WhatsApp macht Beziehungen kaputt?!

        WhatsApp macht Beziehungen kaputt?!    

Man stelle sich vor …

Zwischen dir und deiner Freundin entstanden in den letzten Tagen unschöne Reibungen. Um den Kopf frei zu bekommen, gehst du zu deinem besten Kumpel und schaust Fußball, während sie mit ihren Freundinnen ausgeht. Aber trotzdem findet ihr immer wieder einen Grund, per WhatsApp den ganzen Abend zu diskutieren.

Mit mieser Laune geht es von einer Disco in die nächste. Mit mehr Alkohol, dafür weniger Emojis, zickt ihr euch nur noch an. Du trottest nach Hause, sie zu ihrem Kumpel zur Afterparty. Das stört dich eigentlich wenig, aber ganz wohl ist dir auch nicht bei der Sache. Nach 20 Minuten reagiert sie nicht mehr auf deine Nachrichten, trotz des blauen Hakens und der Tatsache, dass sie online ist, kommt keine Antwort mehr. Die Nerven liegen blank …

Am nächsten Tag entschuldigt sie sich ernsthaft, da sie wohl die Badewanne für einen tollen Place-to-be hielt und darin mit Smartphone im Gesicht eingeschlafen sei. Du entschuldigst dich für dein Misstrauen und es geht weiter wie immer; scheinbar, denn dein Unterbewusstsein verarbeitet immer noch die turbulenten Gefühle von letzter Nacht und vergisst diese sicher nicht so schnell.

Am nächsten Tag steht ein neues Arbeitsprojekt auf dem Schirm, von dem sie nichts wusste. Pünktlich um 12:30 Uhr sitzt sie, wie immer, während ihrer Mittagspause im Resteraunt und möchte mit dir über den gestrigen Abend schreiben. Über all das, was gechattet wurde, was ihre Freundinnen rieten und noch mal eine kleine Entschuldigung für das Abschießen und die außerhäusliche Nächtigung. Total im Stress schreibst du ihr in einer ungewollt groben Nachricht, sie solle nicht schon wieder damit anfangen und dich bitte für den Rest des Tages nicht stören.

Autsch!
 

Kontrollsucht

Messenger-Apps geben uns die Möglichkeit, uns und andere Menschen permanent zu kontrollieren. Es sind nur wenige Bewegungen mit dem Finger und man kann die Aktivitäten anderer einsehen und beeinflussen. Das kann zu einer regelrechten Sucht führen. Doch tragen nicht die vielen Kommunikationsmöglichkeiten und deren Funktionen die Schuld, sondern die Einbildung, man könne über seinen Partner verfügen, wann immer man möchte. Dieser Sucht unterliegen vor allem Menschen, denen es an Selbstwertgefühl mangelt. Sie stützen sich auf ihren Partner, sind auf ihn angewiesen und bürden somit unbewusst sich und ihm eine große Last auf. Doch dieses Spiel geht noch weiter. Kommen Missverständnisse auf, fehlt es dem schwächeren Partner, oder auch beiden, an nötiger Selbstdisziplin, sich wieder zu beruhigen. Dies hat oft unschöne Gefühlsausbrüche zur Folge und die pflanzen die Saat für Missmut und Angst.

Um diesem Prozess entgegenzuwirken, muss man sich seine Unsicherheit in den richtigen Momenten bewusstmachen und dagegen arbeiten. Der richtige Moment wäre zum Beispiel, wenn du den blauen oder grauen WhatsApp-Haken anstarrst und dich fragst, ob und wann sie die Nachricht gelesen hat.
 

Smileys, Emojis & Co.

Weiß man, dass man selber oder der Partner sehr sensibel reagiert, dann können ausreichend Smileys beim Chatten Abhilfe schaffen. Diese kommunizieren eine halbwegs klare Gefühlslage und beugen Missverständnissen vor. Wenn wir uns auf das vorherige Beispiel beziehen, als du so viel Stress auf der Arbeit hattest, hättest du beispielweise einen weinenden oder schwitzenden Smiley hinzufügen können, um zu zeigen, wie sehr du gerade unter Druck stehst.
 

Grenzen setzen

Wenn du merkst, dass eine Kommunikation über den Chat oft zu Streit führt, musst du Abstriche machen. Klar, weniger chatten und mehr telefonieren würden jetzt einige sagen, aber wer nicht mal dem Partner sagen kann, er hat das Gefühl kontrolliert zu werden, der sollte schleunigst was dagegen tun. Die „zuletzt online“- und auch die Haken-Funktion lassen sich einfach deaktivieren und sind wie Balsam für die Beziehung.

 

Foto: PhotoAlto/Sigrid Olsson / Getty Images



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