Chappie – Filmkritik & Trailer

        Chappie    

Chappie – Die Story

Deon Wilson (Dev Patel) ist der Entwickler der „Scouts“, Roboter-Droiden, die von der Johannesburger Polizei erfolgreich im Kampf gegen die ständig steigende Kriminalität eingesetzt werden. Er selbst arbeitet jedoch seit Jahren an der Entwicklung einer künstlichen Intelligenz, die den Robotern ein eigenes Bewusstsein geben soll, um selbst Gefühle entwickeln zu können, Bilder zu malen und eigenständig die Welt zu entdecken.

Da sein Arbeitgeber, der Waffenhersteller Tetravaal, mit Chefin Michelle (Sigourney Weaver), kein Interesse an solch einem fühlenden Wesen hat, bleibt ihm nichts übrig, als einen der ausgemusterten Scouts zu entwenden, um so sein Experiment weiter zu führen. Jedoch wird er ausgerechnet in diesem Moment von Ninja (Watkin Tudor Jones), Yolandi (Yolandi Visser) und Amerika (Jose Pablo Cantillo) entführt und mit ihm der Roboter. Denn die Gangster wollen den Entwickler der Scouts zwingen, ihnen den Zugang zu den Robotern zu verschaffen um diese abzuschalten oder umprogrammieren zu können. Doch durch Deons neues Programm erhalten sie nicht die Kontrolle über einen knallharten Kampfroboter, sondern ein verängstigtes, selbst denkendes Roboterbaby. Chappie ist geboren!

Doch auch Deons Tetravaal Arbeitskollege Vincent Moore (Hugh Jackman) ist Deon mit seinen Scouts ein Dorn im Auge. Skeptisch gegenüber selbst denkenden Robotern, hat Moore den MOOSE, einen viel größeren und weitaus teureren Kampfroboter entwickelt, der jedoch von einem Menschen gesteuert wird. Durch den Erfolg der Scouts interessiert sich jedoch niemand mehr dafür und so werden ihm ständig Entwicklungsgelder gestrichen. Als dieser von Chappie erfährt, beginnt er Jagd auf ihn zu machen und sieht in ihm den Schlüssel, die Scouts zu vernichten, um doch noch mit seinem MOOSE auftrumpfen zu können.

 

 

Heranwachsender Roboter sucht Eltern

Ein Roboter mit eigenem, echtem Bewusstsein, Hugh Jackman als Antiheld mit Vokuhila und das verrückte Rap Duo Die Antwoord als (Robo-)Babysitter. Mit „Chappie“ hat „District 9“ Regisseur Neill Blomkamp wieder eine ausgefallene Geschichte parat.

Und wieder einmal geht es um Blomkamps Lieblingsthema – die Anderen. Auch Chappie thematisiert, wie Menschen Andersartige gerne in erster Linie als Bedrohung sehen, aber auch wie es gehen kann, wenn man sich auf die Anderen einlässt.

Anders als es der Trailer jedoch vermuten lässt, handelt es sich weniger um einen stark actionhaltigen Streifen mit viel Wumms, sondern mehr um eine Sci-Fi Story die sowohl dramatische als auch komödiantische Elemente verwendet und nur an einigen wenigen Stellen so richtig auf Action setzt. Was dem Film selbst jedoch nicht unbedingt schadet.

Die eigentliche, richtig große Leistung des Films, besteht jedoch darin, dass man Chappie sein Echtsein oft abkauft und sich immer wieder erwischt mit der „Maschine“ mitzuleiden. Chappie ist in seinem Aussehen, seinen Bewegungen, Gesten und im Zusammenspiel mit den Darstellern so gut, dass man ihn als vollwertiges Mitglied des Casts annimmt.

Leider hat der Film ein paar Mankos. So passen Verhaltensweisen und Reaktionen einiger Filmfiguren nicht immer zur Situation. Und Hugh Jackman als Gegenspieler kann sein Potential bei weitem nicht ausschöpfen. Ebenso Sigourney Waver, die als Firmenchefin nur wenig Akzente setzen kann. Einzig und allein Chappie und das Die Antwoord Duo können dem Film ihren Stempel aufdrücken, und kreieren damit einige herrlich, komische, aber auch herzzerreißende Momente.

 

Chappie Kinostart: 05. März 2015
Kinostart: 05. März 2015

Sci-Fi Abenteuer zum nachdenken

Wer „Chappie“ sieht, sollte den Film nicht unbedingt als reine Unterhaltung ansehen, dann könnte man unter Umständen etwas enttäuscht sein, fehlt doch der ganz große Bäng und das noch dramatischer inszenierte Finale, das möglichst die ganze Welt in Schutt und Asche legt.

Betrachtet man ihn aber unter Neill Blomkamps Gedanken, dem Umgang mit den Anderen, erhält man eine unterhaltsame Geschichte zum nachdenken.

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Fotos: Sony Pictures Germany

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