Potenzprobleme mit 20 – was tun?

        Potenzprobleme mit 20 – was tun?    

Potenzprobleme sind ein Thema, über das kein Mann gerne spricht. In der öffentlichen Meinung muss ein echter Mann jederzeit bereit sein und seine Partnerin die ganze Nacht zu beglücken. Potenzprobleme haben nur alte Männer. So lautet jedenfalls die allgemeine Auffassung. Die Realität sieht jedoch anders aus. Auch junge Männer können Potenzprobleme haben, wenn auch in den meisten Fällen psychische Ursachen dahinter stecken.

Warum macht dein bestes Stück schlapp?

Am Anfang ein kleines Wort zum Trost: der Mann, der immer kann, ist nur ein Mythos. In der Realität haben selbst männliche Pornostars mal einen schlechten Tag und müssen eine Pause einlegen. Auch Frauen wollen nicht immer. Sie haben es jedoch auf diesem Gebiet leichter als Männer und können Kopfschmerzen vorschieben.

Männern kann es jedoch ebenso passieren, dass sie keinen Bock auf Sex haben. Dafür gibt es eine Vielzahl von Gründen. Zu den häufigsten gehören Stress auf der Arbeit oder Prüfungsdruck. Ernste persönliche Probleme wie Streit in der Beziehung oder im sozialen Umfeld oder auch finanzielle Probleme können nicht nur den Schlaf rauben, sondern auch die Lust an der schönsten Nebensache der Welt nehmen.

Unter Umständen kommen auch äußere Faktoren wie Missbrauch von Alkohol und Drogen oder bestimmte Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck in Frage.

Wann hast du überhaupt Potenzprobleme?

Die Frage ist gar nicht so abwegig, wie es auf den ersten Blick erscheint. Wenn du ab und an mal einen Aussetzer hast, ist das noch lange kein Potenzproblem, sondern völlig normal. Der Mediziner spricht von einem Potenzproblem, wenn in Zweidrittel aller Fälle der Penis nicht hart genug wird, um in die Scheide einzudringen oder wenn er so schnell wieder schlaff wird, dass kein Samenerguss erfolgen kann. Wenn dieser Zustand über längere Zeit andauert, spricht der Mediziner von einer erektilen Dysfunktion (ED).

Was kannst du gegen Potenzprobleme tun?

Es gibt eine ganze Reihe von einfachen Maßnahmen, die in der Mehrzahl der Fälle zum Erfolg führen. Zuallererst solltest du deine Lebensweise überprüfen und nötigenfalls umstellen. Starkes Rauchen ist beispielsweise ein echter Potenzkiller, weil das Nikotin die Blutgefäße verengt. Dadurch wird dein Penis weniger gut durchblutet und nicht mehr so hart. Alkohol und Drogen haben ebenfalls negative Auswirkungen auf die Potenz. Am besten ist es, wenn du versuchst, sie nach Möglichkeit ganz zu vermeiden.

Führe einen gesunden Lebensstil mit ausreichend Schlaf, abwechslungsreicher Ernährung und viel Bewegung an frischer Luft. Sehr gut geeignet sind Sportarten wie Schwimmen, Jogging oder Radfahren.

Welche Rolle spielt deine Partnerin?

Auf jeden Fall eine sehr wichtige, schließlich ist sie ja die erste, die merkt, wenn bei dir etwas nicht stimmt. Wenn sie dich liebt, wird sie für deine Situation Verständnis haben und dich unterstützen. Sehr schlecht wäre natürlich, wenn sie dich stattdessen verspottet oder deine Potenzprobleme mit ihren Freundinnen diskutiert. Das würde alles nur noch schlimmer machen.

Zeigt sie jedoch Liebe und Verständnis, kann sie mehr bewirken als ein Therapeut, weil sie dich besser kennt. Eine mögliche Therapie wäre zum Beispiel, wenn ihr am Sonntagmorgen oder im Urlaub im Bett relaxt und einfach nur rumalbert. Beim Küssen, Streicheln und Necken stellt sich oft die Lust auf Sex von allein ein und in dein bestes Stück kommt Leben.
Eine andere Möglichkeit wäre, beim Sex auf das Eindringen zu verzichten. Erfahrene Frauen können ihren Partner mit der Hand oder dem Mund befriedigen, ohne dass du in sie eindringen musst.

Wann solltest du zum Arzt gehen?

Wenn die oben erwähnten Mittel nicht helfen und die Potenzprobleme entweder andauern oder immer wiederkehren. Grund zur Besorgnis besteht auch, wenn du und deine Partnerin vollkommen entspannt sind, beispielsweise im Urlaub, und es trotzdem im Bett nicht klappt. Der Arzt wird dich gründlich untersuchen und versuchen, eine organische Ursache für dein Potenzproblem zu finden. Es gibt eine ganze Reihe von Erkrankungen, die sich lange vor den eigentlichen Symptomen mit Potenzstörungen ankündigen. Andere organische Ursachen können auch starkes Übergewicht oder Nebenwirkungen bestimmter Medikamente sein. Von manchen Psychopharmaka, die zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden, ist bekannt, dass sie die Potenz negativ beeinflussen.

Was solltest du auf keinen Fall tun?

Das Verkehrteste wäre, dein Problem zu verheimlichen und einfach Potenzmittel im Internet zu bestellen. Dabei gehst du gleich ein mehrfaches Risiko ein. Erstens weißt du nicht, was du einnimmst. Mit Potenzmitteln lässt sich mehr Geld verdienen als mit Drogen. Daher sind viele Fälschungen im Umlauf. Zweitens ist so etwas illegal und kann juristische Folgen haben. Die private Einfuhr rezeptpflichtiger Medikamente ist in Deutschland verboten. Drittens kann die Ursache deiner Potenzstörung eine ernsthafte organische Erkrankung sein. Mit den Pillen aus dem Internet kurierst du zwar die Symptome, bekämpfst aber nicht die Ursachen.

Ebenso falsch wäre es, einfach mal Sex mit einer anderen Frau zu haben. Liegen organische Ursachen für deine Potenzprobleme vor, nützt ein Partnerwechsel nichts. Bestehen psychische Ursachen, können sich die Probleme durch Versagensängste oder Leistungsdruck sogar noch verstärken. Außerdem gefährdest du durch so ein Verhalten deine Beziehung. Das ist es nicht wert.

Potenzstörungen in jungen Jahren sind gut behandelbar. Du musst nur den Mut haben, mit deiner Partnerin darüber zu sprechen. In den meisten Fällen genügen schon einfache Maßnahmen und eine gesunde Lebensweise, um eine Besserung zu erzielen. Treten Potenzprobleme über längere Zeit auf, sollte ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden.

 

Foto: Andriy Bezuglov / stock.adobe.com

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