Wer Bartträger küsst, bleibt länger gesund

        Männer mit Bart küssen    

An Männern mit Bärten scheiden sich in der Damenwelt bekanntlich die Geister. Die einen stehen drauf und finden Barträger ungemein attraktiv, ja männlich, für andere wiederum kommt ein Kerl mit Gesichtsbehaarung nicht in Frage und schon gleich gar nicht in ihr Bett. Wir Bartträger sind natürlich davon überzeugt, dass unsere Bärte ungemein sexy sind und uns besser aussehen lassen. Wie aber bringt man das einer Frau bei, die partout nichts von einem Mann mit Bart wissen will? Es scheint, als würde uns die Wissenschaft da jetzt zur Seite springen und ein verdammt gutes Argument für Bärte liefern. Denn: Wer einen Bartträger küsst, bleibt definitiv länger gesund.

Du hältst das jetzt vielleicht für einen Witz und denkst dir womöglich, wir wollen dich verschaukeln. Davon kann jedoch keine Rede sein. Ganz im Gegenteil! Eine Studie des renommierten University College in London kommt in einer breit angelegten und erst kürzlich veröffentlichten Studie genau zu diesem Schluss. Was genau die Wissenschaftler zu dieser Untersuchung bewogen hat, können wir nicht sagen. Vielleicht waren es ja die allgegenwärtigen Hipster, mit ihrem Faible für eine ausgefallene Bartmode, und die natürlich in einer Metropole wie London besonders zahlreich zu finden sind. Wie auch immer: Die Forscher haben jedenfalls herausgefunden, dass sich zwischen den Barthaaren jede Menge überaus gesunder Bakterien befinden, die bei einem Kuss auf das Gesicht der Frau (oder auch dem Mann, je nach sexueller Orientierung) übertragen werden und von denen dann ihr Organismus profitieren kann.

Dieses Ergebnis ist natürlich schon allein deshalb erstaunlich, weil Bärte gemeinhin als ein Tummelplatz für alle möglichen Bazillen gelten. Seit den 1960er Jahren ist man davon ausgegangen, dass sich sogar Pilze und E. Coli-Bakterien darin vermehren können. Bärte wurden schlicht als eine verdammt unhygienische Angelegenheit eingestuft. Kein Wunder also, dass viele Frauen noch nicht einmal ansatzweise daran denken wollten, einen Mann mit Bart zu küssen.

Die Wissenschaftler des University College London konnten das freilich nun dezidiert widerlegen und nachweisen, dass sich vielmehr gesundheitsfördernde Bakterien in einem Bart finden. Wie sie im angesehenen Journal of Hospital Infection darlegten, haben sie für ihre Studie insgesamt 408 Mitarbeiter eines Krankenhauses mit und ohne Bart getestet.

Wahrscheinlich waren sie im Anschluss selbst von dem Ergebnis mehr als nur überrascht. Es zeigte sich nämlich, dass sich bei Männern ohne Bart im Schnitt dreimal mehr schädlicher Bakterien auf ihren Wangen befanden als bei Männern mit Bart im Gesicht.

Noch viel überraschender aber dürfte für die an der Studie beteiligten Mediziner und Mikrobiologen um Dr. Adam Roberts allerdings gewesen sein, dass sich in den untersuchten Bärten erstaunlich viele Bakterien fanden, die sich ohne Wenn und Aber als gesund oder gesundheitsfördernd einstufen lassen. Diese gesunden Bakterien können in ihrer Wirkung offenbar mit gebräuchlichen Antibiotika verglichen werden. So sollen sie denn auch in der Lage sein beispielsweise die Erreger von Infektionskrankheiten wirkungsvoll zu bekämpfen. Die Forscher gehen sogar so weit zu schlussfolgern, dass bestimmte Krankheiten wie etwa Blasenentzündungen oder auch Lungenentzündungen durch diese Bartbakterien seltener vorkommen würden.

Da Frauen zu unserer großen Freude in der Regel bekanntlich keine Bärte haben, bleibt ihnen nichts anderes übrig, als in einen möglichst engen Kontakt zu einem Mann mit Bart zu kommen, um von den gesunden Bakterien profitieren zu können. Küssen ist da natürlich die erste Wahl und die mit großem Abstand erfolgversprechendste Maßnahme. Verdammt viel Spaß macht es natürlich obendrein auch noch. Wir meinen, es handelt sich hier um eine ganz wundervolle Gesundheitsvorsorge für alle Frauen, für die sie noch nicht einmal ein Rezept brauchen.

Unklar ist bislang übrigens noch, warum diese gesundheitsfördernden Bakterien ausgerechnet in einem Bart derart gut gedeihen oder dort überhaupt vorkommen. Dies zu ergründen scheint noch nicht wirklich geglückt zu sein. Jedenfalls liefern die an der besagten Studie beteiligten Mikrobiologen keine ausreichende Erklärung dafür.

Wenn du freilich nun denken solltest, du musst dir einfach nur einen möglichst wild wuchernden Vollbart stehen lassen, um den du dich nicht weiter kümmern brauchst, dann bist du definitiv auf dem Holzweg. Erstens muss es nicht unbedingt ein Vollbart sein, vielmehr reicht auch ein Oberlippenbart. Zweitens tut Bartpflege auf jeden Fall Not, wie die Wissenschaftler ebenfalls herausgefunden haben. Dazu gehört selbstverständlich die tägliche Wäsche und das regelmäßige Nachschneiden. Ersteres sorgt dafür, dass Fette und womöglich sogar minimale Essensreste entfernt werde, letzteres hilft enorm dabei, dass dein Bart im Gesicht auch möglichst üppig sprießt und gut aussieht.

Du siehst also, die Erkenntnisse des University College London eröffnen dir ganz neue Möglichkeiten, für deinen Bart möglichst erfolgreich und überzeugend zu werben. Ungeahnte neue Flirt- und Anmachsprüche tun sich da auf. Motto: Küss mich und ich mach dich gesund. Auf jeden Fall aber bietet diese Studie reichlich Gesprächsstoff für den nächsten Flirt mit einer schönen Frau. Letztendlich, und das wissen wir alle natürlich ganz genau, kommt es freilich nicht auf die Vorteile eines Bartes an, sondern ganz allein auf die Qualitäten des Kerls, der hinter der Gesichtsbehaarung steckt.

 

Fotos: Hero Images / Getty Images; Preto_perola / iStock Photo



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