefahrene“ Tätigkeit handelt, sondern um individuelle Projekte, die sich von ihrer Art, dem Inhalt und der Dauer stark unterscheiden, gibt es keinen klar definierten Rhythmus. Kein Tag ist wie der andere – und das macht das Ganze so spannend und abwechslungsreich. Aber wenn ich frei habe und das Wochenende gut war, liege ich um die Uhrzeit vermutlich noch in der Koje (lacht).
 

Schauspieler Patrick Mölleken
 

Ajouré: Wenn du nicht gerade vor der Kamera oder hinter dem Mikro stehst, wie sieht dann deine Freizeit aus?

Die meiste freie Zeit verbringe ich mit meiner Familie und meinen Freunden, beides gibt mir viel Kraft. Ich mache gerne Sport – mehrmalige Trainingseinheiten pro Woche bieten das perfekte Ausgleichsventil zum Alltag. Musik ist ein wichtiger Ruhepol. Beim Musik hören, aber auch beim Klavier und Gitarre spielen kann ich gut entspannen.

Außerdem liebe ich das Wasser, das ist einfach mein Element. Gerade mache ich meinen zweiten Sportbootführerschein. Wasser bedeutet für mich absolute Freiheit. Wenn ich manchmal in meiner Heimat Düsseldorf am Rhein oder in München an der Isar sitze, ist das so, als wäre ich ganz weit weg an irgendeinem Strand. Ein schönes Gefühl.

Ajouré: Verrate uns deine Fitness-Routine!

Für einen gesunden Körper und Geist trainiere ich im Idealfall drei- bis viermal die Woche im Fitnessstudio. Unsere Gesundheit ist unser wichtigstes Gut. Wenn man dafür keine Zeit hat, sollte man sie sich nehmen. Außerdem schadet es nie, „spontan sportlich“ unterwegs zu sein. Fahrrad statt Auto, Treppe statt Aufzug. So bleibt man fit. Eine qualitative und ausgewogene Ernährung ist ebenso entscheidend. Auch beim Mineralwasser schadet es nicht, mal einen Blick auf die Nährwerte zu werfen.

Ajouré: Was werden wir als nächstes von dir sehen?

Ganz aktuell ist unser Fantasy-Abenteuer „König Laurin“ in den Kinos gestartet – mit mir in der Rolle des Bösewichts „Wittich“. Wir haben lange auf diesen Moment hingearbeitet. Ein echtes Herzensprojekt, das die berühmte Südtiroler Sage um den legendären Zwergenkönig Laurin und seinen Rosengarten nacherzählt.

Die Geschichte über Freundschaft, Leidenschaft und Individualismus steht eins zu eins für die Entstehung unseres Films. Mit Herzblut und unbeschreiblichem Teamgeist ist zum Erstaunen einer ganzen Branche aus einem ursprünglichen Abschlussfilm der HFF München im Laufe der letzten zwölf Monate ein großes und vielfach prämiertes Werk entstanden. Ein Film, der ohne die Menschen, die daran beteiligt gewesen sind, niemals möglich gewesen wäre.

Kürzlich habe ich unter der Regie von Thomas Jauch und Michael Karen drei Folgen der erfolgreichen ZDF-Herzkino-Reihe „Frühling“, mit Simone Thomalla als Katja Baumann, abgedreht. Hier spiele ich die Rolle des querschnittsgelähmten Astrophysik-Studenten Peet Hagen.

Aktuell laufen die Dreharbeiten für „Der Staatsanwalt: Hass“ unter der Regie von Uli Zrenner, ein weiteres Projekt ist gerade in der Pipeline. Der Film „Das letzte Mahl“, mit meiner jüdischen Film-Familie, u.a. bestehend aus Bruno Eyron, Michael Degen, Bela B und Adrian Topol, steht kurz vor der Fertigstellung.

Im Winter dürfen wir dann im ZDF mit der TV-Premiere von „Das Traumschiff: Kuba“, sowie Anfang 2017 mit den Ausstrahlungen von „Eltern allein zu Haus“ rechnen. Parallel arbeite ich außerdem durchgehend an zahlreichen neuen Audio-Produktionen, sowie an meinen eigenen Projekten.

 

Foto: Andreas Kuschner / ALIMONIE.DE

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