Deepwater Horizon – Filmkritik & Trailer

        Deepwater Horizon Filmkritik    

Deepwater Horizon – Die Story

Auf der Ölplattform Deepwater Horizon herrscht ein rauer aber herzlicher Umgangston. Soeben ist die neue Truppe um Jimmy Harrell (Kurt Russell) und Mike Williams (Mark Wahlberg) eingetroffen. Das Team hat die Aufgabe, die Testbohrungen nach neuem Öl zu leiten. Mike, der Cheftechniker, zuständig für Wartung aller elektronischer Dinge an Bord, hat direkt eine lange Liste an Geräten, die dringend repariert werden müssten. Und auch an der Bohreinheit selbst und den Rohren scheint nicht alles so sauber zu laufen, wie gehofft.

Jimmy, als Chef der Einheit, würde gerne genauere Untersuchungen machen, aber die Konzernchefs von BP, dem Besitzer der Plattform, sitzen ihm im Nacken, da die Bohrungen bereits 43 Tage hinter dem Termin liegen und es um jede Menge Geld geht. So einigt man sich schließlich auf einen einfachen Test, der bessere Erkenntnis liefern soll.

Unter dem Druck der Geschäftsleitung wird der Test durchgeführt, bringt aber, aufgrund eines unbemerkten Fehlers, ein positives Ergebnis. Als der fehlerhafte Wert realisiert wird, ist es bereits schon zu spät. Die Katastrophe bahnt sich an und bald geht es nur noch ums nackte Überleben.

 

 

Von ruhigem Start zum krachenden Finale

Verfilmt auf der Grundlage des 2010 in der New York Times erschienenen Artikels Deepwater Horizon’s Final Hour, der die letzten Stunden der Arbeiter vor dem Unglück beschreibt, präsentiert sich „Deepwater Horizon“ als gut gemachter Katastrophenfilm, der sich viel Hollywood Zusatzdramatik erspart und sich Schritt für Schritt zum Höhepunkt aufbaut.

Der Film startet gemütlich und lässt den Zuschauer erst einmal ins Leben der Ölbohr-Experten eintauchen. Freunde, Familie, Arbeitsbeginn. Mit vielen technischen Informationen, rund um das Geschehen auf der Bohrinsel und dem Miteinander der Arbeiter, erhält der Betrachter so ein Gefühl für die Bedingungen auf der Plattform.

Überraschend ist dabei wenig. Jeder, der 2010 die Nachrichten verfolgt hat, kennt das Geschehene und weiß, was hier passieren wird. Das eigentlich Spannende ist, wie es passiert und was die Besatzung der Bohrinsel daraus macht. Hier präsentiert die Verfilmung ihre Stärke, indem sie nicht reißerisch und überdramatisiert von Unglück zu Unglück hetzt und immer noch einen drauf setzt, sondern fast schon realistisch die Geschehnisse wiedergibt. Sie legt den Fokus dabei auf die Menschen und die Fehler hinter dem Drama und zeigt das Unglück lediglich als unausweichliches Finale.

Zwar ist der Film als Mark Wahlberg Streifen beworben und Mike, den er darstellt, wurde im Zuge der Berichterstattung nach der Katastrophe zum Gesicht der Ereignisse, dennoch bleibt der Film hier nahe der Realität. Es werden keine Überhelden kreiert, jeder der Mannschaft trägt seinen Teil zur Geschichte bei. Es ist, trotz Wahlbergs großem Namen, ein Teamfilm, in dem jede Figur ihre Momente hat und das Miteinander gut beleuchtet wird.

Neben gutem Schauspiel, schönen technischen Details und guter Inszenierung, ist es der Soundtrack, der, nicht immer bewusst wahrgenommen, einen großen Teil der Stimmung transportiert und den Film gekonnt untermalt. Gerade bei einem Film, der sich auf die Stärken der Geschichte besinnt, die ihm zu Grunde liegt, ist eine gelungene musikalische Untermalung eines der besten Mittel, wenn nicht sogar das Beste, um deren Gefühle zu transportieren.

 

Gut gemachte Nacherzählung

Mit „Deepwater Horizon“ läuft nun ein Film in den Kinos, den man nicht in das typisch hollywoodsche Katastrophenfilm Szenario einordnen kann. Mit Zerstörungsorgien hat dieser Film recht wenig zu tun. Wer sich aber einen gut erzählten Film über eines der großen Unglücke unserer Zeit ansehen will, der weder trockenen Doku-Stil, noch übertriebene Hollywood Effekthascherei bietet, der ist mit „Deepwater Horizon“ bestens bedient.

 

Deepwater Horizon Filmplakat
Kinostart: 24. November 2016
 

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Fotos: StudioCanal Deutschland



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