Beim Sex länger durchhalten – So geht’s

        Diese Tricks sind das Geheimnis von langem und erfüllendem Sex.    

„So etwas darf nicht mehr passieren“

Das ich beim Sex zu früh komme, war für mich ein Schock. Mit „zu früh kommen“ meine ich nicht nach zehn Minuten, sondern tatsächlich nach 1-2 Minuten. Scheiße! Beim ersten Mal mit einer neuen Freundin klappt es ja noch sich damit rauszureden, dass man eben aufgeregt gewesen sei und sie so heiß. Eine wirkliche Motivation für One-Night-Stands oder generell sexuelle Aktivität ist das aber nicht gerade. Wie soll mir denn Sex Spaß machen, wenn ich das jedes Mal erklären muss und es so schnell vorbei ist? Da zieht man sich ja automatisch total zurück. Vor allem klappt es einfach nicht, wenn ich das Mädchen wiedertreffen möchte. Zu früh zu kommen schränkt meine Fähigkeit zu langfristigen Beziehungen einfach unfassbar ein! „Warum muss das gerade mich betreffen?“ habe ich mich dann gefragt. Bin ich körperlich krank? Nein, sagte mein Arzt. Alles sei super.

Das Problem war also ein anderes. Ich habe mich also im Internet auf die Suche nach Ratgebern und Menschen mit ähnlichen Problemen gemacht. Und ich bin fündig geworden! Ich kann sagen: Ich bin nun auf bis zu 45 Minuten gekommen. Das war für mich zuvor unvorstellbar! Endlich kann ich das Mädchen meiner Träume wiedertreffen ohne jedes Mal bereits im Vorfeld vor Scham im Boden zu versinken. Leider gibt es auch super viele überhaupt nicht hilfreiche aber umso verbreitetere Tipps, die nicht zu einem erfüllten Sexleben verhelfen. Glaube mir, ich habe das durchgemacht. Um dir den Aufwand zu ersparen, habe ich hier die tatsächlich hilfreichen Übungen zusammengetragen und rechne hier kurz mit den verbreiteten aber gar nicht hilfreichen Vorschlägen ab.
 

Ursachen für einen verfrühten Orgasmus

Erst mal heißt es: Durchatmen! Du bist nicht abnormal. Etwa 20-30% aller Männer sind von unserem Problem betroffen. Zweitens: Es kann überwunden werden. Drittens: Es ist evolutionstechnisch vollkommen sinnvoll.

„Zu früh“ zu kommen ist Teil unserer Evolution. Nur, dass es früher kein „zu früh“ in der Wahrnehmung gab. Wenn du halb dabei bist vor einem Raubtier zu fliehen und halb dabei bist dein nächstes Mittagessen zu jagen, dann bleibt halt wenig Zeit zur Fortpflanzung. Bei allen Säugetieren dient Sex nun einmal primär zur Fortpflanzung und der Mensch stellt dabei keine Ausnahme dar. Wer eine Frau schnell befruchtet, der pflanzt sich eben schnell fort, bekommt mehr Nachkommen und ist evolutionstechnisch gesehen auf der Gewinnerspur. Er verbraucht zudem weniger Energie und hat mehr Energie und Zeit übrig, um der Nahrungsbeschaffung nachzukommen. Er ist auch weniger anfällig für unwillkommene Überraschungen und Angriffe. Dieser Gedankengang hilft einem zunächst, sich etwas zu beruhigen. Daran, dass heutzutage längerer Sex erwartet wird – und ja auch super schön ist! – ändert diese Einsicht aber nichts. Doch dazu gleich.

Zum anderen schaffen es ja manche Männer entsprechend lange durchzuhalten. Wir haben also nicht alle diesen evolutionären Stempel aufgepresst bekommen oder müssen uns also nicht zwangsweise davon die Dauer unseres Sexlebens diktieren lassen. Wieso also ich? Nun ja. Um ehrlich zu sein habe ich weiter und weiter gelesen und gesucht und bin schließlich auf etwas gestoßen, woran ich nicht wirklich getraut habe zu denken: Mein Pornokonsum! Ich habe in meiner Jugend wie eigentlich jeder Typ umfassend Pornos geschaut. Nichts Verwerfliches dran! Aber doch etwas Problematisches in der Ausführung: Aus Angst erwischt zu werden aber auch aus Freude an der Sache habe ich immer zu den relevanten Szenen vorgespult und bin möglichst schnell gekommen. Dann gerne auch mehrmals – warum auch nicht, es ist ja schön? Tja, leider habe ich mir damit eben aber auch antrainiert, echt schnell zu kommen. Zwischen schnellem Pornokonsum und liebevollen, versauten, aber auf jeden Fall lange andauerndem Sex zu unterscheiden – das hat leider weder mein Körper noch mein Gehirn hinbekommen. Das Positive: Wenn es antrainiert ist, kann ich es auch wieder abtrainieren! Und es hat bei mir geklappt!
 

Do-Not #1: An etwas abstoßendes Denken ist grober Quatsch.

Ein erster Reflex in der Situation der Not von mir war, an etwas Abstoßendes zu denken. Die gar nicht heiße Lehrerin. Den Mülleimer, den ich ausleeren müsste. Auch das Internet wirft als Rat unzählige dieser Beispiele aus. Aber was zur Hölle? Sex ist etwas Wunderschönes. Wer immer dir dazu rät, dir dabei möglichst schlechte und widerliche Gedanken zu machen, sodass du länger durchhalten kannst: Ignoriere ihn! Du willst Sex genießen und nicht so stark an etwas anderes denken, dass du dich gar nicht mehr auf den Sex mit der wunderschönen Frau vor dir konzentrieren kannst. Das fällt auch auf, glaube mir. Du wirst viel unaufmerksamer. Diese Vorgehensweise kann klappen, kann aber auch dazu führen, dass du gar nicht mehr erregt bist – und macht Sex einfach kaputt! Es muss also eine andere Option her.
 

Do-Not #2: Vor dem Sex masturbieren

Ach ja, vor dem One-Night-Stand oder dem romantischen Übergang zwischen Dinner und Bett noch schnell ins Klo und masturbieren? Ja, richtig praktisch. Was für ein Witz. Auch das klappt leider nicht dauerhaft und ist vor allem auch mega unpraktisch. Auch habe ich gemerkt, dass ich danach oft nicht wieder richtig erregt war.
 

Wie du dein Problem wirklich löst

Die Lösung ist erstaunlich einfach, wenn sie auch natürlich von heute auf morgen nicht sofort wirkt: Trainiere! Ich habe nach zwei Wochen schon erstaunliche Fortschritte gemacht und konnte auf einmal zehn Minuten durchhalten ohne mich vom Sex ablenken zu müssen. Wie das geht?
 

Masturbiere und konzentriere dich auf deinen Körper

Nimm dir Zeit. Schau Pornofilme und versuche deinen Samenerguss so lange wie möglich heraus zu zögern. Glaube mir, es gibt schlimmere Zeitvertreibe. Damit trainierst du deinen Körper und dein Gehirn. Du gewöhnst dich an die neue Situation und wirst nicht nur selbstsicherer, sondern konzentrierst dich vor allem auf deinen eigenen Körper. Und das ist das entscheidende: Du musst deinen eigenen Körper kennenlernen. Statt dich also von sämtlichen Empfindungen mit schlechten Gedanken abzulenken, solltest du dich gerade auf sie konzentrieren.
 

Mentales Training

Du wirst ein Gespür dafür entwickeln, wann du kommst. Das ist somit sowohl mentales als auch körperliches Training. Und wenn du ein Gespür dafür entwickelt hast und es beim Sex merkst – und es dir gerade zu früh ist – dann ziehe deinen Penis kurz hinaus. Mache einen Stellungswechsel, küsse deine Partnerin usw. Für Frauen ist die durchgehende Penetration ohnehin unwichtiger als für Männer. Die Spannung erregt sie und verschafft dir eine kurze Entspannungspause. Zudem wird dein Sexleben durch die Stellungswechsel für dich und sie viel aufregender, spannender und exotischer.

Werde dir also deines Körpers bewusst durch körperliches und mentales Ejakulationstraining. Dabei solltest du auch unbedingt deine Perinealmuskulatur trainieren. Das ist die Muskulatur zwischen deinem After und dem Hodensack. Ja, etwas Anatomiekunde kann beim Sex tatsächlich weiterhelfen. Wenn du genug übst wirst du merken, dass du damit etwas beeinflussen kannst, ob du kommst oder nicht.

Das Problem des zu frühen Kommens kann also behoben werden, wenn du möglichst oft und am besten täglich trainierst. Wenn du das Problem und seine Ursachen verstanden hast, kannst du es in den Griff bekommen! Wie gesagt: Ich hatte es auch.

Na jetzt ganz sicher nicht mehr…

Betrügt mich meine Freundin?

 

Foto: Dmitrii Kotin/iStock.com



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