Barfuß gegen Fußprobleme

        Barfuss laufen gesund    

Unsere Füße leisten täglich Schwerstarbeit. Sie tragen uns mit jedem Schritt durch jeden Tag und sind besonders stark beim Sport gefordert. Die 60 Muskeln, 300 Bänder und Sehnen, mehr als 50 Knochen und über 20 Gelenke in den Füßen sorgen für Beweglichkeit und Stabilität. Das komplexe Zusammenspiel aus Stützen, Federn und Balancieren funktioniert jedoch nur, wenn die Füße gesund sind. Das ist leider immer weniger der Fall.
 

Fußprobleme – Schuhe sind schuld

Fußerkrankungen haben in den letzten 15 Jahren zugenommen. An Spreiz-, Senk- oder Plattfüßen sind die meisten Betroffenen allerdings nicht ganz unbeteiligt. Falsches oder zu enges Schuhwerk führt häufig zu Fehlstellungen und Überlastungen des Fußes. Vor allem Frauen, die oft hohe Schuhe oder sehr flache Schuhe tragen, sind betroffen. Doch auch Männer können Probleme mit ihren Füßen bekommen, vor allem wenn sie viel Sport treiben oder übergewichtig sind. Fußdeformationen sind allerdings ein Phänomen der Wohlstandgesellschaft. In Ländern, in denen Schuhe Mangelware sind, treten Spreiz-, Senk- oder Plattfüße und andere Beschwerden nur selten auf. Da die Schuhe den Füßen einen Teil der Arbeit abnehmen, verkümmern diese. Wenn dann auch noch schlechte Schuhe getragen werden, sind Beschwerden und Schmerzen fast schon vorprogrammiert. Aus diesem Grund ist in den letzten Jahren das Barfußlaufen wieder mehr in den Blickpunkt gerückt.
 

Barfußschuhe beugen Beschwerden vor

Hersteller von Sportschuhen setzen verstärkt auf sogenannte Barfußschuhe. Sie haben verschiedene Konzepte erarbeitet, die dem Laufen ohne Schuhe möglichst nahekommen sollen. In den Nike Free Schuhen, ist zwar noch eine Teildämpfung eingearbeitet, aber abgesehen davon sorgt das spezielle Schuh-Design für ein natürliches Laufgefühl. Bei anderen wie den Vibram Five Fingers ähnelt der Schuh einer Socke mit rutschfester Gummisohle.

Der Trend zu minimalistischen Schuhen wird auch von Orthopäden befürwortet. Sie empfehlen die Barfußschuhe jedoch nur als Prophylaxe und bei leichten Beschwerden. Wer bereits starke Probleme mit den Füßen hat, sollte auf das Tragen solcher Schuhe verzichten, da sich die bestehenden Beschwerden sonst verschlechtern könnten.
 

Barfuß laufen – nichts überstürzen

Wer Barfußschuhe tragen möchte, sollte anfangs nicht damit übertreiben. Die Füße sind an das jahrelange Laufen in normalen Schuhen gewöhnt. Die Sehnen, Bänder und Muskeln sind mitunter verkürzt und verkümmert. Intensives Barfußlaufen würde sie überdurchschnittlich belasten. Das kann zu Verletzungen führen. Der Umstieg auf Barfußschuhe sollte daher langsam erfolgen.

Mit Spaziergängen von 10 Minuten Dauer zwei bis dreimal in der Woche geht es los. Wer nach drei Wochen keine Schmerzen verspürt, kann die Dauer allmählich steigern. Treten auch bei längerer Benutzung der Barfußschuhe keine Beschwerden auf, kann das Lauftempo gesteigert werden. Erfahrenen Barfußläufern ist es möglich, ohne Probleme mit Barfußschuhen zu joggen. Natürlich kann man auch ohne spezielle Schuhe mit dem Barfußlaufen anfangen. Dann sollte man sich allerdings einen weichen Untergrund ohne spitze Steine, Scherben etc. aussuchen.

Doch was kann man tun, wenn man bereits Probleme mit den Füßen hat? In diesem Fall sollte man seine Füße und Waden kräftigen und dehnen. Geschmeidige Sehnen und Bänder und eine kräftige Muskulatur halten die Füße in Form. Übungsvorschläge gibt es hier.

 

Foto: Flickr 198/365 Marco Raaphorst CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten



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