Patrick Dewayne: Von der Börse zur Schauspielerei

        Patrick Dewayne Interview    

Im Interview mit Patrick Dewayne sprachen wir über seine beiden Leidenschaften – Börse und Schauspielerei und erfuhren außerdem auch noch von seinen spannenden, neuen Projekten.
 

Ajouré: Von der Börse zur Schauspielerei. Wie ist dir damals der Sprung in die Schauspiel-Branche eigentlich gelungen?

Mein Frau hat schon während ihres Studiums immer „GZSZ“ geschaut und ich habe irgendwann zu ihr gesagt, dass ich mich ja schon frage, warum sie das denn täglich konsumiert und gemeint: „Ich könnte das ja verstehen, wenn ich mitspielen würde …“
Dieser Gedanke hallte dann so im Wohnzimmer nach und bei mir war der Gedanke geboren, da mitzuspielen – völlig verrückt, hat aber funktioniert. (lacht)

Ajouré: Seitdem bist du in beiden Bereichen beruflich zu Hause. Wie gelingt dir der Spagat zwischen Schauspielerei und Finanz-und Börsenwesen? Das klingt ja zunächst einmal etwas konträr!

Ich komme als Investment Banker (Aktienhändler) ganz klassisch aus dem Finanzwesen und habe dann eben mein Pokerface perfektioniert und mit in den Job des Schauspielers genommen.
Im Ernst: Tatsächlich gibt es mehr Parallelen zwischen Börsen- und Schauspielwelt, als man augenscheinlich denken könnte. Mit beiden Themen speise ich mein berufliches Wohlbefinden und genieße das abwechslungsreiche Arbeiten enorm.

Ajouré: Was ist das Beste aus den beiden Welten?

Beim Schauspiel ist für mich das Spannende, in andere Menschen, deren Gedankenwelten und Leben hineinzuschlüpfen.
Bei meiner journalistischen Arbeit an der Börse geht es vor allem um Verständlichkeit für den Zuschauer, um Fakten und eine Prise Unterhaltung – denn Börse kann sexy und unterhaltend zugleich sein, denke ich.

 

Patrick Dewayne
Foto: Paul Partyzimmer
 

Ajouré: Kürzlich lief die Jubiläumsfolge „25 Jahre GZSZ“. Du selbst hast 2004 in der Serie mitgespielt. Was ist dir von deiner Zeit bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ bis heute noch lebhaft in Erinnerung geblieben?

Für meinen Ausstieg hat man eigens einen ganzen ICE für die gesamte Nacht und einen Helikopter gebucht, plus: Der Co-Regisseur diverser Til Schweiger-Filme, Christof Wahl, war damals der Steadycam-Operator im Zug und hat mich toll in Szenen gesetzt. Das war für einen Schauspielanfänger gleich mal ein richtig dickes Ding, was mich bis heute freut und eine super Erfahrung war.

Ajouré: Wie empfindest du die Entwicklung der Serie?

Die Serie ist wirklich kein Teenager mehr, wie zu meiner Zeit, sondern ein junger Erwachsener. „GZSZ“ ist sehr gut am Markt etabliert und positioniert, denke ich.
Wir sehen in der gesamten TV-Landschaft Bewegung. Das kommt zum einen durch eine größere Formatvielfalt, Innovationen – gerade im Bereich Streaming und Serien aus den USA – und den sich günstiger entwickelnden Produktionskosten.

Was hierzulande noch viel konsequenter verfolgt werden müsste, sind zwei wesentliche Dinge unserer realen Welt: Zum einen ist die Welt, was die Menschen betrifft, viel „bunter“ und durchmischt mit unterschiedlichen Ethnien und Religionen – kurzum einfach sehr divers – und das sieht man viel zu wenig im fiktionalen deutschen Kino und Fernsehen. Dennoch ist es, verglichen mit 2004, schon viel besser geworden, aber im Bereich Moderation und Industrie sind die Entwicklungen viel weiter als im fiktionalen, deutschen TV.

Ajouré: Aktuell schreibst du gemeinsam mit einem Autor an einer eigenen Serie. Kannst du schon verraten, in welche Richtung es gehen wird?

Hmmmm, schwierig! Nur so viel vorab: Ich denke, dass im Themengebiet „Banken“ noch sehr viel Potential verborgen liegt, denn es betrifft jeden von uns.
Egal ob „Nullzinspolitik“, „Kontogebühren“ oder „Lehman-Krise“. Wir allen haben uns beim Thema Geld schon mal geärgert, den Kopf geschüttelt oder wurden Opfer von Betrügereien. Im aktuellen Umfeld denke ich, werden in den kommenden drei bis fünf Jahren zahlreiche Formate entwickelt werden, ein bis zwei dann hoffentlich auch von meinen Geschäftspartnern und mir. Bei unserer Eigenentwicklung geht es aber weniger um Vergangenheitsbewältigung als vielmehr um die Zukunft der Finanzwelt und wovon diese getrieben sein könnte.
 

Schauspieler Patrick Dewayne
Foto: Paul Partyzimmer
 

Ajouré: Schauspieler, Börsenkorrespondent und nun auch noch eine eigene Serie: Bleibt da genug Zeit für die Familie? Was ist euer „Rezept“?

Ich wundere mich tatsächlich auch, wie meine Frau und ich das schon seit 24 Jahren so gut hinbekommen und hoffe inständig, dass meine drei Kinder später nicht so etwas sagen wie: „Du warst ja nicht oft zu Hause, Papa!“
Wobei, ich muss ehrlicherweise gestehen: Ohne meine Familie würde ich das gar nicht schaffen und bewältigen. Ein Schlüssel unserer Beziehung ist auch, dass meine Frau und ich schon seit Schultagen zusammen sind und ich schon damals wusste, dass wir das hinbekommen. (Anm. d. Red. Patrick sagte schon mit 18 Jahren zu seiner heutigen Frau, dass sie eine zum Heiraten sei.)

Was wirklich hilft – in unserem Fall – ist, dass sie als Gymnasiallehrerin einen ganz anderen Tagesablauf hat, andere Themen und bei uns auch durch die Kinder immer Essentielles zu erledigen ist. Das hilft in der Welt des schönen Scheins, vor der Kamera, enorm und erdet mich nach einem langen Tag am Filmset.
„Unser Rezept“ ist eine Mischung aus Neugier auf den anderen und dessen Leben, dem respektvollen Umgang miteinander und dass wir uns super unterhalten können.
Reden, Reden, Reden, und gaaaaanz viel Knutschen! 😉

Ajouré: Wo werden wir dich als nächstes wieder im TV sehen?

Ab Herbst bin ich in den Serien „Ein Fall für zwei“ und „Bad Banks“, wo ich eine durchgehende Rolle habe, zu sehen.
Schaltet ein! Ich freue mich von euch gesehen zu werden! 😉

Ajouré: Vielen Dank, Patrick.

 

Fotos: Paul Partyzimmer

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