12 der schockierendsten Phobien der Moderne

        Phobien    


Phobien sind schon etwas Merkwürdiges. Diese Angststörungen zeichnen sich durch übertriebene Angstreaktionen auf bestimmte Situationen oder Objekte aus. Häufig werden diese Überreaktionen von Mitmenschen nicht ernst genommen, was sowohl Nachteile als auch Vorteile mit sich zieht. Angst kann ein qualvolles Gefühl der Furcht, Verzweiflung und Panik herbeiführen. Doch ohne diesen Schutzmechanismus würde es weder Tier noch Mensch geben.

Dennoch sind Phobien psychische Störungen, die in ihrer reinsten Form kaum noch etwas mit dem Überlebenstrieb zu tun haben. Wir haben uns zwölf unschöne Phobien zur Brust genommen und diese erläutert. Wer also seine sozialpädagogische Toleranz bestärken möchte oder von der irrwitzigen Quantität unseres Geistes unterhalten werden will, der bleibt jetzt dran.

 

1. Ailurophobie

 
Phobien

griech.: “ailuros“ = Katze
Schwindelgefühl, Schweißausbrüche, Panik und Zittern. Alles keine schönen Symptome, wenn sich eine Katze im selben Raum aufhält. Zugegen: die meist sehr kuschelbedürftigen und liebevollen Tiere sehen mit einer wenig abstrakten Denkweise auch befremdlich aus. Ailurophobie ist die Angst vor Katzen und ist nicht weniger ernstzunehmend wie die anderen Vertreter dieser Liste.

 

2. Nomophobie

 

engl.: No-Mobile-Phone-Phobia
Eine wirklich absurde Phobie, von der 2008 schon die Hälfte aller Briten betroffen war. Neun Jahre später sind es wahrscheinlich mehr als 85 Prozent aller Menschen. Denn Nomophobie bezeichnet die Angst, sein Mobiltelefon nicht bei sich zu führen und so nicht erreichbar zu sein. Früher haben uns die Alten gepredigt, der Konsum digitaler Spielereien sei ungesund, und heute unterliegen auch fast alle Erwachsenen der Sucht der zwanghaften Mobilität. Ironie der Moderne, könnte man sagen.

 

3. Hypnophobie

 
Phobien

griech.: „hýpnos“ = Schlaf
Die Betroffenen dieses Phobos fürchten sich vor dem Einschlafen und der Hypnose. Dies hängt mit dem einhergehenden Kontrollverlust zusammen. Wer schläft, kann sich nicht schützen. Hypnotisierte Personen könnten für peinliche oder gefährliche Dinge missbraucht werden. Diese Menschen würden auch nie starke, berauschenden Substanzen zu sich nehmen, da sie immer Angst haben, dann nicht mehr Herr ihrer Sinne zu sein.

 

4. Heliophobie / Phengophobie

 
Phobien

griech.: helios“ = Sonne; altgriech.: „phengo-„, „pheng-“ = Licht, Tageslicht, Sonnenlicht
Angefangen bei Gamma-, Röntgen- und UV-Strahlung bis hin zu Infrarot-, Micro- und Radiowellen. Die Sonne, der Quell und Untergang aller Lebensformen, ist zugleich wunderschön und gefährlich. Eine von Heliophobie betroffene Person versucht, jeden Kontakt zur Sonne zu vermeiden. Diese Menschen leiden unter akutem Vitamin D-Mangel, was dem Stoffwechsel strak schadet. Sie leben meistens in stark verdunkelten Häusern und gehen wirklich jedem Sonnenstahl aus dem Weg.

 

5. Domatophobie / Eicophobie / Oikophobie / Ecophobie

 
Phobien

griech.: „domátion“ = kleines Haus, Zimmer; „dõma“ = Haus, Dach; griech.: „oikos“ = Haus, Haushaltung
Sich nur bei Freunden aufhalten, immer on tour, nicht daran denken, wie es zuhause ist. Domatophobie bezeichnet die Furcht vor dem eigenen Heim. Der Ort, zu dem man eigentlich gerne zurückkehren sollte. Die Angst kann so weit gehen, dass sich die betroffene Person nicht einmal bei anderen im Haus aufhalten kann.

 

6. Anophelophobie

 
Phobien

griech.: „anopheles“ = schädlich
Dies betriff in den meisten Fällen Männer und könnte auch als überfürsorglich verstanden werden. Anophelophobie-Betroffene fürchten einer Frau beim Sex wehzutun und behandeln sie darum nur sehr sanft und gefühlvoll. Löblich mag der eine oder andere jetzt denken, aber diese Eigenschaft kann zu unschönen Problemen führen. Man stelle sich den Verzicht auf Situationen vor, bei denen beide Partner völlig freien und etwas groberen Sex haben wollen. Viele Frauen möchten auch mal etwas härter angefasst werden, man denke an den Trend der Unterwerfung. Wo einige Phobien nur geringfügige Einschränkung bedeuten, kann die Anophelophobie eine ganze Beziehung zerstören.

 

7. Carnophobie

 
Phobien

griech.: „carno“ = Fleisch
Fleisch essen, Fleisch berühren, Fleisch sehen. Was uns möglicherweise schon der ein oder andere Vegetarier erklärt hat, ist die Angst vor Fleisch. Besser gesagt: der Ekel, der in ihm hervorgerufen wird, wenn er Fleisch, vor allem in seiner rohen Form, sieht. Dies ist natürlich auch eine psychische Störung, die dennoch zu einer gesünderen Lebensweise führen kann. (Aus heutiger Sicht kann diese Angst seit der Industrialisierung auch für Normalos durchaus gerechtfertigt sein.)

 

8. Hippopotomonstrosesquippedaliophobie

 

Ein Spaß aus unserer Internetkultur. Die Hippopotomonstrosesquippedaliophobie ist genau wie die Trypophobie ein nicht nachgewiesenes und ein frei erfundenes Kunstwort unserer Popkultur. Dennoch: Hippopotomonstrosesquippedaliophobie benennt die Angst um das Lesen und Sprechen extrem langer Wörter. Dies macht den Namen Hippopotomonstrosesquippedaliophobie natürlich sehr ironisch-witzig. Zudem enthält es das falsch geschriebene Wort Hippopotamus – zu Deutsch: Nilpferd.

 

9. Feminophobie / Misogynie / Gynephobie / Gynophobie / Gynäkophobie

 
Phobien

griech.: „gyn“ = Frau; lat. „femina“ = Frau (lat. „femina“ gehört in die Familie „fellare“ = dt. „saugen“, somit „die Säugende“, vgl. „Fellatio“); griech. „misos“ = hassen.
Mann und Frau verhalten sich wie zwei Stücke unterschiedlicher Puzzle. Für einen unter Feminophobie leidenden Mann besteht das Verhältnis eher aus Puzzlestück und Bauklotz. Dieser Mensch hat Angst davor, Frauen würden über ihn reden, lästern und urteilen, sowie von ihnen bloßgestellt, abgelehnt oder ausgelacht zu werden. Trotz sexueller Bedürfnisse und den Wunsch eine Frau zu heiraten, leiden die betroffenen Männer sehr. Feminophobie ist damit eine ebenfalls nicht zu unterschätzende Fehlfunktion des Geistes.

 

10. Phagophobie

 
Phobien

griech.: „phago“ = essen
Untergewicht und sehr langsame Essprozesse sind die Folge dieser Angst. Betroffene Personen denken, sie könnten beim Schlucken von Nahrung ersticken. Die Befangenheit von Phagophobie fängt meist schon im Kindesalter an und kann sowohl für immer als auch nur temporär verschwinden.

 

11. Panophobie / Pantophobie / Omniphobie

 
Phobien

griech.: „pãn“ = all…, gesamt; lat.: „omnes“ = alle (vgl. „Omnibus“)
Ein in Viren gefallener Sack Reis, eine vom Elefanten zertretene Maus und ein radioaktiver Schmetterling. Die Angst vor allem und mehr. Jede schlechte Nachricht löst beim Betroffenem von Panophobie-Furcht aus – alles birgt eine potenzielle Gefahr. Ein Leben voller Angstzustände bedeutet auch ein Leben in Isolation. Kein schönes Leben, möchte man meinen. Doch unschön trifft den Kern dieser Phobie nicht im Geringsten.

 

12. Phobophobie

 
Phobien

griech.: „phobo“ = Furcht
Es ist eine schwere Folge all dieser psychischen Schwächen: Die Angst vor der Angst. Lebt ein Mensch lange mit bestimmten Einschränkungen, fürchtet er sich davor, wann der nächste Schock ihn ereilen wird. Ein Katz- und Mausspiel von permanenter Ladung und nur seltener Entladung.

 

Fotos: White Packert; Image Source; SuperStock; CSA Images/Archive; Iris Slootheer photography; CSA Images/ Color Printstock Collection; PM Images; fmajor; clintspencer; ryccio; Chris Dale; PeopleImages; ROBERT BODMAN / Kontributor / Getty Images



Anzeige

Dieser Artikel kann Werbelinks enthalten.
Keine Kommentare

Dein Kommentar dazu Abbrechen

Deine E-mail Adresse wird nicht veröffentlicht.