Max Giesinger: „Ich steh total darauf, andauernd unterwegs zu sein.“

        Im Interview mit Max Giesinger    

Im Interview mit Max Giesinger sprachen wir über seinen Drang nach Rastlosigkeit und warum das mit der Liebe wie ein Glücksspiel ist.
 

„Der Junge, der rennt“ – so der Titel deines Albums. Bist du einfach nur rastlos oder läufst du vor irgendetwas weg?

Ich steh total darauf, andauernd unterwegs zu sein. Bin ich mal länger als drei, vier Tage zu Hause, fängt es langsam an zu kribbeln und ich muss wieder „on the road“. Ich bin momentan in einer Phase, in der ich gar nicht so richtig ankommen kann und will. Aber grade das finde ich sehr spannend.

Hast du deshalb auch ganz bewusst deine Konzerte und Live-Auftritte auf das ganze Jahr verteilt?

Ja! Für mich war es immer mein größter Traum, möglichst viele Konzerte vor so vielen Menschen wie nur möglich zu spielen. 2017 wird da schon der Hammer. Ich spiele 140 Konzerte vor insgesamt über eine Million Menschen. Im Schnitt bin ich so einmal im Monat zu Hause. Da muss man schon Bock auf diesen Lebensstil haben. Aber ich kann mir nichts Anderes vorstellen.
 

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Wo fühlst du dich Zuhause und wie findest du Entspannung?

In Hamburg und in Karlsruhe fühl ich mich zu gleichen Teilen zu Hause. Im Norden habe ich meine besten Freunde, mit denen ich schon seit Jahren auf Tour bin, und im Süden wohnt meine Familie. Wenn ich meine Mutter besuche und ich mich auf den Balkon in die Sonne setze und einfach ein bisschen die Füße hochlege, bringt das schon Einiges.

Deine dritte Single-Auskopplung ist gerade erschienen und heißt „Roulette“. Ist das Leben mit einem Roulette-Spiel zu vergleichen?

Ich würde sagen, dass 20 % des Lebens vom Glück des Einzelnen abhängig ist. Das Meiste hat man aber doch selbst in der Hand und man kann sein Glück mit Ausdauer und Durchhaltevermögen in eine bestimmte Richtung pushen. Hätte ich keine 40 Songs geschrieben, sondern nur 10, wären vielleicht nicht die 2–3 Songs dabei gewesen, die das Zeug zum großen Hit gehabt hätten.
 

 

Bist du risikofreudig?

Klar, ich hab schon mit 20 alles auf eine Karte gesetzt und wollte das mit meiner Musik durchziehen, ohne ein zweites Standbein nebenher aufzubauen.

Ist das mit der Liebe wie im Glücksspiel?

Die richtige Person für sich zu finden ist reinstes Glück. Natürlich hilft da, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und sich auch mal etwas zu trauen. Und wenn das dann mal läuft mit der Liebe, gehört einfach auch eine Portion Arbeit dazu, die Beziehung am Laufen zu halten. Da bringt Glück dann auch nichts mehr.

Wenn man unter 80 Millionen den oder die Richtige für sich findet – ist das dann Zufall oder Schicksal?

Ich glaube da schon auch ein bisschen ans Schicksal.

Hat dich eine Frau schon einmal schachmatt gesetzt?

Als Teenie habe ich relativ viele Körbe bekommen. Das hat mich damals fertig gemacht, weil meine ganzen anderen Kumpels immer mehr Glück mit den Frauen hatten. Im Nachhinein weiß ich, dass ich damals einfach noch nicht selbstbewusst genug war.
 

Max Giesinger
 

Hast du einen Lieblingssong auf deinem Album?

„Nicht so schnell“ – ich bin da wirklich sehr stolz auf die Komposition.

Würdest du eigentlich auch gerne mal wieder englischsprachige Songs singen und aufnehmen?

Nö. Das Thema ist durch. Ich hab das lange Zeit probiert und bin zum Schluss gekommen, dass ich in meiner Muttersprache singen will und ich niemals herausragende englische Texte liefern könnte.

Danke, Max.
 

Fotos: Klaus Sahm (farbig); Kai Marks (s/w)

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