Hitzlsperger outet sich

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Das Bekenntnis

Diese Woche war eine turbulente für den 52-maligen Nationalspieler Thomas Hitzlsperger. Nach seinem Bekenntnis zur homophilen Neigung, prasselte einiges auf den Ex-Profi ein.

Hitzelsberger ist somit der erste Fußballspieler, der das Bild des Machosports einreißen lässt. Ein schwuler Fußballer war bisher ein Ding der Unmöglichkeit. Der politisch korrekte, aber gesellschaftlich verpönte Schritt des Thomas Hitzlspergers ist für ihn ein persönlicher Befreiungsschlag und soll als Mutmacher für weitere homosexuelle Profisportler gelten und den Weg zur öffentlichen Bekennung erleichtern. Bisher bekam er von Seiten der Medien und seiner ehemaligen Weggefährten nur Zuspruch. Theo Zwanziger, ehemaliger DFB-Präsident: „Endlich hat ein Fußballer den Mut, seine Homosexualität öffentlich zu machen – zumindest in engem Zeitabstand zu seiner Karriere. Hoffentlich hat das eine positive Wirkung auf die Gesellschaft und den Profifußball der Männer. Der ist nämlich nach wie vor ein hartes Geschäft, ein offener Umgang mit Homosexualität ist leider immer noch nicht selbstverständlich. In einem Mannschaftsverband finden sich Spieler aus vielen Kulturkreisen, auch aus Kulturkreisen, die Homosexualität ablehnen. Aber ich bin zuversichtlich, dass sexuelle Neigungen im Fußball bald kein Thema mehr sind.“ Die genannten Kulturunterschiede die im Fußballsport aufeinandertreffen prägen diesen selbstverständlich. Neben den Spielern auf dem Platz, spielen die Fans der jeweiligen Vereine ebenfalls eine Rolle in dieser Diskussion. Die teils rechtsextremistischen Gruppierungen werden wohl kaum Toleranz diesem Thema entgegen bringen, auch nicht den künftig geouteten Spielern aus den eigenen Reihen. Ein Negativ-Beispiel für dies ist der Todschlag eines englischen Amateurspielers, durch die Fans seines damaligen Arbeitgebers, ein paar Tage nach seines öffentlichen Outings, im Jahre 2008. Dieses Problem ist sportübergreifend. Im letzten Jahr outete sich der US-Basketballer Jason Collins, der in der NBA bei den Washington Wizards unter Vertrag steht, aber seit diesem Zeitpunkt aus Sicherheitsgründen kein einziges Spiel mehr absolviert hat. Zudem läuft sein Vertrag am Ende der Saison aus und eine Verlängerung des Kontrakts scheint nicht in Sicht. Outings im Sport trennen nicht nur Meinungen, sondern können auch die Existenz eines professionell agierenden Sportlers gefährden. Ist die Abneigung gegenüber des Anderseins in unserer Mixkultur noch zeitgemäß?

Foto:wikimedia



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