6 psychologische Fallen, die dich zum Geldausgeben bringen

        Geldausgeben    

Nicht immer sind wir im Alltag aufmerksam was unsere Finanzen angeht. Überall lauern kleine Gefahren, die uns zum Geldausgeben überreden. Die folgenden sechs Fallen können dich schnell in Schwierigkeiten bringen. Du solltest sie deshalb genau kennen und sie im Bewusstsein halten.
 

1. Die Milchmädchenrechnung

Der Trugschluss der versunkenen Kosten (engl.: Sunc Cost Fallacy). Wenn wir bereits etwas gekauft oder in etwas investiert haben, gehen wir meist davon aus, dass es richtig ist und wir es deshalb behalten oder weiter darauf setzen müssen. Bestes Beispiel für dieses Prinzip ist der Aktienhandel. Hast du Anteile eines Unternehmens gekauft und der Kurs sinkt rapide, wirst du Dir denken, dass du dennoch weiter auf die Firma setzen solltest. Entweder lässt du Deine Investition in den Aktien oder du kaufst sogar noch einmal nach. Eine große Falle! Intuitiv triffst du eine falsche Entscheidung, die dir obendrein noch sehr rational erscheint.

Sei im Alltag aufmerksam und dir werden immer wieder derartige Trugschlüsse auffallen. Du bist seit mehreren Jahren in einer Beziehung und seit geraumer Zeit läuft es nicht mehr so, wie du es dir wünschen würdest? Meistens lässt du die Beziehung dennoch weiterlaufen, da du dafür bereits viel investiert hast und dir einredest, dass es noch einmal besser wird. Vermeide dieses Denken bei Projekten, finanziellen Investments und allgemein im Alltag – wann immer es dir auffällt.

Doch wie ist der Trugschluss der versunkenen Kosten zu umgehen? Die Lösung, wenn es ums Geld geht: Bleibe rational, binde dich nicht zu emotional an deine Vermögensanlage. In den meisten Fällen möchten wir durch das längere Halten der Investments lediglich zeigen, dass wir noch immer daran glauben, was wir einmal entschieden haben.

 

2. Die Verlockung des Begriffs „gratis“

Kostenlos. Umsonst. Unentgeltlich. Gebührenfrei. Gratis. „For free“. Bei jedem von uns wirken diese Worte wahre Wunder in unserem Denken. Sie sprechen uns an. Doch führen all diese Begriffe lediglich zu Irrationalität in deinen Entscheidungen. Gratis ist nicht immer umsonst, in den meisten Fällen liegen die Kosten versteckt im Preis eines anderen Produkts oder einer anderen Serviceleistung. Merke dir: Niemand verschenkt etwas, wir leben schließlich in einem rücksichtslosen, kapitalistischen System.

Die Lösung? Bremse dich. Der Reiz des Kostenlosen ist schön, kann dich aber schnell in eine unüberlegte Entscheidung stürzen, die du später bedauern wirst. Mache dir klar, wie sehr du diesen Gratis-Artikel wirklich brauchst und wie hoch deine Investition sein könnte, um ihn durch einen anderen Service oder Gegenstand zu ersetzen. Kalkuliere in einem zweiten Schritt, welche wirklichen Kosten mit diesem Artikel für dich entstehen könnten. So kannst du rationaler und damit besser entscheiden, ob du auf ein kostenloses Angebot eingehen solltest.

 

3. Stay cool – sei nicht zu hastig

Wenn dir ein Verkäufer sagt, dass der Rabatt nur heute gilt und außerdem nur noch eine sehr geringe Anzahl verfügbar ist, möchtest du das Produkt direkt kaufen. Das ist vollkommen verständlich. Oder du siehst ein neues Paar Schuhe und eine innere Eingebung sagt dir, dass du es sofort und unverzüglich haben möchtest, nein, willst. Wenn du dich aber zu schnell zu einem Kauf entscheidest, kann es vorkommen, dass du ihn wenige Tage oder Wochen später bereust. Kurzfristige Befriedigung führt zu langfristigen Gewissensbissen. So ist es übrigens auch bei den meisten Frauen, auf die du dich einlässt. Wirklich wichtige Artikel kannst du dir später dann nicht mehr leisten.

Was kannst du dagegen tun? Es ist vollkommen verständlich, wenn du dich selbst belohnen möchtest. Wäge aber einen Kauf gegenüber deinen langfristigen Zielen rational ab. Realisiere, dass, wenn du dieses Paar Schuhe kaufst, es dir vielleicht nicht möglich ist, in einem schönen Restaurant essen zu gehen oder einen Tagesausflug nach London zu unternehmen.

 

4. Spare!

Mentales Accounting: Du verfügst an einer Stelle über finanzielle Mittel, während du woanders nahe an der Schuldengrenze kratzt. Das Problem ist, dass sich Schulden viel schneller aufbauen, als Erspartes. Lege dir immer einen gewissen Betrag an Barem zurück für Nahrung, Gasrechnungen und anderes, was jeden Monat bezahlt werden muss. Beachte auch, dass du in einigen Monaten vielleicht mehr Geld benötigst, als in anderen. „Mentales Accounting“ macht dich kurzfristig zwar weniger flexibel, ist aber ein langfristiger Weg zu Stabilität und Unabhängigkeit.

Überwinde dein Sparproblem. Stelle Berechnungen über dein gesamtes, verfügbares Geld an und lege einen kurzen und groben Finanzplan an. Mache dir bewusst, wie viel Cash im Monat für Fixkosten und zum gewohnten Lebensunterhalt benötigt wird. Der ganzheitliche Blick ist entscheidend. Kleine Anpassungen verhelfen dir zu einem positiven Gesamtresultat.
 

5. Manipulation Deines Kaufverhaltens

Vielleicht glaubst du, dass ein Unternehmen dir aus Freundlichkeit einen attraktiven Preis offeriert. In Wirklichkeit aber findet dergleichen natürlich nur statt, um dich zum Kauf zu überreden und auch deine Kaufgewohnheiten zu manipulieren. Deine Bequemlichkeit wird ausgenutzt. Psychologen haben herausgefunden, dass dies auf drei verschiedene Arten geschieht. Genutzt werden deine Angst vor einem Verlust, deine geistigen Anstrengungen bei der Kaufentscheidung und deine Reaktion auf schwankende Preise.

Auch hier gibt es wieder Lösungen, diese Manipulationen bestmöglich zu übergehen. Bedenke immer, wie sehr du ein Produkt wirklich brauchst. Muss es eine große Cola sein, nur weil sie lediglich 50 Cent mehr kostet? Wirst du sie komplett trinken oder einen kleinen Rest wegschmeißen? Sollte Letzteres der Fall sein, nutze dein Geld effizienter.

 

6. Ich kenne es, also investiere ich

In der Finanz- und Wirtschaftswissenschaft ist das Prinzip als „Familiarity Bias“ bekannt. Anleger bevorzugen Investments in Unternehmen und Firmen, die ihnen bekannt sind. Ein ähnliches Prinzip herrscht bei deinem täglichen Einkauf vor. Denn nur weil dir ein Name bekannt vorkommt, mag es nicht die beste Entscheidung sein, für ein Produkt dieses Unternehmens Geld zu zahlen und keine Alternative in Betracht zu ziehen. Es ist schlicht unlogisch, Käufe auf dieser Grundlage zu treffen.

Was du tun musst, um diesen Trugschluss zu untergraben: Sei gewillt, aus deiner Komfort-Zone herauszutreten. Sehe dich auch außerhalb deiner typischen Gebiete und Marken um. Gerade beim Investment in Aktien und Wertpapiere müssen Anleger möglichst breit aufgestellt sein. Lege nicht alle Eier in einen Korb – das wusste schon die Großmutter.

 

Foto: CC0 Public Domain



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