5 Tiere, die du niemals aussetzen darfst

        Schildkröte    


Haustiere einfach so auszusetzen, ist in 99 % der Fälle sehr unfair gegenüber dem Tier. Durch Generationen der Domestikation können sich diese nicht mehr selber versorgen und verkommen elendig in der freien Wildbahn oder werden zum Opfer fahrlässiger Menschen. Heutzutage gibt es genügend Netzwerkmöglichkeiten, um einen neuen Besitzer zu finden, der sich genau dieses Haustier von ganzem Herzen wünscht.

 
Es gibt aber auch den unwahrscheinlichen Fall, dass sich manche Tiere sehr gut den neuen Lebensbedingungen anpassen können und das Ökosystem dadurch aus dem Gleichgewicht gerät. Das kann fatale Folgen für den natürlichen Artbestand haben, gerade, wenn es sich um Arten mit einer geringen Population handelt. Wir haben dir dazu fünf Beispiele herausgesucht.

 

Kaninchen

Kaninchen sind sehr gesellige Gruppentiere und sollten darum immer zu zweit gehalten werden. Sie können sehr intelligent sein und benötigen immer etwas, womit sie sich beschäftigen können.
In Deutschland ist es nicht tragisch, wenn ein Kaninchen mal abhaut. In Australien hingegen ebnete dies den Weg für eine Katastrophe. 1859 wurden 12 Kaninchen zur Jagd frei gelassen, 61 Jahre später vermehrte sich der Bestand auf etwa 10 Milliarden Kaninchen. Es wurde dutzende Male versucht die Plage in den Griff zu bekommen, aber die Schnelligkeit der Tiere, die rasante Fortpflanzung und die Fähigkeit, sich von fast jeder Pflanze dort ernähren zu können, ließ alle Versuche scheitern. Dabei stellen Kaninchen eine große Gefahr für die heimischen Arten wie die Kaninchennasenbeutlern dar.

 

Rotfeuerfisch

Rotfeuerfisch

Der Rotfeuerfisch kommt aus tropischen Zonen des Indischen Ozeans, dem westlichen Pazifik sowie aus dem Roten Meer. Seine Körperlänge beträgt etwa 40 cm und er besitzt mit Giftdrüsen ausgestattete Strahlen an den Rücken-, Schwanz- und Bachflossen. Durch die langen Flossenstrahlen, die seinen ganzen Körper umgeben, bewegt sich der Rotfeuerfisch mit einer majestätisch anmutenden Schwimmbewegung durch das Wasser.
Doch vor ein paar Jahren wurde er in den Gewässern der Karibik ausgesetzt und terrorisiert dort die heimischen Arten. Sein immer stetiger Hunger und die wenigen natürlichen Feinde führten zu einer explosionsartigen Verbreitung des giftigen Fisches. Forscher fürchten daher um den Bestand vieler ansässiger Arten.

 

Ostafrikanische Riesenschnecke

Riesenschnecke

Die Große Achatschnecke kann eine Gehäusegröße von bis zu 20 cm und eine Körperlänge von bis zu 30 cm erreichen und ist eine der größten Landschnecken der Welt. Diese Schnecken sind Hermaphroditen, was bedeutet, dass sie ein männliches und ein weibliches Geschlechtsorgan besitzen.
Als ein Junge sich drei dieser Schnecken aus dem Urlaub mit in die USA nahm, um sie als Haustiere zu halten, ließ sie seine Oma eines Tages im Garten frei. Innerhalb von sieben Jahren vermehrten sich daraus 17.000 Exemplare. Eine Millionen Dollar und 17 Jahre benötigte es, die Plage wieder in den Griff zu bekommen. Das Problem bestand aus der unersättlichen Fresssucht und dem Parasitenbefall dieser Tiere. Der Parasit kann bei Tieren und Menschen zu einer Hirnhautentzündung und schließlich zum Tod führen.

 

Rotwangen-Schmuckschildkröte

Die Rotwangen-Schmuckschildkröte ist vom Mississippi bis zum Golf von Mexiko ansässig. Seit Jahrzehnten ist sie ein sehr beliebtes Haustier. Es ist den Umständen der Massenzucht zu verschulden, dass die Schildkröte schon fast überall in der Welt verwilderte Vorkommnisse hat. Aufgrund fehlender Feinde fällt es ihr sehr leicht, neue Lebensräume zu besiedeln.
So wurden andere einheimische Schildkrötenarten wie die Europäische Sumpfschildkröte durch das aggressive Verhalten der Rotwangen-Schmuckschildkröte verdrängt und oft auch die Flora stark bedroht. Zudem ist sie Träger vieler gefährlicher Salmonellen. Darum sollte auch in Deutschland eine Meldepflicht eingeführt werden, was durch die große Population aber nicht mehr möglich war.

 

Grüner Leguan

Der Grüne Leguan ist ein kräftiger Vertreter der Echsen-Gattung, hat einen seitlich leicht abgeflachten Körper mit stabilen, stark entwickelten Extremitäten, einen langen Schwanz und einen markanten Kopf. Er gehört zu den beliebtesten Haustieren weltweit und ihm wird darum fälschlicherweise eine einfache Haltung zugesagt.
Die Freilassung kann aber schwerwiegende Folgen auf das Ökosystem haben. Wenn sich der Grüne Leguan erst einmal eingelebt hat, stellt er eine große Bedrohung für heimische Tiere dar, da diese natürlich nicht auf eine Übernahme von extrem schnellen, kraftvollen und beweglichen prähistorischen Mini-Dinos vorbereitet sind. Aus diesem Grund ist die Haltung dieser Reptilien an tropischen Orten wie Hawaii verboten.

 

Fotos: Sandra Ashraf / EyeEm; Peer Meyer / EyeEm; Ansh Mohan / EyeEm; Jesse Kraft / EyeEm; SensorSpot Mitch Reardon / Lonely Planet Images / Getty Images



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