Florian Bartholomäi: „Mein Ziel ist es, eine gewisse Offenheit beizubehalten, um immer weiter zu lernen.“

        Florian Bartholomäi Interview    

Im Rahmen der Präsentation des neuen Opel Insignia Grand Sport trafen wir den Schauspieler in seiner Heimat Frankfurt zum Interview und sprachen mit ihm u.a. darüber, wie er unerwartet zur Schauspielerei kam, welchen Rekord er hält und was das eigentlich mit „Wer wird Millionär“ zu tun hat.
 

Ajouré: Was führt dich nach Frankfurt?

Florian: Zum einem die Heimat – ich komme ja von hier. Es ist immer schwierig, den Bezug zur Heimat zu behalten. Wenn man seine Heimatstadt besucht, geht man ja immer wieder zur Familie oder zu Freunden, also immer zu denselben Stationen. Dabei hat sich die Stadt ja selbstverständlich auch in den letzte zehn, elf Jahren, seitdem ich von hier weg bin, weiterentwickelt. Deshalb ist es natürlich auch schön, herzukommen und neue Ecken zu entdecken, um so auch aktiv einen neuen Bezug aufzubauen, statt nur im Alten zu schwelgen. Daher freue ich mich hier zu sein. Und natürlich bin ich wegen des OPEL-Events hier!

Ajouré: Wie kam es dazu, dass du OPEL-Markenbefürworter geworden bist?

Florian: Die ersten zwei Autos meiner Eltern während meiner Kindheit waren von OPEL. Ich glaube, es gibt sogar noch Kinderfotos von mir in einem. Daher hatte ich schon von klein auf einen Bezug zu der Marke.
 

Florian Bartholomäi
 

Ajouré: Das mit der Schauspielerei hat sich ja eher zufällig bei dir ergeben …

Florian: Ich wollte eigentlich nie Schauspieler werden, aber mit 16 Jahren war ich in einem Sportverein und mein Trainer kam nach dem Training mit einem Flyer für ein Casting, bei dem die Hauptrolle für einen Film gesucht wurde, an. Auf dem Flyer stand, dass man nicht schauspielern können muss, dafür aber die Sportart. Und da dachte ich mir: „Ja, die Kriterien erfülle ich!“. Außerdem stand auch noch die Kurz-Biografie der Rolle auf dem Flyer und ich habe den Typen absolut verstanden. Ich habe also dahin geschrieben und das alles auch so kommuniziert und wurde schließlich zum Casting nach Berlin eingeladen. Ich bin ganz ohne Erwartungen dahin und habe dort schließlich auch zum allerersten Mal vorgespielt – und es war ganz grauenhaft. Ich habe mich gefragt, was sie sich wohl gedacht haben müssen.

Nach drei Monaten kam dann aber doch noch der Anruf – ich selber hatte das schon ganz vergessen – dass nur noch drei Bewerber im Rennen sind und ich wurde gefragt, ob ich nicht noch einmal kommen wolle. Und dann haben sie die Rolle tatsächlich mit mir besetzt! Ich habe anschließend drei Monate den Film in Berlin gedreht. Mir hat es so viel Spaß gemacht, dass ich Blut geleckt habe und den wahnsinnigen Plan entwickelte, nach Berlin zu ziehen, um Schauspieler zu werden. Im Nachhinein total bescheuert! Aber ich bin froh, dass mir das damals in der Absurdität nicht so ganz bewusst war. Meine Eltern haben mich dabei völlig unterstützt, was wirklich toll war. So bin ich also zur Schauspielerei gekommen.

Ajouré: Was wolltest du stattdessen eigentlich mal werden? Wusstest du das damals, mit 16 Jahren, überhaupt schon?

Florian: Nicht wirklich. Ich hätte vielleicht Sport studiert. Aber einen wirklichen Plan hatte ich damals nicht. Mal wollte ich einen Monat lang das machen, dann wieder jenes. Meine Berufswünsche waren wie ein Laubfeuer, das ganz schnell wieder abgebrannt ist. Deshalb ist der Beruf Schauspieler perfekt für mich – da kann ich alles sein: mal ein Arzt, mal ein Student.

Ajouré: Lässt du den Dingen gerne ihren Lauf oder bist du eher zielorientiert?

Florian: Eine Mischung aus beiden! Ich versuche, so eine Balance zu finden. Zwar finde ich schon, dass man sich Ziele setzen sollte, aber man ist auch von anderen Faktoren abhängig, wohin es dann einen letztendlich treibt. Mittlerweile ist das ja leider so, dass jemand, der seine Ziele nicht erreicht hat, in der Gesellschaft ein Loser ist. Früher, im Mittelalter, war das noch ein Glückloser, der einfach kein Glück hatte oder dem tragische Sachen im Leben widerfahren sind. So etwas weiß man ja nie.

Ich halte aber schon an Zielen fest und gehe auch so einmal im Jahr in mich und horche hinein, ob sie sich noch richtig anfühlen. Oftmals ist man ja so viel unterwegs, dass man gar nicht dazu kommt, mal in sich zu kehren und sich ehrlich fragt, was man denn eigentlich will.

Ajouré: Das heißt, du hast ein 2017-Ziel. Magst du uns das verraten?

Florian: Ja, ich habe tatsächlich ein Urlaubsziel. Ich würde total gerne einmal nach Asien – da war ich noch nie. Das wäre wirklich toll, wenn ich es in diesem Jahr schaffen könnte. Ansonsten hoffe ich natürlich, weiterhin tolle Rollen zu drehen. Mein Ziel ist es auch, eine gewisse Offenheit beizubehalten, um immer weiter zu lernen.
 

Florian Bartholomäi Interview
 

Ajouré: Seit letztem Jahr stehst du als Dorian Gray auf der Theater-Bühne. Wie ist das für dich, live zu spielen?

Florian: Da ich ja keine klassische Schauspiel-Ausbildung habe, war das die ersten Male noch echt schwierig für mich. Ich erinnere mich auch noch an die ersten Vorstellungen, wie wahnsinnig ich geschwitzt habe und wie anstrengend es für den ganzen Körper war. Das ist jetzt komplett weg – ich habe mich freigespielt. Das ist wirklich herrlich.

Was ich am Theater auch sehr mag, ist, dass es, noch mehr als beim Fernsehen, Raum für Empathie schafft. Wenn der Theatersaal voll ist und alle lachen und es nur einer Scheiße findet, dann ist das sehr selten. Denn in der Regel wird man davon mitgetragen und man passt sich der Gruppendynamik an. Und selbst wenn nicht, lernt derjenige, der sich distanziert, daraus. Das passiert beim Theater natürlich viel mehr, als bei einem Film, den jemanden vielleicht alleine vorm TV oder Laptop sieht.

Das Bildnis des Dorian Gray – Kleines Theater am Südwestkorso in Berlin

 

Foto: Harald Dawo/Adam Opel GmbH; New Pictures & all3media International; ARD



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