Flora P. nackt vor und hinter der Kamera

        Model & Fotografin Flora P. im Interview.    

Liebe Flora, bevor du angefangen hast selbst zu fotografieren, hast du lange als Model gearbeitet. Wie bist du auf die Idee gekommen, dich auch hinter die Kamera zu stellen?

In meiner Zeit als Aktmodel konnte ich viel über Licht und Technik lernen. Mir wurde schnell klar, dass nur ich alleine meine Idee von Aktfotografie umsetzen kann. Es war ein großer Schritt für mich, irgendwann selbst die Kamera in die Hand zu nehmen! Heute ist es für mich unverstellbar mich nochmal vor eine fremde Kamera zu stellen.

Das Besondere an deiner Arbeit ist, dass du nicht nur fotografierst, sondern auch weiterhin vor der Kamera stehst. Du inszenierst dich oft selbst. Wie gehst du dabei vor?

Wenn die Idee in meinem Kopf ausgereift ist, lasse ich mich noch einmal stark von der Location inspirieren und leiten. Ich arbeite hauptsächlich mit Tageslicht. Meist brauche ich nur ein Objektiv und mein Stativ. Kabel und Fernauslöser ermöglichen mir so ziemlich alle Freiheiten was die Kompostionen angeht.

Auf deinen Selbstporträts bist du eigentlich immer nackt. Was bedeutet Nacktheit für dich? Was möchtest du mit deinem Körper ausdrücken?

Nacktheit ist für mich keine Notwendigkeit um etwas auszudrücken, aber sie gibt meiner Körpersprache mehr Raum. Kleider lenken meist ab und als Minimalistin versuche ich immer beim Wesentlichen zu bleiben.

Nacktheit wird oft mit Erotik gleichgesetzt. Wie wichtig ist Erotik für deine Arbeit?

Nacktheit wird mit Erotik leider gerne verwechselt. Erotik ist für meine Bilder keine Voraussetzung.
Ich spiele gerne damit. Trotzdem wird man auf meiner Homepage einige Serien entdecken, die nichts mit Erotik zu tun haben, was für den Betrachter verwirrend sein kann.
 

Flora P.
 

Deine Selbstporträts sind sehr ästhetisch und zeigen deinen hohen künstlerischen Anspruch. Dein Körper fügt sich oft perfekt in die Umgebung ein. Wie gehst du bei der Konzeptionierung der Fotos vor? Wie wichtig ist Planung, wie wichtig Spontanität?

Beides ist sehr wichtig für mich! Wie schon erwähnt, lasse ich mich trotz Planung immer gerne in einem Moment fallen, was die Arbeit dann für mich intensiver und spannender macht. Da ich in den letzten Jahren schon sehr routiniert geworden bin, gelingt mir das leider nicht immer.

Neben deinen Selbstporträts fotografierst du auch andere Menschen. Inwiefern unterscheidet sich die Herangehensweise?

Es ist für mich immer schön zu sehen, wenn andere unerwartet aus sich herausgehen können. Mit viel Gefühl gehe ich auf meine Kunden ein und versuche ihre stärkste Seite hervorzuheben. Auch versuche ich mir im Konzept so viel Freiheit wie möglich zu nehmen um meiner Linie treu zu bleiben.

Auf deiner Homepage www.florap.com konnten wir auch Fotos von Wölfen bewundern. Was fasziniert dich an diesen Tieren?

Neben der Fotografie sind Wölfe meine ganz große Leidenschaft.
Der Wolf symolisiert das wilde und Unnahbare für mich. Abgesehen von ihrer Schönheit und Ästhetik, liebe ich ihre ausgeprägte Körpersprache und ihr ganzes Verhalten, dem Menschen und ihren Artgenossen gegenüber. Die Bilder dokumentieren meinen intensiven Zugang zu diesen Tieren. Ich sehe starke Parallelen zwischen Mensch und Wolf. Sie sind uns ähnlicher als viele denken. Für mich sind die Fotos mit den Wölfen sehr intim, wie alle meine Selbstportraits. Auch hier geht es wieder um Nähe und Distanz. Um Gefühle, meine Sehnsucht nach Natur und dem Ursprünglichen.

Was hast du für die Zukunft geplant? Worauf können wir uns noch freuen?

In Zukunft werde ich wie gehabt weiter Selbstportraits sowie Ausstellungen machen, reisen, mein Buchprojekt zu Ende bringen und mich weiterhin auf spannende Menschen vor meiner Kamera freuen. Neue Arbeiten findet man regelmässig auf meiner Homepage: www.florap.com.

 
Flora P. Selbstportraits
 

Fotos: Flora P.

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