Willkommen bei den Hartmanns – Filmkritik & Trailer

        Willkommen bei den Hartmanns Filmkritik    

Willkommen bei den Hartmanns – Die Story

Angelika Hartmann (Senta Berger) möchte ihrem Leben endlich wieder Sinn geben. Als ehemalige Schuldirektorin, die Kinder aus dem Haus, der Mann bei der Arbeit oder im Jugendwahn, sucht sie nach einer Aufgabe. Als sie Kleidung ins Flüchtlingsheim bringt und erfährt, dass Unterkünfte für Flüchtlinge gesucht werden, steht für sie fest, wir nehmen einen auf!

Doch ihr Mann Richard (Heiner Lauterbach) ist davon gar nicht angetan und verleiht seinem Unwillen deutlich Ausdruck und auch Sohn Philip (Florian David Fitz) hält es für keine gute Idee. Doch für Angelika steht unumstößlich fest, der Flüchtling, das wird ihr Projekt. Immerhin Tochter Sophie (Palina Rojinski) steht ihrer Mutter dabei zur Seite.

Als sich die ersten Wogen wieder geglättet haben, bekommt Angelika dann auch ihren Willen und schon wenig später steht mit Diallo Makabouri (Eric Kabongo) der Flüchtling fest, der bei den Hartmanns einziehen wird. Doch damit beginnt das eigentliche Drama erst, nicht etwa, weil Diallo problematisch wäre, nein, Familie Hartmann selbst verfügt schon über genügend Krisenpotential, das nun erst so richtig an die Oberfläche gespült wird. Also, herzlich willkommen bei den Hartmanns.

 

 

Klassische Komödie trifft auf bislang untypische Thematik

Sie ist da, die erste deutsche Komödie zum Thema Flüchtlingskrise. Mit einem prominenten Cast und viel Witz macht sich Regisseur Simon Verhoeven daran, das mediale Dauerthema in unterhaltsamer Form aufzuarbeiten.

Dabei bleibt der Film massentauglich und kommt im klassischen Gewand einer typisch deutschen Komödie daher. Einzig die Thematik hebt ihn ein wenig von den übrigen, doch sehr oft gleichförmigen und erwartbaren Komödien ab. Was viele Filme aus diesem Genre hingegen leicht zu einer gewissen Eintönigkeit verkommen lässt, bringt hier die nötige Vertrautheit mit, um ein interessantes, bisher wenig in dieser Form behandeltes Thema für das breite Publikum zugänglich zu machen.

In einer durchaus gelungenen Mischung aus Ernsthaftigkeit, die aber nie lange ernst bleibt und einer Albernheit, die aber nie so albern wird, dass man die wichtige Thematik dahinter vergisst, manövriert Verhoeven die Handlung zwischen Familienproblemen, Flüchtlingskrise und Gesellschaftskritik durch den Film, der nie ganz bösartig weh tun will, aber trotzdem alles offensiv thematisiert und bei dem allen Seiten ihr Fett weg bekommen.

Dazu lebt der Film enorm von den vielen verschiedenen Figuren, von den gut aufspielenden Hauptdarstellern Senta Berger, Heiner Lauterbach und Eric Kabongo, über die vielen, zum Teil ebenfalls mit bekannten Gesichtern besetzten Nebenrollen, die in ihrer Vielfältigkeit erst so richtig das Thema von allen Seiten darstellen und mit Leben einhauchen. Der große Cast macht definitiv Sinn und ist hier nicht einfach nur als Namedropping zu verstehen.

Da sich die gesamte Handlung auf sehr viele Figuren verteilt, entwickelt sich die Geschichte sehr breit gefächert, die klassische Spannungskurve gibt es zwar, dennoch sind es auf dem Weg dorthin vor allem die vielen kleinen Spannungsspitzen, die den Film durchaus reizvoll und sehenswert machen. Zudem mit einer soliden Soundkulisse und ein paar schönen Bild- und Kameraspielereien versehen, gerät auch der Rahmen des Werkes rund und muss sich hinter den Genre-Kollegen in keinster Weise verstecken.

 

Feelgood mit Hintergrund

Wer eine unterhaltsame Komödie zwischen Familienangelegenheiten und Flüchtlingskrise erleben will, die ohne übertriebene Schwere auskommt, aber dennoch zum Nachdenken anregt, der ist mit „Willkommen bei den Hartmanns“ bestens bedient.

 

Willkommen bei den Hartmanns Kinoposter
Kinostart: 03. November 2016
 

Fotos: Warner Bros. Germany

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