Chad Michael Murray im Interview

        Der US-Serienstar Chad Michael Murray, bekannt aus Dawsons Creek, Gilmore Girls und One Tree Hill, mit AJOURE´ im Gespräch.    

Dank bildgewaltiger Kassenschlager wie X-Men, Iron Man und The Avengers, sind nicht nur eingefleischte Comic-Liebhaber vom Superhelden-Fieber erfasst. Mit den Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D. zog Marvel vor zwei Jahren auch in den Serien-Olymp ein. Ab dem 27.05.2015 dürfen wir uns mit Agent Carter auf ein neues Highlight freuen. Chad Michael Murray, bekannt aus Dawsons Creek, Gilmore Girls und One Tree Hill, glänzt hier in der Rolle des Agenten Jack Thomson. Wir sprechen mit ihm über die Faszination Comics und seine Entwicklung vom soften Serien-Darsteller zum harten Agenten.
 

Chad, viele kennen dich noch als der Mädchenschwarm in Dawsons Creek. Jetzt sehen wir dich sehr erwachsen als Jack Thomson, Agent einer geheimen Organisation. Inwieweit haben dich deine Rollen auch persönlich geprägt?

Ich denke jeder Charakter den man verkörpert, zeichnet einen bestimmten Aspekt deines Lebens nach und wo du heute stehst. Wenn du älter wirst, verändert sich nicht nur deine eigene Perspektive, sondern auch die deiner Rollen. Manchmal ist es natürlich schwieriger sich in eine Rolle hineinzuversetzen, insbesondere dann, wenn du Dinge im wahren Leben anders siehst oder sogar nicht mit der Sichtweise deines Rollen-Charakters einverstanden bist. Jack, beispielsweise, lebt in einer Zeit in der Frauen weniger Respekt erfahren als heute. Diese Einstell-ung glaubhaft darstellen zu können, ist für mich zum Beispiel eine dieser Herausforderungen.

Was macht für dich die Faszination der Marvel-Stories aus und was bedeutet es für dich, Teil dieses Universums zu sein?

Das ist eine vielschichtige Frage. Es gibt viele verschiedene Aspekte, die das Marvel Universum so erfolgreich machen. Zum einen sind es die Menschen bei Marvel die diese surrealen Welten adaptieren und kreieren, in denen wir dann unserem täglichen Einerlei entkommen. Es sind aber auch die unglaublichen Geschichten. Ich glaube, wir lieben einfach Helden. Und Helden mit Schwächen sogar noch mehr. Denn in ihnen finden wir uns selbst wieder. Das ist super cool. Ich fühle mich sehr geehrt, dass ich ein Teil dieser Welt sein darf. Jeden Tag dort einzutauchen und Jack Thomson zu sein, ist einfach großartig.
 

Chad Michael Murray
 

Das Thema Helden und Comics beschäftigt dich ja nicht erst seit deiner Rolle in Agent Carter. 2011 hast du deine eigene Graphic Novel Everlast über einen tragischen Helden herausgebracht. Was fasziniert dich an Comic-Helden?

Was mich fasziniert? Nun, vermutlich dasselbe wie jeden anderen auch. Mir gefällt es, mit den Charakteren mitzufühlen, ihre Stärke wenn sie siegen, auf Leinwand oder Papier. Als ich Everlast geschrieben habe, wollte ich genau diese Geschichte erzählen, über einen gebrochenen Mann als Helden. Der Druck, der auf jemandem lastet, der seine Verantwortung trägt, ist unvorstellbar. Everlast steht für all die Gefühle, wie sie jeder von uns kennt: Einsamkeit, Schmerz, ein gebrochenes Herz. Everlast ist ein Mensch, aber er wird dadurch zum Helden, dass er Angst und Widrigkeiten überwindet und bereit ist, sich selbst aufzuopfern.

Agent Carter spielt ein Jahr nach dem Zweiten Weltkrieg. Wie hast du dich darauf vorbereitet und was waren die größten Herausforderungen?

Das großartige an Agent Carter sind die Sets und Kostüme, die uns zum Glück viel von der Arbeit abnehmen. In dem Moment, in dem du dich umziehst, verwandelst du dich ohne weiter drüber nachzudenken. Für mich selbst war es aber auch wichtig, mich intensiv mit Jack’s inneren Dämonen auseinanderzusetzen um zu verstehen, wie er tickt. Sein Haupttreiber ist sein eigener Tatendrang. Sein unbedingter Wille, alles zu tun was immer nötig ist um zu gewinnen, ist sein stärkstes Charakter-Merkmal. Wenn Jack könnte, er würde für das Präsidentenamt kandidieren. So hoch ist seine Motivation.

Um die Essenz, die Stimmung der Ära nach dem Zweiten Weltkrieg zu erfassen und nachzuvollziehen, habe ich außerdem viel Zeit damit verbracht alte Filme zu sehen. Zum Beispiel Maltese Falcon und Casablanca.
 

Chad Michael Murray
 

Man sieht dich privat eher leger. Als Jack Thomson gehörte der Anzug für dich zum guten Ton. Hast du jetzt deine Liebe zum Dandy-Style und maßgeschneiderte Garderobe entdeckt oder sehen wir weiterhin T-Shirt und Boots?

Die Anlässe bestimmen meine Kleiderwahl und Stil. Aber ich selbst bin ein T-Shirt- und Jeans-Typ durch und durch. Sicher, mir gefällt es auch mal, einen maßgeschneiderten Anzug auf einer Show oder einem Event zu tragen. Aber gerade jetzt, zum Beispiel, bin ich unrasiert, trage eine Baseball-Cap, Jeans und Boots.

Zuletzt warst du in Deutschland auch in der Serie Chosen zu sehen. Als Jacob Or stehst du vor einer unmöglichen Wahl: töte eine unschuldige Familie oder dein Bruder wird geopfert. Werden wir dich in Zukunft öfter in so actionreichen Rollen sehen oder wird es auch wieder sanfter?

Gute Frage. Es hängt alles vom Script ab. Wenn ich ein großartiges Drehbuch bekomme, in der ich wirklich Gefallen an der sanften Natur der Rolle finde, dann bin ich sofort dabei. Aber bis dahin habe ich großen Spaß den mutigen, harten Mann zu spielen.

Gibt es einen Traum, jenseits Hollywoods, den du dir gerne erfüllen möchtest?

Einen Traum?…Hmmm. Ich würde gerne beim Super Bowl die Buffalo Bills gewinnen sehen. Ich möchte weiter schreiben und neue Geschichten veröffentlichen. Und ich bin begeistert davon, ein guter Vater und Ehemann zu sein. Vielleicht coache ich irgendwann das Football-Team von meinem Kind.

 

Chad Michael Murray

 

Fotos: Nina Duncan



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