Nasenspray-Sucht: Wie man davon wegkommt

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Bei akutem Schnupfen sind Schleimhaut abschwellende Nasensprays eine gute Lösung, um das lästige Symptom einer verstopften Nase schnell zu beseitigen und wieder ganz frei durchatmen zu können. Die Inhaltsstoffe dieser Nasensprays sind aus medizinischer Sicht allerdings nicht ganz unumstritten, denn sie können bei Dauergebrauch schädliche Nebenwirkungen haben. Nicht nur die empfindlichen Nasenschleimhäute können dabei beschädigt werden, sondern du kannst sogar vom Nasenspray abhängig werden. Spätestens an diesem Punkt sollte alles dafür getan werden, sich so schnell wie möglich vom Nasenspray-Gebrauch zu entwöhnen. Bei akuten Infektionen der oberen Luftwege reagiert das lokale Immunsystem bei den meisten Menschen mit einer Überproduktion von Nasensekret und einer Anschwellung der Nasenschleimhäute. Dies führt dann zum bekannten Symptom der verstopften Nase, was nicht nur tagsüber sehr einschränkend sein, sondern auch den gesunden Schlaf rauben kann.

Schon hilfreich…

Nasensprays mit abschwellender Wirkung sind in der Akutphase durchaus hilfreich, da sie das Symptom der verstopften und laufenden Nase binnen Minuten beseitigen können. Außerdem hält die Wirkung auch mehrere Stunden an. In der Akutphase eines Schnupfens wirst du also bei der Anwendung eines solchen Nasensprays mit chemischen Inhaltsstoffen nichts falsch machen. Dabei handelt es sich um sogenannte Sympathomimetika, welche unmittelbar bewirken, dass sich die feinen Blutgefäße an den Nasenschleimhäuten zusammenziehen.

Es kommt zu einem Abschwellen durch die verringerte Blutzufuhr und in der Folge kannst du wieder für mehrere Stunden frei durchatmen. HNO-Ärzte empfehlen jedoch dringend, Nasensprays mit diesen pharmakologisch hochwirksamen Substanzen immer nur kurzfristig, also nie länger als einige Tage, zu verwenden. Diese Arzneien in der Selbstmedikation sollten also nach spätestens nach einer Woche wieder abgesetzt werden, damit es nicht zu Abhängigkeitserscheinungen kommen kann.

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Die reinste Chemie-Brühe?

Im Laufe einer Abhängigkeitsreaktion von Nasensprays geht auch deren ursprüngliche Wirkung der Schleimhautabschwellung verloren. Es wird geschätzt, dass derzeit mindestens 100.000 Bundesbürger vom Gebrauch chemischer Nasensprays abhängig sind. Der nicht bestimmungsgemäße Gebrauch führt zunächst dazu, dass die Nasenschleimhäute immer weiter austrocknen und somit ihrer physiologischen Funktion nicht mehr gerecht werden können.

Die dauergereizten Schleimhäute können dann ihre lokale Abwehrreaktion in der Nase nicht mehr erfüllen. Dies wiederum bietet einen idealen Nährboden und Eintrittspforte für krankmachende Keime wie Bakterien, Viren oder Pilze. Außerdem stellen HNO-Ärzte bei Betroffenen eine vermehrte Borkenbildung fest. Dies wiederum führt dazu, dass die feinen Nasenschleimhäute eine Neigung entwickeln schnell einzureißen und es dann in der Folge zum Nasenbluten kommt.

Die klinische Entwöhnung von Nasensprays ist nicht unbedingt eine leichte Aufgabe. Um eine Abhängigkeit in den Griff zu bekommen, müssen zunächst die Gründe dafür genau herausgefunden werden, welche zum unsachgemäßen Gebrauch geführt haben. Diese können recht vielschichtig sein und werden diese beim Arztgespräch nicht genau herausgefunden, dann erleiden nicht wenige Betroffene auch einen Rückfall in die Nasenspraysucht.

Die chemischen Inhaltsstoffe in Nasensprays wirken bei Dauergebrauch jedoch nicht nur lokal schädlich, sondern können auch unerwünschte Fernwirkungen verursachen. Bei einer Anreicherung im Blut, auch Kumulation genannt, können Sympathomimetika beispielsweise zu Gefäßveränderungen oder Bluthochdruck führen.


 
– Nasenspraysucht beginnt oft schleichend

– Heilung auch in fortgeschrittenen Stadien meist immer möglich

– Erhöhte Rückfallgefahr in den ersten Tagen der Entwöhnung

– Gute Therapieerfolge mit Dosisreduktion oder Nasensprays auf Kochsalzbasis

– Bei Dauerabhängigkeit auch Kreislaufsensationen möglich

– Nach Rückschlägen nicht gleich aufgeben, sondern einen neuen Therapieversuch starten

– Frauen sind häufiger betroffen

– Ansprechpartner für eine Entwöhnung von Nasenspray ist der HNO-Arzt

Wie kommst du von dem Zeug los?

Wenn möglich, sollte in der ersten Zeit der Entwöhnung ein kompletter Verzicht auf Nasensprays eingehalten werden. Im weiteren Verlauf wird der Arzt kortisonhaltige Nasensprays verordnen. Es könnte aber auch zielführend sein, zunächst nur bei einem Nasenloch konsequent auf die Anwendung zu verzichten. Welche Methode auch immer angewandt wird, das Symptom der verstopften Nase wird kurzfristig fast immer zurückkehren. Dies hängt mit dem Heilungsprozess und mit einem kurzfristigen Anschwellen der Nasenschleimhäute zusammen. An diesem Punkt ist dein persönliches Durchhaltevermögen gefragt, denn du wirst dann einige Tage mit dem Symptom einer verstopften Nase leben müssen, obwohl du dann vielleicht gar nicht an einer Erkältungskrankheit leidest. Dein Arzt wird dich dabei jedoch unterstützen.

In diesem Zeitfenster ist nämlich die Rückfallgefahr besonders erhöht. Durch die ausgeprägte Selbstheilungstendenz der gut durchbluteten Nasenschleimhäute regenerieren sich diese aber auch bei jahrelanger Abhängigkeit von chemischen Nasensprays oft erstaunlich gut. In besonders hartnäckigen Fällen kann das Abhängigkeit verursachende Nasenspray erst einmal weiterverwendet werden, allerdings verdünnt. Über die Stärke der Verdünnung entscheidet der HNO-Arzt. Bei dieser ausschleichenden Therapie mit schrittweiser Dosisreduktion wird bei Erwachsenen entweder eine Kinderdosierung verwandt oder das Nasenspray wird mit physiologischer Kochsalzlösung schrittweise verdünnt. Die Abhängigkeit von Nasenspray kann also nicht von heute auf morgen behandelt werden, sondern benötigt Weitsicht und Sorgfalt.

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Aus Fehlern lernt man

Auch mit Rückschlägen wirst du rechnen müssen, die dich aber nicht entmutigen sollten, vorzeitig aufzugeben. Als prophylaktische Maßnahme bei aufkommender Erkältung hat sich auch eine Nasenspülung mit physiologischer Kochsalzlösung sehr bewährt. Diese enthält keine chemischen Wirkstoffe und sollte zimmerwarm angewendet werden. Außerdem sind im Handel, also in Apotheken aber auch in Reformhäusern, isotonische Nasensprays auf Meersalzbasis erhältlich, welche ebenfalls keine chemischen Inhaltsstoffe enthalten und in einer wohltuenden Weise die Nasenschleimhäute anfeuchten und somit das Atmen durch die Nase erträglicher machen. Die natürlichen Meersalz-Mineralien wirken leicht abschwellend, entzündungshemmend und schleimlösend und das ganz ohne die Gefahr einer Abhängigkeit. Um die lokale regenerierende Wirkung an den Nasenschleimhäuten noch zu steigern, kann das natürliche Meersalz-Nasenspray zusätzlich noch mit ätherischen Ölen wie beispielsweise Eukalyptus angereichert werden.


 
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Fotos: Bettmann / Kontributor; BSIP / Kontributor; ballyscanlon / Getty Images

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