Schluss machen wie ein Mann

        Schluss machen wie ein Mann    

Trennung – des einen Freud, des anderen Leid

Eine Trennung ist eigentlich keine schöne Angelegenheit. Sie impliziert Tränen, verletzte Gefühle, eine Tonne Erinnerungen und die Ungewissheit danach. Manch einer trennt sich, weil er muss, weil er spürt, dass es besser ist für beide Seiten ist oder ein tolles Jobangebot in einer anderen Stadt winkt. Wieder andere beenden die Beziehung, weil sie keinen Spaß mehr macht und echte Gefühle langweiliger Routine gewichen sind.

Eins ist jedoch klar: trennt sich der Mann von der Frau, ist er derjenige, der im Moment des Geschehens die Hosen anhat und dementsprechend wortgewaltig oder aber behutsam vorgehen kann. Denn für die Partnerin ist es selten leicht zu akzeptieren. Frauen reagieren emotionaler als Männer, insbesondere dann, wenn sie verletzt sind oder sich ungerecht behandelt fühlen. Wird die Beziehung nicht sauber und ordentlich beendet, kann das verletzte Ego einer Frau unschöne Ausmaße annehmen – bis hin zu Stalking-Attacken oder Rachefantasien.

Von daher tut man(n) gut daran, den Schlussstrich sauber und menschlich zu ziehen. Im eigenen Interesse. Und um beiden Seiten die Chance zu geben, sich nach Beendigung der Liebesbeziehung sammeln und neu Kraft tanken zu können. Zugegeben, eine Trennung ist nie einfach. Ein Abend mit Kumpels bei ein paar Bier und eine kurze, schmerzlose Textnachricht erscheinen dabei äußerst reizvoll. Schmerzlos ist sie jedoch in keinem Fall und das Bier schmeckt dann auch nicht mehr, wenn das Handy auf einmal sturmklingelt.

Doch wie trennt man sich so, dass es auch für die Partnerin einigermaßen human ist?
 

Der richtige Moment

Wichtig ist, dass man den richtigen Moment wählt. Auch hier, einfach ist das nicht, da es für eine Trennung nie den richtigen Moment zu geben scheint. Aber ihr wisst schon: es sollte die Noch-Freundin nicht auf kaltem Fuß erwischen und ihr nicht unnötig wehtun. Also am besten nicht direkt nach dem Aufstehen, auch nicht nach dem Sex, und schon gar nicht, wenn sie begeistert von der Verlobung einer guten Freundin erzählt. Zudem sollte der Moment vorbereitet sein.

Ideal ist es, sie zu bitten, sich eine ruhige Minute Zeit zu nehmen, in der ihr persönlich sprechen könnt. Wer mit seiner Partnerin zusammen wohnt, wartet am besten, bis sie von der Arbeit nach Hause kommt und etwas gegessen hat. Die einzige Möglichkeit, Schluss zu machen wie ein Mann, ist es, sich von Angesicht zu Angesicht zu trennen. Ein persönliches Gespräch ist daher unumgänglich. Wer zum Telefon greift und nur eine kurze Nachricht tippt, beweist Charakterschwäche und hat verloren.

Die Beziehung persönlich zu beenden hingegen ist Fairplay und erleichtert es nicht nur der Partnerin, sondern auch sich selbst, einen gesunden Absprung zu schaffen. Unter glücklichen Umständen werden ihre Freundinnen die Art und Weise sogar loben und dich als „echten Mann“ akkreditieren, so dass sich der anschließende Hass in Grenzen hält.

Auch den richtigen Ort gibt es nicht. An einem öffentlichen Ort kann es passieren, dass die Atmosphäre laut oder gar hektisch ist und es keine Möglichkeit gibt, sich ohne Zuhörer und in Ruhe auszusprechen. Zuhause hingegen besteht die Gefahr, nicht voneinander loszukommen oder einer Sex-Versuchung zu erliegen. Am besten ist es, den Ort und den Moment der Aussprache von den individuellen Rahmenbedingungen der Beziehung abhängig zu machen.
 

Die richtige Wortwahl

Hier kommt es in erster Linie darauf an, der Partnerin vernünftig zu begründen, weshalb die Beziehung beendet wird. Um eine Trennung akzeptieren zu können, ist dies fundamental. Die Ex-Freundin muss verstehen, wieso man sich dazu entschlossen hat, keine gemeinsame Zukunft mehr anzuvisieren. Eine vernünftige Begründung erleichtert die Trennung um einiges, und wenn man Glück hat, pflichtet sie sogar bei oder ist erleichtert, da sie sich in letzter Zeit mit ähnlichen Gedanken beschäftigt hat.

Das muss natürlich nicht immer so sein. Im schlechtesten Fall verletzt sie die Trennung extrem und führt zu Tränen oder Wutausbrüchen. Da du die Entscheidung für dich schon getroffen hast und nun derjenige bist, der sie kommuniziert, ist es wichtig, klare und bestimmte Worte zu wählen, die nicht den Eindruck hinterlassen, es könnte mit einiger Zeit Abstand ein Liebes-Comeback geben. Es versteht sich von selbst, dass die Wortwahl dabei aber weder beleidigend noch vorwurfsvoll sein sollte. Frauen sind in diesem Moment machtlos und können nichts mehr kontrollieren, was sie im ersten Moment schockieren wird.

Wer jedoch nachvollziehbare und dennoch klare Worte wählt, schafft es in der Regel, einen sauberen Schlussstrich zu ziehen. Auch wenn es dem Gegenüber im ersten Moment weh tut, ist es die fairste Vorgehensweise für beide Seiten. Denn eine Trennung kann am ehesten dann akzeptiert werden, wenn sie auf menschliche Art und Weise und mit einer vernünftigen Begründung über die Bühne geht.
 

Wie verhält man sich danach?

Wer Schluss gemacht hat wie ein Mann, sollte sich auch in der Zeit nach der Trennung verhalten wie ein Mann. Häufig hat man nach einer gemeinsamen Zeit gemeinsame Freunde, die immer wieder nachfragen werden oder sich von einem abwenden. Auch hier ist es wichtig, fair zu bleiben. Dazu gehört, keine intimen Details über das Sexleben auszuplaudern oder die Ex-Freundin im Nachhinein an den Pranger zu stellen. Die Beziehung ist beendet, und auch das Umfeld sollte dies so akzeptieren und wahrnehmen.

Auch wenn sie sich immer wieder meldet, heißt es, standhaft zu bleiben. Wer unbedingt Sex mit der Ex haben möchte, kann dies zwar tun, muss ihr jedoch knallhart klarmachen, dass es in dem Fall dann wirklich nur einen rein körperlichen Zweck erfüllen würde und es keine Hoffnung auf ein Liebes-Revival gibt. Die wenigsten Frauen kommen damit klar und akzeptieren spätestens dann, dass die gemeinsame Zeit ein für alle Mal vorbei ist.

Selbstverständlich wird man die ehemalige Traumfrau ein wenig vermissen, sich schöne Erinnerungen behalten und hin und wieder an sie zurückdenken. In der Phase nach der Trennung ist es aber wichtig, sich wieder auf sich zu konzentrieren, Zeit mit Freunden zu verbringen und langsam aber sicher die Fühler auszustrecken.

Auch wenn man der Ex-Freundin in dieser Phase durch Zufall über den Weg läuft, sollte ein freundliches „Hallo“ drin sein. Im Idealfall ist die Trennung nämlich so verlaufen, dass beide Seiten friedlich einen Neuanfang starten konnten und sich nicht hassen müssen – weil du Schluss gemacht hast wie ein Mann.

 

Foto: Cultura RM Exclusive/Liam Norris / Getty Images



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