The Good, the Bad and the Ugly – 10 Jahre Facebook

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10 Jahre Facebook: Kann sich eigentlich noch jemand an die Anfänge erinnern? Die Plattform, auf der mittlerweile ein Siebtel der gesamten Weltbevölkerung tägliche Tagebucheinträge, Fotos vom Schlafzimmer, Abendessen und sich selbst, sowie Videos und Candy-Crush-Anfragen postet. Ja wer hätte damals gedacht, dass Mark Zuckerberg ein Medium geschaffen hat, das mit Hilfe von Likes und Teilen sogar den Hunger in Afrika stillt und krebskranke Kinder vor den Tod rettet.

Angefangen hat alles schon vor zehn Jahren, damals, als Nokia als total innovativ galt und Werder Bremen noch Deutscher Meister war (da merkt man erst, wie lang das eigentlich schon her ist). Damals war Facebook auch nur eins von vielen Sozialen Netzwerken, die nach und nach die Welt des Internets erblickten und eigentlich das Ziel hatten, mit alten Bekannten in Kontakt zu bleiben und neue Menschen kennenzulernen. Brauch ich nicht, will ich nicht, ich hab ja StudiVZ (was war das überhaupt nochmal?!). Aber falsch gedacht: Aus anfänglicher Skepsis gegenüber dem blauen Like-Button entwickelte sich schnell Euphorie – die Menschheit entdeckte: Hey,…noch nie war es so einfach, mein Aufmerksamkeitsbedürfnis und Anerkennungsdrang zu stillen!
Ein cooler Spruch als Status, ein halbnacktes Urlaubsbild (#NoMakeUp #NoFilter), Posts von meinem Gourmet-Essen oder Fotos von mir im Suff am gestrigen Abend – Hauptsache meine Freunde (und die 500 Unbekannten, die ich einfach mal so geaddet habe), drücken auf „gefällt mir“. Facebook ist aber auch total praktisch: Man braucht nicht mal mehr aus dem Fenster zu gucken, um den ersten Schnee des Jahres mitzukriegen und mittlerweile spart man sich sogar die SMS beim Schlussmachen, indem man ganz simpel per Mausklick seinen Beziehungsstatus ändert. Wer braucht schon RTL Mitten im Leben? Einmal eingeloggt und man sieht die halbe Welt im Fitness-Studio und Friseur, beim Partymachen und Reisen, bei Familiendramen und Beziehungsstress. Real Life? Nein danke! Da stell ich mir lieber um 4 Uhr morgens den Wecker, weil mein virtueller Mafia-Boss den Flug nicht verpassen darf und meine Pflanzen auf der Farm geerntet werden müssen.

Nein mal im Ernst. Es ist schon echt erstaunlich, welchen Einfluss Facebook auf unser Leben hat. Es gibt zwar wirklich diejenigen, die sich an jedem Like unnötig aufgeilen und uns mit täglichen Texas HoldEm Poker-Anfragen nerven, aber was wir dank Facebook in der Lage sind zu tun, ist schier unglaublich: Menschen, mit denen man damals in den Kindergarten gegangen ist, Verwandte, von denen man seit der einen katastrophalen Weihnachtsfeier vor zehn Jahren nichts mehr gehört hatte, der hübsche Nachbar, den man sich nicht getraut hat im realen Leben anzusprechen – einmal Stupsen und das Eis ist gebrochen. Neben all dem negativen Beigeschmack, den Facebook mit sich bringt, sind wir immer noch diejenigen, die entscheiden, wie wir die Möglichkeiten nutzen, die uns zur Verfügung gestellt werden. Wer richtig nachdenkt, der kann dank Facebook nicht nur sein soziales Netzwerk sinnvoll erweitern, wichtige Kontakte knüpfen oder intelligent für sich werben, sondern auch die ein oder andere virtuelle Unterhaltung genießen. Wir müssen nicht jede Freundschaftsanfrage annehmen, unser Innerstes mit Fremden teilen oder alle Mini-Games ausprobieren, aber Facebook richtig und klug verwenden, kann tatsächlich viel Freude und Nutzen bringen. Daher zum Zehnjährigen ein Happy Birthday: Auf dass wir auch in den nächsten zehn Jahren wie Gefängnisinsassen an irgendwelche Wände schreiben!

Aber dennoch: Nein ich möchte nicht euren Facebook-Film sehen, bin schließlich nicht die NSA.

Foto top: Facebook Logo



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